Sportpsychologie: Motivation, Faktoren und Emotionen
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Gründe für den Sport nach Antonelli und Salvini
12. Die Gründe des Sports: Laut Antonelli und Salvini bestimmen verschiedene Faktoren das sportliche Verhalten. Die primären Faktoren hängen mit der Sportart selbst zusammen: dem Spiel und dem Agonismus.
Sportliche Verhaltensfaktoren und Agonismus
Das Spiel ist eng mit dem Sport verbunden. Guttmann betrachtet Sport als ein Spiel, das organisiert, wettbewerbsorientiert und auf körperliche Aktivität konzentriert ist. Wir müssen das Spiel als eine menschliche Tätigkeit betrachten, die nicht-produktiv (fern von utilitaristischen oder arbeitsbedingten Zwecken), fantastisch (in einer unwirklichen, erfundenen Welt angesiedelt) und angenehm (freiwillig und zur Unterhaltung gewählt) ist.
Der Geschmack am Spiel kann bis ins hohe Alter bestehen bleiben. Das Spiel ist ein notwendiger Bestandteil des Lebens, eine Klammer zur Ernsthaftigkeit des Alltags. Ein weiteres Motiv ist der Agonismus (der Kampf des Menschen gegen andere oder gegen die Natur). Der Wettbewerb im Sport ist im Vergleich zur Realität spielerisch und besitzt eine Aura von Kameradschaft und Loyalität. Ein realer Wettbewerb im strengen Sinne würde die Domäne oder Beseitigung des Gegners bedeuten. Sport hingegen ist rituell.
Sekundäre Gründe für den Sportbesuch
Diese konzentrieren sich nicht auf den Sport an sich, sondern auf Ausdrucksformen, die auch in anderen Bereichen zu finden sind. Viele junge Menschen treiben Sport aufgrund dieser sekundären Ursachen. Techniker müssen über diese Faktoren informiert sein:
Psychobiologische Faktoren
- Homöostase: Sport als koordinierter physiologischer Prozess zur Aufrechterhaltung eines stabilen inneren Milieus (Suche nach Entlastung und Gleichgewicht überschüssiger Energie durch Motorik).
- Autoplastische Faktoren: Zusammenhang mit Körperwachstum und Reifung des Nervensystems.
- Biotypologische Bewertungen: Kretschmer (athletischer, muskulöser Biotyp) und Sheldon (mesomorpher Somatotyp mit großem Entwicklungspotenzial und Muskelkraft).
Psychologische Faktoren
- Gefühle und Emotionen: Sport erleichtert das Erleben von Freude.
- Kommunikative Gründe: Kontakt zu Medien und sozialen Netzwerken.
- Nachahmung (Emulator): Nachahmung von Vorbildern und erstklassigen Athleten.
- Individualisierende Gründe: Übung lässt das Subjekt sich aktiv und unmittelbar fühlen.
- Kathartische Gründe: Katharsis als Prozess der Freisetzung angesammelter Spannungen sowie libidinöser und aggressiver Energien.
- Ästhetische Gründe: Wahrnehmung von Bewegungsschönheit und technischer Perfektion.
Soziokulturelle Faktoren
- Mitgliedschaft: Teil einer sozialen Gruppe sein, um Isolation zu vermeiden.
- Soziale Anerkennung: Sport als positiver Wert, der Bewunderung und Hochachtung verschafft.
- Wirtschaftlicher Faktor: Finanzieller Nutzen als Motiv für junge Profis.
- Soziale Mobilität: Sport ermöglicht sozialen Aufstieg durch wirtschaftlichen Erfolg.
Psychopathologische Faktoren
Diese liegen im Bereich der Pathologie:
- Kompensation von Minderwertigkeitsgefühlen oder realen Mängeln.
- Machtwunsch als Form der Opposition gegen andere.
- Narzissmus: Gelegenheit zur Selbstdarstellung und Körperkult.
- Demonstration von Männlichkeit: Suche nach muskulärer Entwicklung zur Bestätigung der Männlichkeit.
Beginn, Aufrechterhaltung und Abbruch der Praxis
13. Gründe des Sports: Beginn, Aufrechterhaltung und Aufgabe:
Beginn (Home)
- Wissen über Bewegung und Gesundheit.
- Athletische Körperverfassung und Biotyp.
- Nachweis von Autarkie.
- Sozioökonomischer Status und Bildungsniveau.
- Einfluss des Sportverhaltens der Eltern.
- Wunsch nach Fitness (bei Frauen oft stärker ausgeprägt).
Aufrechterhaltung (Pflege)
- Unterstützung durch die Familie.
- Genuss an der Übung und Freude an der Bewegung.
- Zusammenhalt der Gruppe.
- Mäßige Intensität der Programme begünstigt die Beständigkeit.
Aufgabe (Abbruch)
- Zu ehrgeizige oder fehlerhafte Erwartungen in kurzer Zeit.
- Negative emotionale Zustände wie Angst oder Depression.
- Rauchen als unvereinbarer Faktor.
Motivation in Bezug auf Alter und Geschlecht
14. Sportmotivation nach Alter und Geschlecht: Jugend ist ein wichtiger Faktor für den Einstieg, doch dies ändert sich, da Sport zunehmend die alternde Bevölkerung einschließt. Männer suchen im Sport oft Spaß und soziale Kontakte, während Frauen häufiger aus gesundheitlichen Gründen oder zur Figurpflege trainieren. Der Abbruch mangels Zeit ist bei Frauen statistisch häufiger.
Emotionen und das Gefühlsleben im Sport
15. Emotionen und Gefühlsleben: Affektive Gefühle sind Erfahrungen, die Menschen in Bezug auf Lebenssituationen als angenehm oder unangenehm wahrnehmen. Gedanken liefern Daten und Wissen, während Gefühle emotionale Zustände oder Störungen widerspiegeln. Gedanken sind rational und objektiv, Gefühle sind subjektiv und irrational.
Max Scheler unterteilt Gefühle in verschiedene Ebenen:
- Sinnliche Gefühle: Körperlich lokalisiert (angenehm/unangenehm).
- Lebensgefühle: Diffuse Zustände des ganzen Körpers (Komfort/Unwohlsein).
- Psychische Gefühle: In der Mentalität verankert (Freude/Trauer).
- Spirituelle Gefühle: Tiefste Erlebnisse wie Glück oder Liebe.
Manifestationsformen:
- Affekte: Akute, intensive Gefühle mit körperlichen Reaktionen (Erröten, Blässe), die durch Polygraphie messbar sind.
- Stimmungen: Dauerhafte, stabile emotionale Zustände.
- Leidenschaften: Intensive Gefühle, die das Denken und Verhalten beherrschen und oft im Sport (bei Aktiven und Publikum) zu finden sind.