Systematische Analyse und Intervention bei pädagogischen Problemen
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 8,8 KB
1. Phase: Problemstellung und Ressourcen
Welches Problem und welche Bildungsressourcen haben wir?
Analyse der Problemstellung
- Analyse der Lehrerbeanstandung: Welche relevanten und irrelevanten Informationen liegen bezüglich des Bildungsproblems und der verfügbaren Ressourcen vor?
- Zusätzlicher Informationsbedarf: Welche weiteren Informationen benötigen wir, um das Bildungsproblem und die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu bestimmen?
Gewinnung weiterer Informationen
- Instrumente und Verfahren: Entwicklung und/oder Auswahl der Instrumente und Verfahren.
- Prozess: Verfahren zur Gewinnung der Informationen.
Schlussfolgerungen (Results)
- Allgemeine Vorstellung über den Fall.
- Die Realisierung des Bildungsproblems.
- Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen.
2. Stufe: Analyse der Einflussfaktoren und Lösungsansätze
Faktoren, die das erzieherische Problem beeinflussen, und deren Adressierung
Analyse der Prozesse und des Kontexts
- Prozessanalyse: Analyse der am Problem beteiligten Prozesse (kognitiv, metakognitiv, affektiv).
- Kontextanalyse: Analyse des Kontextes, in dem die Aufgabe/das Problem auftritt.
- Aufgabenanalyse (Task Analysis):
- Identifizierung von Teilaufgaben, Voraussetzungen und relevanten Hintergrundinformationen.
- Vergleich der Leistung des Subjekts mit der „idealen“ Performance der Aufgabe.
Hypothesenentwicklung und -prüfung
- Entwicklung von Hypothesen zur Erklärung des Bildungsproblems.
- Testen der Hypothesen:
- Entwicklung von Instrumenten und/oder Verfahren.
- Prozess zur Prüfung der Hypothesen.
Ergebnisse und Schlussfolgerungen
- Persönliche und kontextuelle Variablen, die das Auftreten und die Aufrechterhaltung der Problemstellung beeinflussen.
- Wege zur Lösung des Problems.
- Mögliche Strategien zur Lösung des Problems.
3. Etappe: Intervention und Organisation
Planung der Maßnahme
Zielsetzung
- Das ultimative Ziel der Maßnahme.
- Die sequenzierten mittelfristigen Ziele.
Methodik und Organisation
- Erstellung eines Aktionsplans.
- Auswahl der Inhalte.
- Planung der Aktivitäten für jede Phase des Plans.
Ressourcen
- Materialien: Werkzeuge, Materialien, etc.
- Personal: Fachpersonal.
Weitere Entscheidungen
- Wo: Klassenraum, spezielle Klassenzimmer, Büro, etc.
- Wann: Wochenplan, Dauer der Maßnahme.
Evaluation
- Formative Evaluation: Während des Interventionsprozesses.
- Ergebnis-/Summative Evaluation:
- Entwicklung von Bewertungskriterien.
- Entwicklung eines Beurteilungssystems und der notwendigen Werkzeuge.
Theoretische Konzepte und Modelle
T1: Warnock-Bericht (Integration und Ressourcen)
Der Warnock-Bericht betont:
- Reaktionsfähigkeit und Unterstützung der Bildung.
- Effektive und effiziente Verwaltung der Ressourcen.
- Dynamischer und flexibler Prozess, der Veränderungen ermöglicht, um die beste Lage zu erreichen.
- Vier Faktoren der Integration: Gemeinsame Bildung, angepasste Lehrpläne, flexible Organisation, positive Einstellung.
- Drei Formen der Integration: Physisch, sozial und funktional.
- Dilemmata: Gemeinsame oder unterschiedliche Curricula. Bereitstellung von Ressourcen.
T2: Vergleich: Defizitmodell vs. Förderbedarf (NEE)
| Defizitmodell | Förderbedarf (NEE) |
|---|---|
| Resultiert aus angeborenen Mängeln des Kindes. | Resultiert aus der Interaktion zwischen Subjekt und Kontext. |
| Statisch und deterministisch. | Relativ und veränderbar. |
| Kategorien basieren auf Mangel. | Stetig, erfordert ausreichende Kenntnisse zur Planung. |
| Bezieht sich auf das Curriculum, benötigt Ressourcen. | Die Schule muss reagieren. |
| Klinisch-therapeutischer Ansatz. | Pädagogisches Konzept. |
| Betrifft 2–5% der Schulbevölkerung. | Betrifft 20–25% der Schüler (Alternative). |
T3: Sonderpädagogischer Förderbedarf (NEE) und NEAE
Sonderpädagogischer Förderbedarf (NEE)
Resultiert aus einer spezifischen Vorschrift der benötigten Ressourcen und/oder akuter Sonderpädagogik. Kann biologisch oder umweltbedingt sein, vorübergehend oder dauerhaft. Nicht jeder NEE qualifiziert.
Schüler mit besonderem pädagogischem Unterstützungsbedarf (NEAE)
Müssen Qualität und Gerechtigkeit verbinden. Umfasst Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Behinderungen, Verhaltensstörungen, Lernbehinderung, Programme zur Unterstützung oder Verstärkung, hohe intellektuelle Fähigkeiten, verzögerte Aufnahme, aufgrund ihrer persönlichen oder schulischen Historie.
Prinzipien der Förderung
- Individuelle Dienstleistungen im Bereich Bildung.
- Prävention von Lernschwierigkeiten.
- Schnelligkeit bei der Erkennung.
- Basierend auf kontinuierlicher Bewertung als grundlegendes Werkzeug.
- Frühzeitiges Eingreifen bei Lernschwierigkeiten.
- Vorrang der Arbeit an grundlegenden instrumentellen Fähigkeiten.
- Verständnis des Lehrplans, der Normen und der sozialen Integration.
- Affirmative Action zur Kompensation von Ungerechtigkeiten.
T4: Erkennung von NEAE
Phase 1 der Erkennung von Schülern mit besonderem pädagogischem Unterstützungsbedarf (NEAE).
T5: Exploration und Datenerhebung
Explorationsbereiche
- Sozio-familiäre Situation.
- Medizinische Historie.
- Schulische Historie.
- Aktuelle schulische Situation.
Quellen
- Personen.
- Dokumente.
- Orte.
Techniken zur Datensammlung (TCAS)
- Beobachtung: (Natürliche, teilnehmende Beobachtung, Fragenlisten, Kontrolllisten, Schätzskalen).
- Analyse von Dokumenten.
- Interviews.
- Fragebögen.
- Tests/Skalen.
T6: Lernhierarchie und Aufgabenanalyse
Lernhierarchie
Von den einfachsten bis zu den komplexesten Schritten.
Aufgabenanalyse
- Sequenz synchronen Lernens.
- Zerlegung der Aufgabe in Teilaufgaben.
- Analyse des Prozesses der Aufgabenumsetzung.
Ansätze zur Analyse
- Logisch (Sound): Die Logik des Subjekts oder der Tätigkeit, ohne Rücksicht auf die spezifische Art und Weise, wie die Schule vorgeht.
- Empirisch: Wie die Beobachtung in einer bestimmten Schule funktioniert.
T7: Kognitive und Metakognitive Prozesse
Kognitive Prozesse
- Wahrnehmung: (Informationen aus der Umwelt).
- Aufmerksamkeit: (Auswahl der Informationen).
- Gedächtnis.
- Logisches Denken: (Analyse, Programmierung von Informationen, Synthese, Kategorisierung, Integration von Informationen, Inferenz basierend auf vorangegangenen Ereignissen).
Affektiv-Emotional-Motivation
- Soziale Fähigkeiten und Durchsetzungsvermögen (Assertivität).
- Scheu, Hemmung, Rückzug.
- Aggressivität.
Metakognition
- Wissen über uns selbst: Über Beschränkungen und Fähigkeiten (Deklaratives Wissen: Sprechen über die eigene Wahrnehmung).
- Verfahrenswissen: Prozesssteuerung, Regulierung (Was wir mit unserer Erkenntnis tun).