Die Steinzeit: Von Jägern & Sammlern zu Bauern & Siedlern

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Das Paläolithikum: Die Altsteinzeit im Überblick

Chronologie

Das Paläolithikum, auch Altsteinzeit genannt, erstreckte sich über einen Zeitraum von etwa 2,4 Millionen bis 10.000 v. Chr.

Periodisierung

  • Altpaläolithikum (Unterpaläolithikum): ca. 2,4 Millionen – 200.000 v. Chr.
  • Mittelpaläolithikum: ca. 200.000 – 35.000 v. Chr.
  • Jungpaläolithikum: ca. 35.000 – 10.000 v. Chr.

Klima

Das Klima war wechselhaft und oft unwirtlich. Es wechselten sich lange Eiszeiten mit kürzeren Warmzeiten ab.

Wirtschaft: Jäger und Sammler

Die Wirtschaft basierte ausschließlich auf Jagen und Sammeln. Die Menschen waren nicht in der Lage, ihre Nahrung selbst zu produzieren, sondern lebten von dem, was die Natur ihnen bot. Ihre Ernährung umfasste:

  • Jagd auf Wildtiere
  • Fischfang
  • Sammeln von Früchten, Samen, Insekten und Vogeleiern

Lebensweise: Nomaden und ihre Siedlungen

Die Menschen führten ein Nomadenleben. Sie zogen in kleinen Gruppen umher, auf der Suche nach Nahrung oder folgten den Tierherden.

  • Im Winter suchten sie Schutz in Höhlen.
  • Im Sommer bauten sie einfache Hütten, oft in der Nähe von Wasserläufen.

Tätigkeiten und Werkzeuge

Zu den Haupttätigkeiten gehörten:

  • Jagd und Zerlegung der Beute
  • Vorbereitung von Fellen zur Kleidung und für Behausungen
  • Herstellung von Waffen und Werkzeugen aus Stein, Knochen und Horn
  • Sammeln von Pflanzen (unspezialisiert)

Gesellschaftliche Organisation

Die Menschen lebten in kleinen Gruppen von etwa 20 bis 30 Personen. Diese Stämme arbeiteten bei Aufgaben wie der Jagd oder der kollektiven Verteidigung zusammen.

Innerhalb der Gruppen gab es möglicherweise Personen, die aufgrund ihrer Fähigkeiten (z. B. als mächtige Krieger oder Heiler) eine stärkere oder einflussreichere Position innehatten.

Religion und Rituale

Die Religion umfasste den Gottesdienst der Naturkräfte (Regen, Donner, Blitz). Es gab magisch-religiöse Rituale zur Förderung der Jagd und der Fruchtbarkeit.

Ein wichtiger Aspekt war auch der TotenKult.

Höhlenmalereien

Diese beeindruckenden Kunstwerke finden sich an Decken und Wänden von Höhlen, insbesondere in:

  • Kantabrische Zone der Iberischen Halbinsel: Höhlen von Altamira und Tito Bustillo
  • Südfrankreich: Lascaux

Verwendete Farben:

  • Rot (aus Eisenoxid oder Asche)
  • Schwarz (aus Kohlenstoff)
  • Ocker (aus Erdfarben)

Merkmale der Darstellungen:

  • Meist einzelne, gejagte Tiere
  • Große Darstellungen
  • Oft statisch, ohne Bewegung
  • Hoher Realismus
  • Handabdrücke und abstrakte Zeichen

Tragbare Kunst (Kleinkunst)

Hierbei handelt es sich um tragbare Objekte, wie zum Beispiel:

  • Weibliche Statuetten (Venusfiguren): Diese sollten die Fruchtbarkeit der Frauen fördern.
  • Andere Objekte aus Knochen und Elfenbein: Dazu gehören Schlagstöcke mit Tierköpfen, Schmuck und Amulette.

Das Neolithikum: Die Neolithische Revolution und ihre Folgen

Chronologie und Ursprung

Das Neolithikum, auch Jungsteinzeit genannt, erstreckte sich über einen Zeitraum von etwa 10.000 bis 4.000 v. Chr.

Die neolithische Revolution begann im Fruchtbaren Halbmond (Naher Osten), insbesondere in den Regionen um die Flüsse Tigris und Euphrat. Von dort breitete sie sich nach Ägypten, Europa, Indien und China aus.

Klima und Umweltveränderungen

Das Klima änderte sich nach der letzten Eiszeit. Es wurde heißer und feuchter in Europa, Asien und Nordamerika, während es im Nahen Osten trockener wurde.

Folgen der Klimaveränderung:

  • Einige Tier- und Pflanzenarten verschwanden.
  • Andere Arten wanderten in neue Gebiete ab.
  • Die Menschen mussten sich anpassen und neue Nahrungsquellen erschließen.

Wirtschaft: Die Neolithische Revolution

Die entscheidende Veränderung war die Entdeckung der Landwirtschaft und der Tierhaltung. Die Menschen begannen, Pflanzen anzubauen und Tiere zu züchten, anstatt sich ausschließlich auf die Natur zu verlassen. Sie begannen, ihre Umwelt aktiv zu gestalten und zu transformieren.

Folgen der Neolithischen Revolution:

  • Sesshaftigkeit: Die Menschen ließen sich nieder und gründeten feste Siedlungen.
  • Entstehung von Dörfern und Städten: Aus kleinen Siedlungen entwickelten sich größere Dörfer und schließlich städtische Strukturen.
  • Bevölkerungswachstum: Die verbesserte und sicherere Lebensmittelversorgung führte zu einem Anstieg der Bevölkerung.
  • Vorratslagerung: Feldfrüchte und Viehbestände konnten für Zeiten der Knappheit gelagert werden.

Arbeitsspezialisierung

Die Arbeit spezialisierte sich mit der neuen Lebensweise. Es entstanden neue Handwerke und Tätigkeiten:

  1. Herstellung von spezialisierten Werkzeugen
  2. Herstellung von Keramikgefäßen
  3. Textilproduktion (Weben von Stoffen)

Gesellschaft und Handel

Die Gesellschaft wurde komplexer und hierarchischer. Es entstanden Anführer (Häuptlinge), die die Organisation des Anbaus, die Wasserwirtschaft oder die Verteidigung übernahmen.

Es bildeten sich herrschende Gruppen und religiöse Führer heraus, die politische und religiöse Macht monopolisierten.

Der Handel entwickelte sich ebenfalls, da spezialisierte Güter und Rohstoffe zwischen den Siedlungen ausgetauscht wurden.

Religiöse Praktiken

Die religiösen Praktiken konzentrierten sich auf den Gottesdienst der Sterne, die zur Regulierung des landwirtschaftlichen Zyklus (Aussaat und Ernte) beobachtet wurden.

Der TotenKult blieb wichtig; die Toten wurden oft mit Opfergaben in der Nähe der Siedlungen begraben.

Künstlerische Manifestationen

Die wichtigste künstlerische Ausdrucksform war die Keramik. Sie nahm verschiedene Formen an und erfüllte vielfältige Funktionen (z. B. zur Lagerung von Lebensmitteln).

Die Dekorationen entstanden oft durch Schnitte, Schläge oder Abdrücke von Muscheln, die geometrische Muster bildeten.

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