Tendenzen des Lateinamerikanischen Romans im 20. Jahrhundert
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1. Wichtige Tendenzen des Romans im frühen 20. Jahrhundert
Die Gaucho-Novelle
Die argentinische Pampa und das idealisierte Leben des Gauchos stehen im Mittelpunkt. Beispiel: Segundo Sombra von Ricardo Güiraldes.
Die Novelle der Mexikanischen Revolution
Ein zentrales Werk ist Los de abajo von Mariano Azuela.
Die Tellurische Novelle (Natur)
Hier wird die wilde, „barbarische“ amerikanische Natur hervorgehoben. Herausragend: Doña Bárbara von Rómulo Gallegos, der den Konflikt zwischen Zivilisation und Barbarei thematisiert.
Die Empörte Novelle (Indigenismus)
Diese Strömung entsteht in den Andenstaaten als Protest gegen die Ausbeutung der indigenen Bevölkerung. Wichtige Vertreter sind:
- Jorge Icaza mit Huasipungo
- Ciro Alegría mit El mundo es ancho y ajeno (Die Welt ist breit und fremd)
2. Der Magische Realismus und der Roman-Boom
Ab den 1930er Jahren zeigt sich eine Ermüdung der strukturalistischen Novelle. Neue Erzählformen konsolidieren sich in den 60er Jahren. Wichtige Werke dieser Übergangszeit sind:
- El Señor Presidente von Miguel Ángel Asturias
- El reino de este mundo (Das Reich dieser Welt) von Alejo Carpentier
2.1. Charakteristika des Neuen Lateinamerikanischen Romans
Die Suche nach der Identität
Diese wird oft durch eine Reise (geografisch, zeitlich oder innerlich) symbolisiert, die unternommen wird, um eine Antwort zu finden.
Der Diktatorenroman
Dieses Genre markiert und reflektiert die aktuelle hispanoamerikanische Geschichte.
Die Natur
Die Natur wird als unbesiegbare Kraft dargestellt, die dem Menschen stets ihre Gesetze auferlegt. Sie wird zunehmend in städtische Romane integriert.
Literatur (Metafiktion)
Die Geschichtenerzähler zeigen in ihren Arbeiten die Sorge um das literarische Schaffen und diskutieren die Rolle des Romans.
Realität und Fantasie (Magischer Realismus)
Die westliche Dichotomie zwischen dem Rationalen und dem Irrationalen verschwindet. Die Geschichten verkörpern Zauber und Wunder als Bestandteile der alltäglichen Wirklichkeit. Der Magische Realismus durchzieht die gesamte Erzählung.
Das Fantastische
Die Realität bietet fantastische Elemente, die der Schriftsteller nutzt, um alltägliche oder völlig neue Fantasiewelten zu schaffen.
Narrative Methoden
Der allwissende Erzähler weicht verschiedenen Perspektiven (Charakter, Zeuge).
Zeit
Die zeitliche Linearität wird durch Ressourcen wie Zeitsprünge und parallele Geschichten durchbrochen.
Sprache
Es besteht eine große Sorgfalt bei der Entwicklung der Syntax, des Rhythmus der Prosa, der Bilder und Suggestionen. Es wird eine barocke Tendenz in der Sprache des Romans erwähnt.