Spanisches Theater der Moderne: Valle-Inclán, Lorca, Benavente

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Spanisches Theater der Moderne

Theater: In den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts erlebte die Theaterlandschaft mehrere Versuche, das Theater zu erneuern. Die Dramatiker hatten zwei Möglichkeiten: dem Publikum einen Vorgeschmack in öffentlichen Theatern zu geben — bürgerlich und ohne Kritik — was oft erfolgreich war, oder ein Theater zu schaffen, das überraschend, provokativ, kritisch und innovativ war, antibürgerlich und bewusst provokant. Dieses innovative Theater erreichte mehrere triumphale Höhepunkte.

Die Hauptströmungen und Vertreter

Man kann drei große Strömungen unterscheiden: Erstens das Theater mit Anklängen an das 19. Jahrhundert und die Anhänger des Realismus, die die Erwartungen des Publikums erfüllten. Hervorzuheben ist hier Jacinto Benavente, der besondere Interessen und Themen betonte. Zweitens das poetische Versdrama mit historischen Themen, wobei Namen wie Machado (Antonio Machado) zu nennen sind. Drittens der malerische Charakter des komischen Dramas, in dem Autoren wie Carlos Álvarez Quintero und Carlos Arniches hervorstechen.

Moderne und innovative Künstler

Zur Rolle im erfolgreichen, innovativen Theater trugen Künstler wie Unamuno und Azorín bei. Zwei Autoren jedoch erreichen dabei eine unbestreitbare Qualität: Valle-Inclán und Federico García Lorca.

Valle-Inclán: Groteske, Mythisches und Experiment

Valle-Inclán war Dichter, Bohème, Exzentriker und Einzelgänger. Er entwickelte eine elegante, moderne und kritische literarische Grundlage, die die Realität verzerrt darstellt. Seine Werke und seine Theaterstücke weisen heftige Verzerrungen und Grotesken auf. Einige seiner Romane und frühen Dramen gehören nicht strikt zum Modernismus, sondern verschieben sich in mythische Zyklen. So erscheint etwa die Figur Barbara als Gestalt, die eine Trilogie bildet und von Instinkten und Leidenschaften geleitet wird.

Diese Theaterproduktion bildet ein literarisches Genre, dessen Merkmale die Groteske, deformierte Figuren und eine konsequente Kritik an den Werten der zeitgenössischen spanischen Gesellschaft sind. Luces de Bohemia (1920), sein Meisterwerk, enthält eine Definition des absurden Genres. Typische Merkmale sind die Kontraste zwischen Tragischem und Komischem, die Verzerrung (Vogelscheuchen-Effekt) und der Reichtum der Sprache. Er setzte seine Arbeit u. a. in einer Trilogie fort (manchmal genannt "Mardi Gras" in manchen Quellen). Valle-Inclán gilt als eine der großen Figuren der spanischen Literatur dieser Zeit.

Federico García Lorca: Tragödie, Natur und Gesellschaft

Für das Theater gilt Federico García Lorca als einer der Gipfel des spanischen und weltweiten Theaters. Hinter seiner überwältigenden Persönlichkeit verbirgt sich ein tiefes Unbehagen. Das beherrschende Thema in seinen Stücken ist stets dasselbe: der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft, also der Zusammenstoß zwischen Norm und Natur. Die Wurzeln seiner Stücke liegen bei Klassikern wie Lope de Vega, in populären Formen, der griechischen Tragödie, bei Shakespeare und im avantgardistischen Theater.

Seine experimentelle Arbeit lässt sich in drei Phasen einteilen. In den frühen 1920er Jahren entstehen avantgardistische Partituren und Werke wie La zapatera prodigiosa (Die wundersame Frau des Schuhmachers) und Mariana Pineda. Später verarbeitet er ästhetische Erfahrungen und Lebenskrisen, die die Grundlagen seiner schöpferischen Arbeit legen. In seiner gesellschaftlich geprägten Trilogie bilden ländliche Themen und die Darstellung sozialer Konflikte einen Schwerpunkt.

Hervorzuheben sind die Stücke Bodas de sangre (Bluthochzeit), Yerma und La casa de Bernarda Alba (Das Haus der Bernarda Alba). Diese Werke präsentieren Gemeinsamkeiten wie die zentrale Rolle der weiblichen Hauptfigur, andalusische ländliche Umgebungen, sexuelle Themen und ein tragisches Ende.

Schlussbemerkung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das spanische Theater der Moderne durch Vielgestaltigkeit, die Suche nach neuen Ausdrucksformen und eine intensive Auseinandersetzung mit Gesellschaft, Mythos und Sprache geprägt war. Autoren wie Benavente, Valle-Inclán und Lorca stellten verschiedene Antworten auf die Herausforderung dar, Theater für ein verändertes Publikum zu schaffen — von bürgerlichem Realismus bis hin zu poetischer und grotesker Innovation.

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