Stadtentwicklung: Lateinamerika, Orient und Megastädte
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Die lateinamerikanische Stadt
Lateinamerika gilt als der am stärksten verstädterte Kontinent. Fast alle lateinamerikanischen Städte sind Kolonialstädte.
Die spanische Kolonialstadt
- Lage: Im kontinentalen Zentrum des Landes.
- Grundriss: Charakteristischer Schachbrettgrundriss.
- Zentrum: Die Plaza Mayor bildet das Zentrum, an dessen Rand sich Repräsentationsbauten befinden.
- Soziale Gliederung: Direkt anschließend liegen die Oberschichtshäuser, gefolgt von den Häusern der Händler und Handwerker. Am Rand befinden sich Lehmhütten der indigenen Bevölkerung (Indianer).
Stadtentwicklung heute
Die heutige Entwicklung ist geprägt durch die Kommerzialisierung des Stadtzentrums und die Verdrängung der Oberschicht an den Stadtrand. Auch die Mittelschicht wandert zunehmend ab. Die Industrie siedelt sich entlang von Eisenbahnlinien an, während Einkaufs- und Freizeitzentren am Stadtrand entstehen.
Ein massiver Zuzug von Zuwanderern (Landflucht) prägt das Bild. Teilweise findet eine Rückwanderung aus dem sozialen Wohnungsbau in informelle, periphere Marginalviertel statt, da die Mieten im sozialen Wohnungsbau zu hoch sind.
Merkmale der lateinamerikanischen Stadt
- Straßennetz nach dem Schachbrettmuster.
- Dynamische innerstädtische Wanderungsbewegungen.
- Abgeschottete Wohnbereiche der Oberschicht.
- Enormes Wachstum der Elendsviertel.
- Ansiedlung von Hochhäusern.
- Kaum erhaltene historische Bausubstanz.
Die orientalisch-islamische Stadt
Die traditionelle Altstadt (Medina)
- Kultureller Kern: Die Hauptmoschee.
- Wirtschaftszentrum: Der Basar (Suq) in der Nähe der großen Moschee.
- Wohnviertel: Geprägt durch strikte ethnische Segregation.
- Abschluss: Eine Stadtmauer bildet den ringförmigen Abschluss.
- Verkehr: Große Hauptverkehrslinien führen vom Kern zur Stadtmauer.
- Architektur: Traditionelle ein- bis zweigeschossige Häuser, die um einen Innenhof gebaut sind.
Die moderne orientalische Stadt
Die moderne Stadt ist an die Altstadt angeschlossen und besitzt einen neuwirtschaftlichen Kern. Die Mittel- und Oberschicht siedelt am Stadtrand, während die Unterschicht mauernah wohnt. Es herrscht eine starke sozialräumliche Differenzierung. Die Industrie befindet sich am Stadtrand entlang der Hauptverkehrsstraßen.
Probleme von Megastädten
Informelle Marginalsiedlungen
Diese illegalen Siedlungen am Stadtrand finden sich primär in Entwicklungsländern. Merkmale sind:
- Kauf von Kleinparzellen ohne Grundbucheintrag.
- Bauten ohne amtliche Genehmigung unter Missachtung von Bauvorschriften.
- Lage an ungünstigen Stellen (z. B. an Hängen).
- Keine infrastrukturelle Erschließung.
- Vorherrschaft informeller Beschäftigung.
Innerstädtische Slums
Slums sind auch in Industrieländern zu finden. Sie zeichnen sich aus durch:
- Baulich heruntergekommene ehemalige Mittelschichtswohnungen.
- Infrastrukturelle Degradierung bei hoher Wohndichte.
- Hohes Maß an sozialem Verfall und hohe Arbeitslosigkeit.
- Probleme mit der Wasserversorgung.
- Steigende Luftverschmutzung und sehr hohe Verkehrsdichte.
Lösungsansätze für Megastädte
- Zerstörung der Marginalsiedlungen durch das Militär oder Zwangsumsiedlungen.
- Rechtliche Legalisierung und Verbesserung der Infrastruktur.
- Hilfe beim Bau und Errichtung kultureller Einrichtungen.
- Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.
- Einführung von Maut-Gebühren in Innenstädten und Umweltplaketten für Fahrzeuge.
Globalisierung
Produktion und Handel vernetzen sich zunehmend über den gesamten Erdball.
Formen der Globalisierung
- Ökonomische Globalisierung: Entgrenzung und weltweite Integration der Märkte.
- Gesellschaftliche Globalisierung: Weltweite Vereinheitlichung der sozialen Beziehungen und der sozialen Ordnung.
- Kulturelle Globalisierung: Weltweite Dominanz westlicher Firmen und der damit transportierten Normen.
- Politische Globalisierung: Wachsende Rolle supranationaler Organisationen und NGOs.
- Ökologische Globalisierung: Globale Verflechtung von Umwelteinwirkungen (z. B. Klimawandel).