Städtebau, Feudalismus und romanische Kunst im Mittelalter
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Das Wachstum der Städte
Die großen Städte lagen an Handelswegen oder Häfen. Ab dem elften Jahrhundert wuchsen viele Städte im Mittelmeerraum. Dies führte zum Bau neuer Viertel außerhalb der Mauern, die Vorstädte (Bourg) genannt wurden. Im Mittelalter mussten ständig neue Mauern errichtet werden. Die mittelalterlichen Stadtstraßen waren schmal und unregelmäßig. Die meisten Häuser waren aus Holz gebaut, was die Entstehung von Bränden begünstigte.
Märkte und Messen
Dorfbewohner aus der Umgebung verkauften ihre Produkte auf den Märkten der großen Städte. In kleineren Städten und Dörfern fanden diese täglich oder wöchentlich statt. In größeren Städten wurden zudem Messen abgehalten. Dies waren Zusammenkünfte von Kaufleuten aus verschiedenen Ländern, um Großhandel zu betreiben. Die Messen fanden jährlich statt.
Städte und Feudalismus
Manche Städte wurden zu reichen Republiken. Unabhängig von der Herrschaft der Könige oder des Hochadels entwickelten sie sich zu Stadtstaaten.
Die romanische Kunst
In den ersten Jahrhunderten des Frühmittelalters entwickelten sich in Europa Kunstformen, die als vorromanische Kunst bekannt sind. Um das Jahr 1000 entstand die romanische Kunst, die sich zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert entfaltete.
Vorromanische Kunst
Merkmale der vorromanischen Kunst:
- Bauweise mit Steingewölben.
- Die Steinwände waren massiv.
- Es wurden Hufeisenbögen verwendet, die charakteristisch für die westgotische Architektur sind.
- Zudem wurden Rundbögen genutzt, ein Merkmal der vorromanischen asturischen Architektur.
- An der Außenseite wurden die Mauern durch Strebepfeiler verstärkt.
Romanische Architektur
Die wichtigsten Bauwerke der Romanik waren Kirchen, Klöster und Kathedralen. Die Merkmale waren wie folgt:
- Der Grundriss der Kirche entsprach einem lateinischen Kreuz.
- Er bestand aus einem oder mehreren Schiffen.
- Es gab einen Querarm, das sogenannte Querschiff.
- Dort befanden sich die Vierung und die Apsis.
- Es gab einen oder mehrere Glockentürme.
- Über der Vierung befand sich oft ein Turm oder eine Kuppel.
- Der obere Teil des Portals bestand aus gestuften Bögen, den sogenannten Archivolten.
- Die Wände waren dick und hatten nur wenige Fenster.
- Die Außenwand wurde durch Strebepfeiler verstärkt.
- Im Inneren stützten Säulen und Rundbögen das Dach.
Romanische Bildhauerei
Merkmale:
- Sie findet sich an Wänden, Kapitellen und Archivolten von Kirchen, Kathedralen und Klöstern.
- Das Thema ist religiös und hat eine didaktische Funktion: Biblische Szenen werden den gläubigen Analphabeten vermittelt.
- Darstellungen von Christus und der Jungfrau Maria.
- Die Skulpturen waren frontal ausgerichtet, starr, ausdruckslos und symmetrisch.
- Es gab Disproportionen zwischen den verschiedenen Körperteilen.
- Die Künstler legten keinen Wert auf die naturgetreue Wiedergabe anatomischer Details.
Romanische Malerei
Merkmale:
- Sie stand in engem Zusammenhang mit der Architektur. Viele Werke waren Wandmalereien in Kirchen.
- Die meisten Bilder behandelten religiöse Themen und dienten der Lehre.
- Die religiösen Figuren wurden frontal, ausdruckslos, symmetrisch und nicht naturalistisch dargestellt.
- Es gab keine Perspektive; die Farben waren flächig und es wurden keine Landschaften dargestellt.
- Die Konturen der Figuren wurden mit dicken Linien gezeichnet, ohne Farbabstufungen.
Konflikte zwischen Bauern, Herren und Königen
Mittelalterliche Konflikte zwischen Bauern und ihren Grundherren waren an der Tagesordnung. Diese Konflikte entstanden meist aus der Forderung der Bauern, keine Grundsteuern an den Herrn zu zahlen. Viele Bauern zogen es vor, in die Stadt zu ziehen. Es wurden Regeln aufgestellt, um diese Flucht zu verhindern. Große Konflikte wurden auch von Königen geschürt, die durch Kriege ihre Territorien auf Kosten ihrer Feinde erweitern wollten. Zwischen 1095 und 1276 führten mehrere Staaten Kreuzzüge und Expeditionen durch, um Gebiete in Palästina zu erobern. Die Kreuzzüge wurden von den Päpsten gesegnet, und die Christen des 13. Jahrhunderts betrachteten sie als heiligen Krieg gegen den Islam.
Europa im 13. Jahrhundert
Europa blieb geteilt. Nach dem Untergang des Reiches Karls des Großen bildete sich im Zentrum Europas das Heilige Römische Reich aus unabhängigen Gebieten. Frankreich und England begannen, mächtige Königreiche zu werden.
Das urbane Phänomen
Im 11. Jahrhundert begann das Städtewachstum in Europa. Dieser Anstieg resultierte aus der Flucht vieler Bauern aus dem Feudalismus sowie dem erstarkenden Handel.
Glossar: Wichtige Begriffe
- Kreuzzüge: Feldzüge der Christen, um das Heilige Land von den Muslimen zurückzuerobern.
- Vorstadt (Bourg): Im Mittelalter ein Stadtviertel außerhalb der Stadtmauern.
- Messe: Zusammenkünfte von Händlern aus verschiedenen Ländern für den Großhandel. Jährliche Messen fanden meist in großen Städten statt.
- Querschiff: Ein Schiff, das das Hauptschiff einer Kirche kreuzt.
- Säule: Ein Stützelement, das das Dach der Kirche trägt.
- Pantokrator: Darstellung von Christus als Weltenherrscher.
- Vierung: Die Stelle, an der sich das Haupt- und das Querschiff kreuzen.
- Fresko: Eine Art der Wandmalerei auf frischem Putz.