Spanisches Theater und Hispanoamerikanische Literatur
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Spanisches Theater des 20. Jahrhunderts
Die 1940er und 1950er Jahre: Konvention und Erneuerung
In der Zeit von 1940 bis 1950 dominierte das benaventinisches Theater mit seiner konventionellen Oberfläche, der konservativen bürgerlichen Zeichnung, luxuriösen Räumen und raffiniertem Humor.
Wichtige Autoren und Werke dieser Ära:
- José María Pemán: Historisches Theater (Das göttliche Ungeduldige) und Dissertationen (Tot oder stumm).
- Joaquín Calvo Sotelo: Komödien (Der Besuch, der an der Glocke läutete) und ernste Stücke (Die Wand).
- Juan Ignacio Luca de Tena: Wer bin ich?, Don José, Pepe und Pepito.
- José López Rubio: Zwanzig und vierzig, Nie zu spät.
- Víctor Ruiz Iriarte: Ein Tag der Herrlichkeit, Ein Regenschirm im Regen stehen.
- Edgar Neville und Agustín de Foxá.
Erneuerung des Theaters
Jardiel Poncela und Miguel Mihura brachen mit traditionellen Formen. Poncela erneuerte das komische Theater durch das absurde Theater, unwahrscheinliche Gewerbegrundstücke, labyrinthische Strukturen, Inkonsistenz und Überraschungseffekte (Sie vermissen eine Frau in den Augen, Eloísa ist unter einem Mandelbaum, Die Blonde ist besser mit Kartoffeln).
Miguel Mihura antizipierte das europäische absurde Drama durch Parodie, Karikatur und die Darstellung von Zollformalitäten, die das Glück verhindern (Drei Hüte, Drei schwach beleuchtete, Ein Herr aus Murcia, Pfirsiche in Sirup).
Die 1950er und 1960er Jahre: Sozialer Realismus
In den Jahren 1950 bis 1960 prägten Buero Vallejo und Alfonso Sastre den existenziellen Strom und den sozialen Realismus mit kritischer Haltung.
- Buero Vallejo: Soziales und politisches Engagement mit humanistischer Konzeption. Werke: Geschichte einer Treppe, In der brennenden Dunkelheit, Träume der Weberin, Das Dachfenster (Folgen des Bürgerkriegs für eine Kellerfamilie).
- Alfonso Sastre: Existenziell und nihilistisch. Werke: Uran-235, Rote Erde (Beschwerde gegen die Diktatur), Das Netz, Todesschwadronen.
Die Generation der Jahrhundertmitte
- Lauro Olmo: Das Hemd, Hier wird Englisch gesprochen.
- José Martín Recuerda: Die Wild-Brücke, San Gil.
- Rodríguez Buded: Der Bau.
- Rodríguez Méndez: Die Unschuldigen von der Moncloa.
- Alfonso Paso: Kontinuierliches benaventinisches Theater (Achtundvierzig Stunden Glück, Die großen Fische, Sie können ein Mörder sein).
- Alonso Millán: Cyanid, allein oder mit Milch?
- Jaime Salom und Antonio Gala: Schwierige Klassifizierung, oft symbolisch (Grüne Felder von Eden, Ringe für eine Dame, Warum nimmst du Ulises?).
Die 1970er Jahre: Bruch mit der Ästhetik
Ab 1970 erfolgte ein Bruch mit dem Realismus durch aktuelle ausländische Einflüsse, visuelle und solide technische Innovationen sowie die Beteiligung des Publikums.
- Francisco Nieva: Bühne, „Schnee“, „Böse“. Werke: Nosferatu, Begräbnis und Passacaglia, Schatten und Chimäre von Larra.
- Fernando Arrabal: Exzentrisch, von Quevedo und dem Surrealismus beeinflusst. Panisches Theater (Verwirrung, Terror, Zufall, Humor). Werke: Ist Gott verrückt?, Strip-Show der Eifersucht, Das Trizyklus, Der Autofriedhof, Freuden im Garten.
Hispanoamerikanische Literatur
Die Literatur ist geprägt von sozioökonomischen Ungleichheiten, Diktaturen, Synkretismus und Revolutionen. Sie entwickelte sich vom Costumbrismo des 19. Jahrhunderts über den Modernismus hin zum Realismus.
Realismus und Regionalismus
Der realistische Blick zeigt sich bei Autoren wie:
- Mariano Azuela: Die von unten.
- Rómulo Gallegos: Doña Bárbara.
- José Eustasio Rivera: Der Wirbelsturm.
- Jorge Icaza: Huasipungo (indigene Unterdrückung).
- Ciro Alegría: Die Welt ist groß und fremd.
Der Magische Realismus und der „Boom“
Ab den 1940er Jahren verband der Magische Realismus europäische Einflüsse mit klassischen literarischen Themen, sozialen und politischen Fragen sowie indigenen, städtischen und existenziellen Motiven (Echtzeit trifft auf Fantastisches).
In den 1960er Jahren folgten strukturelle Innovationen: neue Sequenzen, Kontrapunkte, traumhafte Kaleidoskope, zahlreiche Perspektiven, die zweite Person, der freie indirekte Stil und der innere Monolog. Die Zeitstruktur wurde durch Rückblenden und In medias res-Einstiege aufgebrochen.
Bedeutende Autoren und Werke:
- Jorge Luis Borges: Skeptisch, chaotisch, metaphorisch. Werke: Das Aleph, Fiktionen, Das Sandbuch, Die Bibliothek von Babel.
- Miguel Ángel Asturias: Der Herr Präsident (Tyrannen-Thematik), Legenden aus Guatemala.
- Alejo Carpentier: Erneuerung der Sprache und Barock-Stil. Werke: Die verlorenen Pfade, Zeit der Prüfung, Konzert im Barock.
- Juan Rulfo: Mexikanische Themen. Werke: Der brennende Flachland (Opfer der Revolution), Pedro Páramo (Juan Preciado in Comala).
- Ernesto Sabato: Der Tunnel (Pessimismus), Über Helden und Gräber.
- Julio Cortázar: Das Leben als Spiel. Werke: Ende des Spiels, Rayuela (Collage-Struktur, Befragung der Zivilisation).
- Gabriel García Márquez: La Hojarasca (Der Laubsturm), Der Oberst hat niemandem, der ihm schreibt, Hundert Jahre Einsamkeit (Macondo, Familie Buendía), Chronik eines angekündigten Todes, Die Liebe in den Zeiten der Cholera.
- Mario Vargas Llosa: Die Stadt und die Hunde, Das grüne Haus, Gespräch in der Kathedrale, Pantaleón und die Aufpasserinnen, Tante Julia und der Kunstschreiber.
Weitere wichtige Stimmen:
- Adolfo Bioy Casares: Morels Erfindung.
- Manuel Puig: Verrat der Rita Hayworth.
- Jorge Edwards: Persona non grata.
- Isabel Allende: Das Geisterhaus.
- Carlos Fuentes: Der Tod des Artemio Cruz.
- Laura Esquivel: Bittersüße Schokolade (Like Water for Chocolate).
- Juan Carlos Onetti: Der Leichensammler (Juntacadáveres).
- Mario Benedetti: Danke für das Feuer.