Straßen mit Verkehrskoexistenz: Gestaltung, Kreuzungen & Beläge
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Straßen mit Verkehrskoexistenz
Die Straße der Verkehrskoexistenz – In Straßen mit Verkehrskoexistenz bewegen sich Fußgänger, Autos, Fahrräder und Busse auf derselben Fläche; es gibt keine klare Trennung zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern. In solchen Straßen fehlen häufig getrennte Parkplätze und separate Gehwege. Der Verkehrszug von Bussen kann behindert sein, und die Finanzierung von Umgestaltungen ist oft schwierig. Diese Straßen haben ein durchgehendes Querschnittsprofil, das keine klar zugeordneten Verkehrsflächen vorsieht; zudem überlagert ein Verkehrsmodus oft die anderen, da die Nutzungsintensität variiert.
Wesentliche Gestaltungsprinzipien sind ein fußgängerfreundliches Niveau des Straßenraums sowie die Differenzierung der Bereiche durch Materialien und Texturen. Verkehrsberuhigende und abgrenzende Elemente am Zugang sind wichtig, z. B. Beschilderung, Schutzbereiche, Poller und andere Sperrelemente. Stadtgärten und Stadtmöbel können genutzt werden, um Verkehrs- und Umweltflächen zu definieren und Eingänge zu Gebäuden zu ordnen.
Schnittpunkte (Meeting Street)
Sicherheit und Komfort für Fußgänger und Fahrzeugführende sind an Kreuzungen besonders wichtig. Gutes Design ermöglicht eine angemessene Mobilität und regelt die Bewegungen. Man unterscheidet grundsätzlich drei Typen von Kreuzungen:
- Unkanalisierte Kreuzungen: Straßen treffen ohne kanalisierende Elemente aufeinander; die Vorrangregeln gelten, ggf. mit Aufteilung in Äste, aber ohne physische Trennung.
- Kanalisierte Kreuzungen: Kleine Inseln, Leitinseln oder anderweitige bauliche Mittel leiten den Verkehr. Dies ist sinnvoll bei hohem Verkehrsaufkommen oder komplexen Verzweigungen.
- Signalgesteuerte Kreuzungen (Ampeln): Der Verkehr wird durch Ampeln geregelt; dies ist bei hohem Verkehrsaufkommen oder klaren, vorhersehbaren Bewegungen sinnvoll.
Kreisverkehre sind oft eine gute Lösung: Sie sind meist besser in Form weniger großer Kreisverkehre als vieler kleiner. Empfehlungen zu Größe und Gestaltung können variieren; als Orientierung gelten Mindestabmessungen im Bereich mehrerer Metern (z. B. Durchmesser ab etwa 5 m, in manchen Fällen 7 m). Kleinere Inseln sollten klar durch Fahrbahnmarkierungen und landschaftliche Gestaltung hervorgehoben werden. Je nach Lage und Verkehrsstruktur können gestaltete Flächen von etwa 20 bis 30 m2 relevant sein. Generell ist die Auswahl zwischen Kreisverkehr und anderer Lösung abhängig davon, wie ähnlich sich die Verkehrsströme der einzelnen Zweige verhalten.
Asphaltierung und Straßenbeläge
Die Wahl der Materialien hängt von technischen Parametern und der erwarteten Belastung ab. Dabei sind Aufbau und Schichten zu berücksichtigen, einschließlich Bürgersteig- und Entwässerungs-Infrastruktur sowie unterirdischer Leitungen (Wasser, Gas, Strom), da Reparatur- und Wartungsarbeiten offenen Gräben bedingen können. Drei Hauptmerkmale sind zu beachten:
- Strukturell / Funktional: Berücksichtigung der Verkehrsbelastungen, Verhalten an Kreuzungen, Widerstand gegen äußere Einwirkungen (Wetter, Kollisionen) und funktionierende Entwässerung.
- Wirtschaftlich: Installationskosten, Geschwindigkeit und Einfachheit des Einbaus, Nutzung lokaler Materialien, Reinigungsfreundlichkeit, Reparaturfähigkeit, Möglichkeit des Öffnens/Schließens kleiner Schächte und lange Lebensdauer.
- Formal: Textur, Farbe, Belagsmöglichkeiten, Höhenanpassung sowie ästhetische Wirkung mittel- und langfristig.
Bürgersteigbeläge: Typen und Eigenschaften
Bürgersteige im urbanen Raum werden heute zunehmend mit unterschiedlichen Systemen ausgeführt:
- Beton-P: Massenbeton oder Betonpflaster.
- Bituminöse P: Auf Basis von Erdölprodukten, Bitumenmischungen, geschmolzenem Asphalt.
- Petreos (steinige Beläge): Kies, asphaltiert oder gepflastert mit Naturstein bzw. behauenen Steinen.
- Hydraulische P: Auf Zementmörtel- oder Betonbasis, z. B. Terrazzo in situ, Terrazzoplatten oder Zementfliesen.
- Keramik-P: Aus gebranntem Ton hergestellt, Ziegelränder (z. B. Toledo) oder keramische Fliesen.
Grenzwerte und ergänzende Urbanisierungselemente
Grenz- und ergänzende Elemente sind Bauteile, die als Abgrenzungen und ergänzende Elemente der Urbanisierung dienen. Dazu gehören Bordsteine, Waschbecken (Entwässerungseinläufe), Furten, Gräben, Mulden im Boden zur Führung von Fußgängern und Fahrzeugen, Gitter und Abdeckungen sowie Flächenelemente für Einträge von Versorgungsdiensten und Infrastruktur, Zugangsdeckel (Schächte) und Kilometer- bzw. Straßenmarkierungen.
Diese Elemente erleichtern die Bewegung, strukturieren den Straßenraum und ermöglichen den Zugang zu unterirdischen Diensten. Bei der Planung ist auf die Kombination von Funktion, Ästhetik und Wartungsfreundlichkeit zu achten.