Stromerzeugung in Andalusien und Spanien: Ein Überblick
Eingeordnet in Technologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 6,18 KB
Die Entwicklung der Stromerzeugung in Andalusien
Seit Juli 2007 ist der Markt für die Erzeugung und Verteilung von Elektrizität in der Europäischen Union liberalisiert. In Spanien begann dieser Prozess im Jahr 2003 mit dem hispano-portugiesischen Abkommen, das im November unterzeichnet wurde und als MIBEL (Mercado Ibérico de Electricidad) bekannt ist. Im Hinblick auf die Erzeugung von Strom in Spanien stammen 27 % der Energie aus erneuerbaren Quellen, während 73 % aus nicht-erneuerbaren Energieträgern gewonnen werden.
Der spanische Energiemix im Überblick
- Kohle: 29,1 %
- Erneuerbare Energien (einschließlich Wasserkraft): 27 %
- Kernenergie: 21,7 %
- Kombikraftwerke (Combined-Cycle): 18 %
- Öl (Heizöl): 3,7 %
Im Jahr 1997 haben die Länder der Europäischen Union das Kyoto-Protokoll unterzeichnet und sich verpflichtet, die Emissionen von Treibhausgasen in der Atmosphäre zu verringern. In Spanien steigt die Nutzung erneuerbarer Energien stetig an; jedes Jahr nimmt die Zahl der Anlagen, die diese Quellen nutzen, sowie die Menge des erzeugten Stroms zu. Andalusien verfügt über ein starkes Potenzial für erneuerbare Energien, darunter Solar- und Windenergie. Dennoch stammt der Großteil des in Andalusien erzeugten Stroms weiterhin aus Kohlekraftwerken, Öl und Gas.
Strom aus Kohle und Öl
Ein Brennstoff wird verbrannt, erzeugt große Hitze und treibt über einen Dampfturbinen-Generator-Zyklus die Stromerzeugung an. Zu den Unternehmen im Bereich der Kohleenergie gehört ENECO (Empresa Eléctrica Nacional de Córdoba), welche das Kraftwerk Central Espiel (Córdoba) besitzt – eines der großen Kohlekraftwerke in Andalusien. Weitere Anlagen sind Carboneras (Almería) und Los Barrios (Cádiz). Die Ölkraftwerke wurden in den letzten Jahren modernisiert, wobei sie in ihren Produktionsprozessen nicht nur Brenngas verwenden, sondern oft in Kombikraftwerke umgewandelt wurden. Beispiele hierfür sind das Wärmekraftwerk in der Bucht von Algeciras und die Anlagen Cristóbal Colón in Huelva. Die Nutzung von Kohle oder Erdöl bringt folgende Nachteile mit sich:
- Es handelt sich um nicht erneuerbare Energiequellen.
- Sie sind sehr umweltschädlich, emittieren eine riesige Menge an Treibhausgasen und sind eine Ursache für sauren Regen.
Hydraulische Leistung (Wasserkraft)
In Andalusien hat diese Energiequelle gegenüber der thermischen Energie aus Kohle an Bedeutung verloren. Die andalusische Energiepolitik hat sich jedoch in den letzten Jahren gewandelt, und man fördert diese Art der Energie wieder verstärkt. Es werden nun auch Kraftwerke mit einer Leistung von unter 5 MW gebaut. In Spanien gibt es insgesamt mehr als 80 Wasserkraftwerke unterschiedlicher Größe.
Vorteile der Wasserkraft
- Es ist eine saubere und erneuerbare Energiequelle.
Nachteile der Wasserkraft
- Die Erzeugung hängt von Regen und den verfügbaren Wassermengen ab.
- Die Anlagen haben eine große Auswirkung auf das Landschaftsbild.
Erdgas und Kombikraftwerke
Erdgas ist die am schnellsten wachsende Energiequelle in Andalusien. Es wird in Kombikraftwerken zur Stromerzeugung mittels Erdgas und Wasserdampf genutzt. Beispiele sind die Anlagen in Arcos und San Roque (Cádiz) sowie das Kraftwerk Cristóbal Colón in Huelva.
Vorteile von Erdgas
- Emissionen, die sauren Regen verursachen, sind praktisch gleich null.
- Bei der Verbrennung entstehen keine festen Abfälle oder Smog.
- Der Wirkungsgrad beträgt bis zu 90 %.
Nachteile von Erdgas
- Es ist eine nicht erneuerbare Energiequelle.
- Es produziert Treibhausgase.
Sonnenenergie: Solarthermie und Photovoltaik
Es gibt zwei Arten: Solarthermie und Photovoltaik. Die Solarthermie (Solarwärme) wird in zwei Typen unterteilt: Der eine nutzt Kollektoren, um Sonnenstrahlung zu sammeln und eine Flüssigkeit (Wasser oder Öl HTF) auf bis zu 360 °C zu erhitzen. Der andere Typ nutzt steuerbare Spiegel, die Sonnenstrahlen auf einen Turm werfen, in dessen Innerem eine Flüssigkeit erhitzt wird und Dampf eine Turbine antreibt. Beispiele sind das Kraftwerk Andasol in Granada und die Versuchsanlage in Almería. Die Photovoltaik nutzt Zellen aus Halbleitern, die Strom direkt aus dem Sonnenlicht erzeugen. Bekannte Photovoltaik-Anlagen in Andalusien befinden sich in Los Arcos und Ventante (Granada).
Vorteile der Sonnenenergie
- Keine Produktion von umweltschädlichen Gasen.
- Es ist eine erneuerbare Energiequelle.
- Bei einer weiten Verbreitung in Spanien könnte dies die Unabhängigkeit des Energiesektors stärken.
Nachteile der Sonnenenergie
- Abhängigkeit von der Menge des Sonnenlichts.
- Hohe Anschaffungskosten für die Paneele.
- Unsicherheit durch Wolkenbildung.
- Herausforderungen bei der Speicherung.
Kernenergie: Spaltung und Fusion
Kernenergie ist die Energie, die durch die Reaktion von radioaktiven Atomkernen freigesetzt wird. Dies kann durch Fusion (Verschmelzung von Kernen) oder Spaltung (Trennung von Kernen) geschehen. In Spanien gibt es 7 Kernkraftwerke, die 21,7 % der Energie des Landes erzeugen. Ein Großteil des andalusischen Stroms stammt aus dem Kernkraftwerk Almaraz (Cáceres). Kernfusionsenergie entsteht durch die Vereinigung leichter Kerne (Wasserstoff), was enorme Energiemengen freisetzt. Die Kernspaltung ist die Trennung schwerer Kerne, wobei ebenfalls große Energiemengen emittiert werden; dieses Verfahren wird aktuell in Kernkraftwerken eingesetzt.
Vorteile der Kernenergie
- Hohe Leistungsfähigkeit: Ein Kilo Uran oder Plutonium kann die gleiche Energie wie 3.000 Kilo Kohle erzeugen.
- Es entstehen keine Abgase.
Nachteile der Kernenergie
- Die Quelle ist nicht erneuerbar.
- Es entsteht radioaktiver Abfall.
- Es besteht das Risiko von Strahlungslecks.