Sprache, Kommunikation und Stil: Analyse der Sprachfunktionen und Beschreibungstechniken

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Die verbale Sprache: Kulturelle Erfindung und menschliche Intelligenz

Die verbale Sprache ist eine kulturelle Erfindung des Menschen, die wesentlich für die Entwicklung der menschlichen Intelligenz ist. Ohne eine umfassende Entwicklung dieser Fähigkeit kann die volle Verwirklichung des Menschen nicht erreicht werden.

Linguistische Nutzungsstufen

Stufe: Kultursprache

Diese Stufe ist gekennzeichnet durch die Verwendung eines ausgearbeiteten und formalen Codes, der die geschriebene Sprache nutzt. Ihre Hauptmerkmale sind: vollständige und korrekte syntaktische Strukturen sowie präziser Wortschatz (Lexikon).

Stufe: Konversationsebene

Gekennzeichnet durch die Verwendung eines eingeschränkten Codes, d.h. des Lexikons und des Ausdrucks der Alltagssprache, die jeder Sprecher einer Gemeinschaft nutzt.

Stufe: Vulgäre Ebene

Diese Ebene zeigt die sprachliche Ausbildung des Sprechers, die zu Unregelmäßigkeiten führt, wie Umgangssprache oder Slang, welche phonetischer, morphologischer, syntaktischer, lexikalischer oder semantischer Natur sein können.

Funktionen der Sprache

Jede Sprache hat immer einen Zweck oder eine Funktion in der kommunikativen Handlung. Es gibt drei grundlegende Funktionen:

Denotative oder repräsentative Funktion

Hier dominiert die Absicht, sachlich über eine Angelegenheit zu informieren, wobei jegliche Beurteilung des Senders vermieden wird.

Expressive oder emotive Funktion

Diese Funktion überwiegt in Nachrichten, die die Subjektivität des Senders offenbaren sollen.

Appellative oder konative Funktion

Diese Funktion herrscht in Nachrichten vor, deren primäres Ziel es ist, das Verhalten des Empfängers zu beeinflussen und eine Antwort zu provozieren.

Sprache und Rede: System und konkrete Realisierung

Die Sprache ist ein abstraktes System sozialer und sprachlicher Zeichen. Sie wird erst konkret, wenn der Sprecher sie verwendet. Die Rede ist die konkrete Ausgestaltung der Sprache, in der sich kulturelle, geografische und andere Unterschiede zeigen.

Ebenen der syntaktischen Analyse

Phonologische Ebene

Studium der Phoneme einer Sprache, ihrer Klänge und Kombinationen.

Normosyntaktische oder grammatische Ebene

Bezieht sich auf die grammatischen Kategorien der Wörter und die Beziehungen zwischen Satzteilen (Syntagmen) und Sätzen.

Lexikalische Semantikebene

Der Wortschatz, der zu einer Sprache gehört, befasst sich mit der Wortbildung, den Beziehungen zwischen Wörtern und den Bedeutungen, die sie in jeder kommunikativen Situation annehmen.

Die Beschreibung

Beschreiben und kommentieren bedeutet, signifikante Eigenschaften einer Person, eines Gegenstandes, Phänomens, Prozesses, einer Landschaft, Umgebung oder Situation hervorzuheben. Der Beschreibungsprozess ist gut strukturiert und umfasst folgende Schritte:

  • Beobachtung der zu beschreibenden Realität.
  • Auswahl und Organisation relevanter und sinnvoller Daten in einem strukturierten Rahmen.
  • Mündlicher oder schriftlicher Ausdruck, präzise, klar und angemessen zu den beobachteten Elementen.

Objektive Beschreibung

Hierbei sind die sprachlichen Mittel so gewählt, dass die Perspektive des Senders ganz oder teilweise verschleiert wird; das Gewicht der Mitteilung liegt vorrangig auf dem Objekt.

Subjektive Beschreibung

Diese ist typisch für die Alltagssprache und die Sprache der literarischen Stellungnahme.

Stilformen der Wiedergabe

Direkter Stil

Reproduziert die genauen Worte, die jemand zu einem bestimmten Zeitpunkt gesprochen hat. Dies geschieht in der Regel mit Anführungszeichen.

Indirekter Stil

Die Worte der Charaktere werden durch die Stimme des Erzählers wiedergegeben.

Freier indirekter Stil (Style Libre)

Dieser Stil erzeugt Unmittelbarkeit, aber die direkten Äußerungen der Figuren werden in den Erzählfluss integriert, wobei die üblichen Kennzeichnungen (wie Anführungszeichen oder Verben des Sagens) weggelassen werden.

Innerer Monolog

Der Erzähler streut die Gedanken des Charakters in seine eigene Rede ein. Dies führt zu einer größeren Verbindung zwischen den narrativen Elementen und den Gedanken des Charakters, als ob der Erzähler keine Trennung zwischen den beiden Ebenen zuließe, sodass Erzähler und Charakter im Diskurs zu verschmelzen scheinen.

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