Staatsorganisation und Religionspolitik der Katholischen Könige
Eingeordnet in Geschichte
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,75 KB
Organisation des Staates
Die Monarchie war autoritär. Dies stärkte bestehende Institutionen und schuf neue. Die wichtigsten Maßnahmen waren:
Wichtigste Maßnahmen
- Schaffung einer wirksamen Zentralregierung: Der königliche Rat, der als Rat von Kastilien bezeichnet wurde, erhielt beratenden Status. Außerdem wurden Räte für Aragón, für Indien (Indienrat), für Finanzen und für militärische Angelegenheiten eingerichtet. Diese Räte übernahmen einige Funktionen, die zuvor die Cortes ausgeübt hatten.
- Einsetzung von Vizekönigen: In den Gebieten der Krone von Aragón wurden Vizekönige eingesetzt. Diese königlichen Vertreter waren mächtige Beamte und lösten insbesondere in Katalonien weit verbreitete Proteste aus.
- Neuordnung der Justiz: Die Grundorganisation der Gerichtsbarkeit wurde eingeführt. In Kastilien entstanden zunächst zwei Audiencias (Hochgerichte) in Valladolid und Granada. In Aragón hatte dies wegen starker lokaler Privilegien und Behörden geringere Auswirkungen.
- Effizientere Steuerverwaltung: Die Organisation der Finanzen wurde verbessert: Steuern wurden systematischer eingezogen, auch beim Adel und Klerus, und andere Abgaben wie Umsatzsteuern wurden allgemeiner angewendet.
- Konsolidierung einer stehenden Armee: Dadurch wurden die Könige weniger abhängig vom Adel und konnten ihre Entscheidungen besser durchsetzen. Schlüsselmoment war der Krieg um Granada.
- Kontrolle der Kommunen: Die Ernennung von Richtern und Amtsträgern wurde zentralisiert. Es wurde auch die Santa Hermandad (Heilige Brüderschaft) geschaffen, die Banditen jagte und deren Anführer von der Krone überwacht wurden.
- Kontrolle des Adels: In einigen Regionen, etwa in Andalusien oder Galicien, wurde die Herrschaft des Adels teilweise mit Gewalt eingeschränkt; insgesamt gelang es jedoch weitgehend friedlich, seine politische Macht zu begrenzen, ohne seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung völlig zu beseitigen.
- Kontrolle der Kleriker: Die Katholischen Könige (Reyes Católicos, abgekürzt RC) beanspruchten das Vorschlagsrecht bei Bischofsernennungen. Ferdinand wurde zum Großmeister aller militärischen Orden ernannt. Die Krone stützte sich auf die Loyalität von Kardinal Cisneros, der Reformen in den mächtigen Ordensgemeinschaften durchführte.
- Suche nach religiöser Einheit: Die Idee war, dass eine religiös einheitliche Bevölkerung ein stärker geeintes Reich ergibt.
Die Inquisition und religiöse Maßnahmen
Der Prozess begann mit der Gründung der Inquisition. Diese hatte bereits im 13. Jahrhundert existiert; die Katholischen Könige (RC) erhielten im Jahr 1478 die Erlaubnis, sie in ihrem Herrschaftsbereich einzusetzen. Fray Tomás de Torquemada war der erste Großinquisitor. Ursprünglich sollte die Inquisition Bekehrungen fördern, doch sie diente bald dazu, jüdische und muslimische Riten sowie Ketzerei und Hexerei zu verfolgen; sie fungierte als Hüterin der katholischen Orthodoxie.
Die Angeklagten kannten die Identität ihrer Ankläger nicht. Folter wurde zeitweise eingesetzt, um Geständnisse zu erzwingen; Sanktionen reichten von Bußmaßnahmen über Auspeitschung und Gefängnis bis hin zu schweren Strafen, einschließlich der Todesstrafe. Die Inquisition trug zur sogenannten "Schwarzen Legende" Spaniens in Europa bei.
Im Jahr 1492 erließen die Katholischen Könige ein Dekret, das den Juden eine Frist von vier Monaten einräumte, sich taufen zu lassen oder die Königreiche zu verlassen. Etwa 100.000 bis 150.000 Juden gingen zumeist ins Exil nach Nordafrika.