Tabanidae und Cyclorrhapha Diptera: Lebenszyklus, Morphologie und Vektorrolle
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Tabanidae (Bremsen): Lebenszyklus und Ökologie
Lebenszyklus der Bremsen (Tabanus, Chrysops, Haematopota)
Der Lebenszyklus der Bremsen (Tabanus, Chrysops, Haematopota) ist lang (1–2 Jahre) und eng mit dem Wasser verbunden. Die Weibchen führen die Eiablage (Oviposition) auf Pflanzen oder Steinen in Wassernähe durch. Wenn die Eier schlüpfen, gelangen die Larven ins Wasser. Sie sind keine Schwimmer und ernähren sich von organischem Material und Plankton. Sie durchlaufen mehrere Larvenstadien. Das letzte Stadium verpuppt sich, nachdem die Larven sich in den Schlamm gebohrt haben. Aus der Puppe schlüpfen die adulten Tiere (Ortorrhapha).
Ökologie und Verhalten (Ethologie)
Bremsen sind in Wiesen und Wäldern in der Nähe von Gewässern zu finden. Ethologisch gesehen sind sie tagaktiv und sehr aktiv an warmen, sonnigen Tagen. Ihr Flug ist schnell und leise. Um einen Wirt zu finden, werden sie durch die Bewegung von Säugetieren angelockt.
Medizinische Bedeutung und Gesundheitsrisiken
Direkte Auswirkungen des Bisses
Die direkte Wirkung des Bisses ist gesundheitlich von Belang:
- Der Biss ist von Anfang an sehr schmerzhaft.
- Es entstehen vereinzelte Papeln, hämorrhagische Indurationen (mittlere und hintere Bereiche).
- Symptome umfassen Juckreiz, Schwellung, Rötung, tränende Augen und offene Wunden (oft im Kiefer- oder Oberkieferbereich).
Bremsen führen oft mehrere Bisse an verschiedenen Wirten durch. Dies begünstigt ihre Rolle als Überträger von Infektionskrankheiten.
Behandlung
Behandlung: Waschen mit Antiseptika. In jedem Fall sollte eine Salbe verwendet werden.
Indirekte Vektorrolle
Bremsen können als Vektoren für Krankheiten wie die Loiasis dienen (übertragen durch *Chrysops*).
Gattung Chrysops (Blinde Bremse)
Wird oft als „Blinde Bremse“ bezeichnet. Sticht normalerweise die Augenlider. Lebt in bewaldeten Gebieten.
Gattung Haematopota (Regenbremse)
Wird oft als „Bremsen der Stürme“ bezeichnet. Fliegt auch bei Regenwetter und lebt in Eichen- und Kiefernwäldern.
Cyclorrhapha Diptera (Fliegen)
Morphologie der Fliegen
Cyclorrhapha Diptera (Fliegen) besitzen einen robusten Körper, breite Flügel und kurze Beine.
Kopf
Am Kopf befinden sich große Facettenaugen und oben dazwischen drei Ocellen (Punktaugen). Die Antennen liegen in einer Vertiefung an der Vorderseite. Sie bestehen aus drei Gliedern, wobei das dritte Glied keulenförmig ist und eine Borste (*Arista*) aufweist, die verschiedene Morphologien annehmen kann. Diese Morphologie dient der Klassifizierung der Fliegen. Die Mundwerkzeuge sind bei einigen Gattungen saugend und bei anderen stechend-hämatophag.
Thorax
Der Thorax besteht aus drei Segmenten. Das am stärksten entwickelte und sichtbare Segment ist der Mesothorax, da er die Muskulatur für das einzige vorhandene Flügelpaar beherbergen muss. Die Flügel sind häutig, mit harten Radien und Venen. Die Anordnung dieser Adern bildet Zellen, die für die Klassifizierung der Fliegen wichtig sind. Es sind drei Paar kurze Beine angebracht.
Abdomen
Das Abdomen ist segmentiert und besteht bei adulten Tieren, die aus Cyclorrhapha-Puppen schlüpfen, aus vier oder fünf Segmenten.
Der Schlüpfprozess: Das Ptilinium
Beim Schlüpfen hilft ein spezielles Organ: das **Ptilinium**. Dieses Organ befindet sich an der Vorderseite des Kopfes und schiebt sich plötzlich, gefüllt mit Flüssigkeit, wie ein Bruch nach außen. Dadurch wird die kreisförmige Naht der Puppenhülle (Puparium) aufgestoßen und der Schlupf ermöglicht. Später zieht sich das Ptilinium zurück und hinterlässt eine Narbe an der Vorderseite des Kopfes.
Lebenszyklus der Cyclorrhapha
Adulte Fliegen leben im Allgemeinen etwa einen Monat. Nach der Paarung legen die Weibchen Eier in der Regel obwohl