Spracherwerb: Focus on Meaning, Form und TBLT erklärt

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Focus on Meaning: Fokus auf Bedeutung

Der in Punkt 2 beginnende Fokus auf Bedeutung konzentriert sich nicht primär auf die Sprache an sich, sondern auf den Lernenden und die Lernprozesse. Unterricht mit einem Fokus auf Bedeutung ist rein kommunikativ gestaltet. Es ist der Lernende – nicht der Lehrer oder Lehrbuchautor –, der die Zweitsprache (L2) analysieren muss. Dies schließt Grammatikregeln ein, die allein durch die Exposition gegenüber dem Input erfasst werden sollen.

Es gibt drei zentrale Probleme:

  • Eine Reihe von Studien deutet darauf hin, dass ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene regelmäßig kein muttersprachliches Niveau in einer L2 erreichen, da sie den Zugang zu den angeborenen Fähigkeiten zum Spracherwerb aus der frühen Kindheit verloren haben.
  • Obwohl in „Focus on Meaning“-Klassenzimmern erhebliche Fortschritte erzielt werden, bleiben die produktiven Fähigkeiten der Lernenden oft weit hinter einem muttersprachlichen Standard zurück, besonders im Hinblick auf die grammatische Kompetenz.
  • Eine reine Fokussierung auf Bedeutung ist ineffizient. Studien belegen Geschwindigkeitsvorteile für Lernende, die Unterricht mit gezielter Aufmerksamkeit auf formale Merkmale (Code-Features) erhalten.

Focus on Form: Fokus auf die Form

Focus on Form bezieht sich darauf, wie Aufmerksamkeitsressourcen zugewiesen werden. Es umfasst die kurzzeitige Lenkung der Aufmerksamkeit der Lernenden auf sprachliche Elemente innerhalb eines kommunikativen Kontextes. Dieser Ansatz ist lernerzentriert: Er respektiert den internen Lehrplan des Lernenden. Die Steuerung liegt beim Lernenden: Es tritt auf, wenn er oder sie ein Kommunikationsproblem hat und bereit ist, die Bedeutung oder Funktion der neuen Form zumindest teilweise zu verstehen.

Task-based Language Teaching (TBLT)

Schritte bei der Gestaltung und Umsetzung eines TBLT-Programms:

  • Aufgabenbasierte Bedarfsanalyse zur Identifizierung von Zielaufgaben: Dies sind reale Tätigkeiten des Alltags, wie der Kauf einer Busfahrkarte, das Fragen nach dem Weg, die Teilnahme an einem Vortrag, das Lesen einer Speisekarte oder das Verfassen eines Laborberichts.
  • Klassifizierung in Zielaufgabentypen: Zum Beispiel das Vornehmen oder Ändern einer Reservierung.
  • Ableitung pädagogischer Aufgabentypen: Diese werden an Faktoren wie das Alter und das Sprachniveau der Lernenden angepasst. Pädagogische Aufgaben sind die Materialien und Aktivitäten, mit denen Lehrer und Schüler tatsächlich im Unterricht arbeiten.
  • Sequenzierung zur Erstellung eines aufgabenbasierten Lehrplans: Die Forschung konzentriert sich hierbei auf Ziele sowie kriteriengeleitete Parameter der Aufgabenkomplexität und Schwierigkeit; hier wurden bereits Fortschritte erzielt.
  • Umsetzung mit geeigneter Methodik und Pädagogik: Für TBLT müssen methodische Prinzipien erarbeitet werden, die eine sinnvolle Unterscheidung zwischen potenziell universellen Ansätzen ermöglichen.

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