Steinbearbeitung und Sandsteinarten im Überblick

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Escafilado: Natürliche Oberflächenbearbeitung

Beim Escafilado handelt es sich um das direkte Abspalten von Steinmetzstücken mittels Meißel und Hammer. Dabei entsteht eine natürlich wirkende Oberfläche, bei der im Vergleich zu anderen Verfahren weniger Material verschwendet wird. Diese Technik wird vor allem für vertikale Elemente und in der Dekoration (Fassaden- und Innenraumgestaltung) verwendet.

Abujardado: Stocken von Naturstein

Beim Abujardado (Stocken) lässt man den Stockhammer (Bujarda) über den Stein gleiten, um dekorative Effekte auf Granit oder Kalkstein zu erzielen. Es erzeugt eine erodierte Optik und kann als Übergangsregelung direkt vor Ort durchgeführt werden.

Geflammte Oberflächen (Flamed)

Bei diesem Verfahren wird der Stein wiederholt einer Flamme mit Temperaturen von ca. 2800 °C ausgesetzt.

Ziele der Flammierung:

  • 1. Regularisierung: Die Oberfläche wird durch thermischen Schock geglättet, wobei Splitter direkt abspringen. Es entsteht ein Finish mit einer gewissen Rauheit und teilweiser Verglasung.
  • 2. Fusionsprozess: Es wird ein Schmelzprozess an der Oberfläche provoziert. Durch schnelles Abkühlen entsteht eine glänzende Kruste nach dem Prinzip der Verglasung. Dies macht den Stein porenfrei und schützt ihn vor chemischen Einflüssen.

Geschliffene Oberflächen

Diese Phase folgt auf das Grobschleifen. Durch den Einsatz von Schleifwerkzeugen (Schleifpapier) mit feiner Körnung wird eine sehr glatte Oberfläche erreicht. Auch ohne eine vollständige Politur wird so die maximale Laufruhe des Steins erzielt.

Sandstein: Arten und Eigenschaften

Sandstein ist ein Gestein mit hoher Verdichtung, das aus scharfkantigen Körnern von Quarzsand (SiO2) besteht, die durch verschiedene mineralische Bindemittel (Zement) verbunden sind.

1. Toniger Sandstein

Dieser Sandstein ist durch Ton zementiert und verdichtet. Er gilt als technisch weniger hochwertig, da er im Bergbau sehr weich ist (das Steinbruchwasser macht den Ton weich). Während der Gestaltung ist er gut bearbeitbar und wird erst hart, wenn er Wasser verliert, wodurch er beständiger wird. Er ist leicht erodierbar und sehr abrasiv, was Schneidwerkzeuge beschädigen kann. Charakteristisch ist die Farbe feuchter Erde sowie warme Töne wie Rot oder Gelb, die stets der Farbe des Bindemittels entsprechen.

2. Kalkhaltiger Sandstein

Hier ist das Bindemittel Kalkstein, was das Gestein wesentlich kompakter, weniger brüchig und zäher macht. Die Farbe ist meist grau. Der Abbau und die Verwitterung ähneln typischem Kalkstein, wobei der Fels brüchig werden kann.

3. Quarziger Sandstein

Dieser besteht aus Quarzsand (SiO2) und Kieselsäure (Quarz) und ist extrem stark verdichtet und steinhart. Er ist sehr abrasiv und führt zu hohem Verschleiß an Schneidwerkzeugen, ist jedoch chemisch äußerst stabil und weist eine hohe mechanische Festigkeit auf. Dies schränkt seine Verwendung ein. Aufgrund seiner hellen Farben wurde er traditionell häufig als Baustein oder für Mahlanlagen eingesetzt.

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