Standortwahl und Unternehmensgröße: Strategische Faktoren
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Standortwahl und Unternehmensgröße im Überblick
Der Standort der Firma ist definiert als die vom Arbeitgeber gewählte Stelle (Fernández Pirlo, 1981). Dies ist eine langfristige Entscheidung, die das Unternehmen über einen beträchtlichen Zeitraum seines Bestehens bindet. Darüber hinaus ist es eine wichtige Entscheidung, weil:
- Der Erfolg oder Misserfolg der wirtschaftlichen Aktivität weitgehend vom Erfolg oder Versagen bei der Wahl des Ortes abhängen kann.
- Gestützt auf den Beschluss über den Standort kann der Arbeitgeber diesen nicht ändern, ohne dass erhebliche Kosten entstehen, die für die Gesellschaft sogar existenzbedrohend sein können.
Einflussfaktoren des Standorts
Der Standort des Unternehmens bedingt:
- Den Zugang zu kommerziellen Vertriebswegen, Märkten oder potenziellen Kunden.
- Die Auswahl von Lieferanten.
- Die Größe des Unternehmens, die aufgrund des geografischen Einflusses erreicht werden kann.
Ziele der Standortwahl
Die Auswahl des optimalen Platzes für verschiedene Unternehmenszentren und Aktivitäten ist eine komplexe Entscheidung, die nicht ohne Risiko ist. Die wesentlichen Ziele sind:
- Reduzierung der Kosten für Beschaffung, Produktion, Marketing und Finanzierung.
- Optimierung des Marktzugangs für Anbieter und potenzielle Kunden.
- Steigerung der Verwaltungseffizienz, einschließlich des Nutzungsgrades der Räumlichkeiten, wodurch das potenzielle Einkommen erhöht wird.
Die Standorttheorie
Die Standorttheorie untersucht die Auswirkungen des Raums auf die Organisation der wirtschaftlichen Aktivität in zwei Richtungen:
- Warenkosten, die durch den Verschiebungsfaktor entstehen.
- Auswirkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit auf angrenzende Bereiche (Nachbarschaftseffekte oder Agglomerationsvorteile).
Dazu gehören:
- Skaleneffekte (Economies of Scale): Vorteile, die das Unternehmen durch die Zunahme der Größe erhält.
- Lokalisationsvorteile (extern oder intern): Gewinne in einem bestimmten Sektor oder einer Branche.
- Urbanisierungsvorteile: Vorteile durch den allgemeinen Fortschritt einer Region, die die notwendige Infrastruktur für die Entwicklung bietet.
2.3. Determinanten der Standortwahl
Die relevantesten Determinanten des Standorts sind:
- Der Absatzmarkt: Umfeld, in dem der Verkauf der Produkte erfolgt. Ein Unternehmen in physischer Nähe kann seine Kunden schneller und effizienter bedienen.
- Der Beschaffungsmarkt: Lage der für den Produktionsprozess notwendigen Faktoren. Die Transportkosten können mit der Entfernung steigen oder den Transport sogar unmöglich machen (z. B. bei verderblichen Waren).
- Transport: Beinhaltet Fixkosten für Be- und Entladen sowie variable Kosten basierend auf der gewählten Strecke.
- Das Land: Betrifft vor allem Preis und Qualität sowie Raumplanung, Landnutzungsvorschriften (städtische Klassifikation), Energieinfrastruktur, Straßen und das Kommunikationsumfeld.
- Finanzkapital: Die Möglichkeit, Finanzmittel in einer bestimmten Region oder Ortschaft zu beantragen (z. B. zur Revitalisierung eines Gebiets).
- Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen: Steuer- und Sozialgesetze, Einstellungspraktiken, Preisliberalisierung, Abgabenbelastung, das soziale Umfeld und die Anwesenheit qualifizierter Arbeitskräfte.
Konzept der betrieblichen Größe
Das Konzept der betrieblichen Größe ist relativ. Die Produktionskapazität wird durch mehrere Faktoren bestimmt, primär jedoch durch die Technologie.
Kriterien zur Bestimmung der Unternehmensgröße
- Technisch: Verfügbare Produktionsanlagen, erzielte Produktionsmenge, generierter Mehrwert, Volumen der verbrauchten Produktionsfaktoren, Zahl der Beschäftigten.
- Finanziell: Verfügbares Kapital, potenzielle Verbindlichkeiten (Darlehen, Kredite), Aktien oder aktienähnliche Mittel, Cashflow sowie Bruttogewinn vor Steuern.
- Marktbezogen: Umsatz und Marktanteil.
- Organisatorisch: Der Grad der Komplexität der Geschäftstätigkeit.
Einflussfaktoren auf die Größe
Technische Faktoren:
- Arbeitsteilung und Spezialisierung der Arbeitskräfte.
- Prozessintegration durch Nutzung eines einzigen produktiven Teams anstelle von mehreren.
- Prozessabstimmung zur Koordination der Produktionsfaktoren für maximale Leistung.
Finanzielle Faktoren:
- Einfacher Zugang zu externen Finanzierungsquellen.
- Ressourcenakquise und Wachstum.
Marktfaktoren:
Der Hauptfaktor ist die Marktgröße bzw. die Nachfragedimension sowie das Wachstumspotenzial.