Spanisches Theater von 1939 bis heute: Trends und Werke

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Spanisches Theater von 1939 bis heute

Einleitung: Zu Beginn ist festzuhalten, dass die beiden bedeutenden Dramatiker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Valle-Inclán und Lorca, verstorben waren und andere etablierte Persönlichkeiten ins Exil flohen. Die spanische Theaterszene erholte sich nur langsam, stets streng überwacht von der Zensur, die das Theater aufgrund seiner einzigartigen Kommunikationsfähigkeit mit besonderem Eifer behandelte.

Dramatische Trends der Nachkriegszeit

In den 40er Jahren stand das "nationale" Theater im Dienst der Diktatur. Es triumphierten vor allem die bürgerliche Komödie und das humoristische Drama. Ende der 40er Jahre forderte das Publikum ein realistisches Theater, was durch das Werk "Historia de una escalera" (Geschichte einer Treppe) eingeleitet wurde. Ab den 70er Jahren war das neue Avantgarde-Theater durch das absurde Theater und das Theater der Grausamkeit geprägt. Ende der 60er Jahre etablierte sich das unabhängige Theater. Seit 1975 neigt das Theater zu aktuellen Themen und einer moderaten realistischen Ästhetik mit formaler Erneuerung.

Das kommerzielle und ausweichende Theater

Allgemeine Merkmale des "Fluchttheaters" waren die Verherrlichung der Sieger sowie zwei Hauptfunktionen: Unterhaltung und die Vermittlung einer Ideologie. Es betonten sich die bürgerliche Komödie und das humoristische Drama.

  • Bürgerliche Komödie: Entwickelt aus der Tradition Benaventes (Alta Comedia), hatte sie die Funktion zu unterhalten und zu erziehen. Diese Werke übten mäßige Kritik und nutzten Humor sowie einen melodramatischen Ton, um Familie, Ehe und Heimat zu preisen. Wichtige Autoren und Werke: "El testamento" von José María Pemán und "Dos mujeres a las nueve" von Juan Ignacio Luca de Tena.
  • Humor-Theater: Eine radikal neue und innovative Form der Komödie. Die bekanntesten Schriftsteller waren Enrique Jardiel Poncela und Miguel Mihura.

Enrique Jardiel Poncela und Miguel Mihura

Jardiel Poncela charakterisiert sich durch die Einbeziehung des Unglaublichen. Seine Figuren entstammen der Bourgeoisie; zentrale Themen sind Liebe und Geld. Seine wichtigsten Werke sind: "Eloísa está debajo de un almendro" und "Cuatro corazones con freno y marcha atrás".

Miguel Mihura war der eigentliche Initiator der Erneuerung des Humors. Er zeigt Pessimismus und Desillusionierung durch radikalen Humor, scheinbar absurde Situationen und sinnlose Dialoge. Mihura schrieb für Zeitschriften wie "Ametralladora" oder "La Codorniz".

Theater des sozialen Realismus

In den 50er Jahren konzentrierte sich das Theater auf realistisches politisches Engagement. Die wichtigste Aufgabe der Kunst in einer ungerechten Welt war deren Transformation; man sprach auch von einem Theater der "Dringlichkeit". Dieses Theater der sozialen Unruhe forderte die Macht offen heraus, wobei Dramatiker oft den politischen Zweck über den künstlerischen stellten.

Im Gegensatz dazu steht das Theater von Antonio Buero Vallejo, der für ein "Theater des Möglichen" argumentierte: Er beachtete bestimmte Regeln und die Auflagen der Zensur, damit seine Werke tatsächlich auf die Bühne gelangen konnten. Seine Figuren befinden sich oft in historischen oder symbolischen Situationen.

Das Theater der 60er Jahre

Das soziale realistische Drama wuchs in den 60er Jahren weiter und wurde als die einzige Form betrachtet, die auf die Umstände des Landes reagierte. Gleichzeitig gewann die neue bürgerliche Komödie an Bedeutung; ihre zentralen Themen waren das Streben nach Glück und die Verteidigung der romantischen Liebe. Bekannte Autoren sind: Alfonso Paso, Jaime de Armiñán, Jaime Salom und Juan José Alonso Millán.

Zeitgenössische Dramen und Trends

Es gibt eine Vielfalt an Trends ohne einheitliche Merkmale: von der Avantgarde bis hin zur Rückkehr zu traditionellen Linien und Dramen, die sich mit hochaktuellen Problemen befassen. Besonders hervorzuheben sind folgende Werke:

  • "Las bicicletas son para el verano" von Fernando Fernán Gómez
  • "¡Ay, Carmela!" von José Sanchis Sinisterra

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