Symbolismus und Moderne Poesie: Baudelaire, Rimbaud & Wilde

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Symbolismus und Moderne Poesie: Wichtige Vertreter

Ursprung und philosophische Grundlagen

Generisch betrachtet, bezeichnet die symbolistische Poesie die nachromantische Dichtung, die maßgeblich von den Namen Baudelaire, Rimbaud, Verlaine und Mallarmé geprägt wurde.

Anna Balakian sieht den Ursprung des Begriffs „Symbol“ in der Philosophie von Emanuel Swedenborg. Ihm zufolge kann die geistige Bedeutung als eine Beziehung ausgedrückt werden, die in Symbolen manifestiert wird. Das Konzept der Korrespondenz ist der Schlüssel zum Verständnis: Die Analogie zwischen Realität und Symbol schafft eine Suprarealität.

Emerson beeinflusste mit seiner Theorie des Transzendentalismus auch Edgar Allan Poe. Der englische Dichter William Blake vertrat die Ansicht, dass alles Wissen aus den Sinnen stammt. Die Romantik ebnete den Weg: Mystische Kunst wurde als Ersatz für Religion betrachtet, und die Poesie strebte nach Erleuchtung, wie im Falle von Novalis.

Charles Baudelaire: Der Wegbereiter

Charles Baudelaire sicherte den Übergang von der romantischen zur symbolistischen Dichtung. Baudelaire verfolgte das sprachliche Ziel, die Analogie zur göttlichen Idee zu erhöhen, jedoch mit einer Korrespondenz zwischen Irdischem und Göttlichem. Sein Werk war geprägt von bildhaften, sensationellen und musikalischen Anregungen. Äußere Reize führten zu künstlichen Paradiesen und einer dekadenten Bewegung.

Charakteristische Merkmale seiner Lyrik sind:

  • Die Diskussion der Conditio Humana.
  • Das Gedicht als Rätsel, das durch die suggestive Kraft der Worte wirkt.
  • Der Dichter befindet sich im Gouffre (Abgrund) und fängt die Mischung aus Engeln und dem wahrhaft Bösen ein.

Mallarmé, Verlaine und Rimbaud

Gemeinsame Ästhetik und poetische Praxis

Mallarmé, Verlaine und Rimbaud vertraten eine Ästhetik, die den symbolischen Wert folgender Elemente hervorhob:

  • Vögel und Wüstengebiete
  • Reinigung durch Wasser
  • Symbolisches Spiel mit Farben
  • Ein musikalisches Vokabular
  • Griechische Mythen und mittelalterliche Motive (z. B. der Spiegel)
  • Die Personifikation des Todes
  • Themen wie Isolation, Einsamkeit und Fluch.

Wichtige Werke der Symbolisten

  • Stéphane Mallarmé: Sein Werk durchlief drei Phasen (klassisch, mystisch, hermetisch). Er entwickelte ein abstraktes Vokabular, das oft zur Stille führte. Wichtiges Werk: L’Après-midi d’un faune.
  • Paul Verlaine: Er prägte einen Großteil der symbolistischen Terminologie. Seine Gedichte sollten das Erscheinungsbild eines gedruckten musikalischen Klangs erhalten. Werke: Poèmes saturniens und Jadis et Naguère.
  • Arthur Rimbaud: Bemerkenswert für seine Ideen der Erleuchtung und Vision. Er schuf poetische Prosa in Une saison en enfer (Eine Saison in der Hölle) und mischte freie Verse und poetische Prosa in Illuminations.

Oscar Wilde und der Ästhetizismus

Oscar Wilde befürwortete die Idee, dass die Kunst das Leben imitiert (oder dass das Leben die Kunst imitiert). Er verkörperte die ästhetische Haltung, die sich in einem Lebensstil manifestierte, und gilt als wichtigster Vertreter des Dandismus.

Er schrieb Kurzgeschichten und den Roman Das Bildnis des Dorian Gray, der eine Geschichte moralischer Verkommenheit erzählt. Zu seinen Theaterstücken gehören Salome (welches Richard Strauss zu seiner gleichnamigen Oper inspirierte) und Lady Windermere’s Fan.

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