Staatsbürgerschaft, Geist und Körper: Philosophische Konzepte

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Das Ideal der Staatsbürgerschaft und Bürgerrechte

Die Unionsbürgerschaft bezieht sich nicht nur auf eine rechtliche Bedingung, sondern auf ein normatives Ideal, das die volle Teilhabe der Regierten an den politischen Prozessen beinhaltet. Militärische Diktatoren regierten Menschen als Untertanen (Subditos).

Historische Entwicklung der Staatsbürgerschaft

  • Antike (Aristoteles): Die Staatsbürgerschaft wurde hauptsächlich im Hinblick auf die Pflichten gesehen. Bürger waren verpflichtet, öffentliche Dienste zu leisten.
  • Moderne Welt: Die Staatsbürgerschaft ist eine Frage der Rechte. Bürger haben das Recht, am öffentlichen Leben teilzunehmen, jedoch auch das Recht, private Interessen vor politisches Engagement zu stellen.

In einer demokratischen Gesellschaft ist kein Mensch unterworfen, sondern ein Bürger. Die meisten Menschen leben heute in demokratischen Regimen.

Von Untertanen zu Bürgern

Erst mit der Französischen Revolution erlangte das Konzept des Bürgers seine heutige Bedeutung. Die Untertanen des Ancien Régime waren dem König unterworfen. Sie besaßen keine Rechtspersönlichkeit, das heißt, sie hatten kein Mitspracherecht in politischen Angelegenheiten. Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte berücksichtigte zum ersten Mal in der Geschichte alle Komponenten einer politischen Gesellschaft als gleichberechtigte Bürger.

Der Zustand der Bürgerschaft wird erreicht, wenn man die rechtliche und politische Gleichheit aller Menschen anerkennt, die eine Gesellschaft bilden. Die Entwicklung bürgerlicher Rechte beginnt im sozialen Nahbereich, in der Gemeinde oder Stadt, in der man lebt, und entwickelt sich schließlich zu einem Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Nationalstaat.

Multikulturalismus und Integration

Bürger leben heute in Gesellschaften, in denen Menschen verschiedener Herkunft, Sprachen, Kulturen und Religionen zusammenkommen. Dies darf die Integration aller in einem Staat nicht verhindern, der alle wesentlichen Rechte ohne jegliche Unterscheidung präsentiert und verteidigt.

Es ist wichtig, dass diejenigen, die aus einer anderen Kultur in ein Land kommen, nicht die Absicht haben, die charakteristischen Merkmale ihrer Heimatgemeinschaften der Öffentlichkeit des Gastlandes aufzuzwingen. Es ist wichtig, dass die Bürger des Gastlandes diese Besonderheiten respektieren, solange sie nicht im Widerspruch zu den Menschenrechten stehen.

Deshalb ist der Multikulturalismus in unserer heutigen Gesellschaft notwendig. Ein Multikulturalismus, der zwar keine Grenzen setzt, aber auch nicht zur Desintegration der Gesellschaft führen darf. Es muss das Ideal des Säkularismus des Staates bekräftigt werden, sodass der Bereich der Politik für alle zugänglich ist und das allgemeine Recht (Common Law) für alle gilt.

Der Begriff von Geist und Seele

Der Begriff der Seele (oder des Geistes) ist das, was uns Kontinuität und Identität als Person gibt. Er unterscheidet sich von unserem Körper, ist aber eng mit ihm verbunden.

Der Geist kann als eine substanzielle Realität verstanden werden, die über das Physische hinausgeht, oder als eine Reihe von Erscheinungen, bei denen aus materialistischer Sicht nichts Dauerhaftes bleibt.

Funktionen des Geistes

  • Intentionalität: Beinhaltet, dass unsere Erinnerungen, Vorstellungen und Wünsche auf etwas außerhalb unserer selbst gerichtet sind.
  • Intimität: Mentale Phänomene sind nur dem Subjekt zugänglich, das sie erlebt, und sind für andere unzugänglich. Es ist das, was unmittelbar selbst erfahren wird.
  • Bewusstsein (Sensibilisierung): Das Bewusstsein für psychische Phänomene ist die Kenntnis unserer eigenen Existenz.

Die Struktur der Psyche nach Freud

Der Geist kann als die Grenze für den Menschen verstanden werden, wenn nicht das Ich dominant ist, sondern der Geist unwillkürlich lenkt. Die Psychoanalyse, begründet von Sigmund Freud, ist eine psychologische Theorie, die eine neue Theorie des Seelenlebens vorschlägt. Für ihn sind unbewusste Phänomene die Grundlage mentaler Zustände. Unser gesamtes Seelenleben ist gemäß der Psychoanalyse wie folgt strukturiert:

  1. Das Es (Id): Der unbewusste Teil des Geistes, in dem sich die Instinkte und Triebe befinden (Impulse, die befriedigt werden sollen). Es ist der primitivste Teil der Psyche und zeigt seinen Inhalt nie bewusst, da dieser zu überwältigend für das Individuum wäre.
  2. Das Ich (Ego): Der bewusste Teil, der als Vermittler zwischen dem Es und der äußeren Realität fungiert. Es versucht, die Triebe durch Abwehrmechanismen zu befriedigen. Das Ich neigt dazu, Lust zu suchen und Schmerz zu vermeiden.
  3. Das Über-Ich (Superego): Die moralischen Normen, die in der Kindheit verinnerlicht werden. Es dient als moralisches Gewissen und Zensor.

Der Begriff des Körpers

Der Körper (lat. Corpus) ist das, was physisch ist und aus sinnlich wahrnehmbaren Materialien besteht.

Merkmale des Körpers

  • Materiell: Er besteht aus physikalischen Teilchen und ist somit teilbar.
  • Ausgedehnt (Extensiv): Er befindet sich in einem Raum und hat eine Ausdehnung.
  • Temporal: Er existiert im Laufe der Zeit.
  • Veränderbar und vergänglich: Er unterliegt dem Verfall und der Zerstörung.

Das Leib-Seele-Problem: Dualismus und Monismus

Es gibt zwei wichtige philosophische Positionen, die sich im Ansatz zum Leib-Seele-Problem unterscheiden:

1. Dualismus

Die Theorie, die Körper und Geist als zwei völlig verschiedene Realitäten betrachtet.

  • Platonischer Dualismus: Der Mensch besteht aus einer göttlichen und unsterblichen Seele und einem unvollkommenen, sterblichen Körper, der das Gefängnis der Seele darstellt. Die Seele wird unterteilt in die vernünftige Seele (Verstand), die reizbare Seele (Wille) und die begehrliche Seele (Wunsch).
  • Kartesischer Dualismus: Der Mensch besteht aus denkender Substanz (Geist) und ausgedehnter Substanz (Körper).

2. Monismus

Die Konzeption, in der Körper und Geist eine untrennbare, einzige Realität darstellen. Verschiedene Strömungen:

  • Materialistischer Monismus: Geist und Körper sind eine Einheit, die vollständig aus Atomen besteht.
  • Behaviorismus: Handlungen und Verhaltensweisen können erklärt werden, ohne psychische Ursachen heranzuziehen.
  • Identitätstheorie: Das Mentale wird auf das Physische reduziert oder mit ihm identifiziert.

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