Stadtplanung: Römische Zivilisation und islamische Städte

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Die Städte der römischen Zivilisation

Die Städte der römischen Zivilisation sowie der etruskischen Kultur basierten auf spezifischen Lebensweisen. Die Bewohner gründeten ihre Städte nach bestimmten religiösen Gewohnheiten, was sich in einem orthogonal strukturierten Grundriss widerspiegelte. Dieser war um zwei Hauptstraßen herum angelegt und am Lauf der Sonne ausgerichtet.

Die hellenistischen Kulturen brachten ihre gesamte technische Eleganz ein: Es gab Kanalisation, fließendes Wasser, Bäder, Pflasterungen (Pavimentos) und Märkte. Viele neue Städte entstanden aus militärischen Lagern, die zu festen Einrichtungen wurden; aus einer rein militärischen Bevölkerung entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Stadt. Beispiele hierfür sind:

  • Turin
  • Wien
  • León
  • Köln
  • Straßburg

Andere Städte wurden seit ihrer Gründung zur Unterstützung der politischen, wirtschaftlichen und administrativen Kolonisierung genutzt, wie etwa London, Barcelona, Paris und zuletzt Timgad. Letztere ist das beste Beispiel, das bis heute überlebt hat. Diese Gemeinden wurden angewiesen, einen rechteckigen Umfang zu bilden, der in der Regel von einem Zaun oder einer Mauer umgeben war.

Struktur und Achsen der römischen Stadt

Die innere Zone wurde von zwei großen, von Säulengängen gesäumten Hauptstraßen durchschnitten. Diese Straßen sind bekannt als:

  • Cardo: Die Nord-Süd-Achse.
  • Decumanus: Die Ost-West-Achse.

Am Schnittpunkt dieser Straßen befanden sich üblicherweise das Forum sowie Tempel, die Kurie und die Basilika. Der Rest der Stadtblöcke (Insulae) folgte einem vollkommen regelmäßigen hippodamischen Muster. Das Forum fungierte als einzigartiger Ort für bürgerliche, politische, wirtschaftliche und religiöse Funktionen des römischen Volkes.

Römische Ingenieurskunst und Ästhetik

Die künstlerische Ausgestaltung der Römer, die sich eher als Ingenieure denn als Architekten verstanden, nutzte die Mittel der Kunst nicht primär für das ästhetische Gefühl, sondern um durch Majestät und Kraft zu beeindrucken. Ein Höhepunkt war die Stadt Rom, die im 2. Jahrhundert n. Chr. etwa 1,5 Millionen Einwohner zählte.

Die islamische Stadt

Im zweiten Viertel des 7. Jahrhunderts verbreitete Mohammed, der letzte der Propheten, die Leitlinien einer neuen Religion. Diese expandierte von Arabien nach Indien, Nordafrika und über fast die gesamte Iberische Halbinsel. Die neue Religion basierte auf dem Koran, ihrem heiligen Buch, und etablierte sehr konkrete Verhaltensmuster.

Bei der Gründung neuer Städte gingen sie sehr ähnlich vor. Städte wie Bagdad, Samarkand, Kairo, Fez und Marrakesch haben ein sehr ähnliches Erscheinungsbild. Auf den ersten Blick wirken sie gleichförmig oder eintönig, was im Vergleich zu den Städten der klassischen Welt oft als Rückschritt wahrgenommen wird.

Merkmale der muslimischen Stadtplanung

Die muslimische Stadt konzentriert sich nicht auf öffentliche Versammlungsorte wie Zirkusse oder Theater. Der einzige öffentliche Raum war oft die Medina, die sich am Eingang der Stadt befand. Hier lagen die Bereiche des Handels, in denen die Souks (Märkte) angesiedelt waren.

Von der Medina aus entwickelte sich ein Netz von Straßen mit einem heterogenen Verlauf. Die Muslime legten keinen Wert auf prunkvolle Fassaden; der Luxus konzentrierte sich auf das Innere und die Türen, da man den Wohlstand nicht nach außen zur Schau stellen wollte. In der Medina befanden sich zudem die Moschee, die Koranschule und die Alcaicería. Die Straßen der Medina waren fest in das Stadtgefüge integriert und reichten bis in die Vorstädte.

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