Textanalyse: Argumentation zur Bildung für Staatsbürgerschaft
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Die Bedeutung der Bildung für Staatsbürgerschaft
Das Fachgebiet der Bildung für Staatsbürgerschaft sollte als eigenständiges Fach betrachtet werden, da es die Bildung aller Gruppenmitglieder betrifft. Es muss eine Ausbildung vermitteln, die auf dem Respekt vor der Staatsbürgerschaft basiert und den Menschen als Individuum und soziales Wesen betrachtet. Die Behandlung dieses Themas muss daher ernsthaft und streng erfolgen.
Charakterisierung und Argumentationsstruktur
Der analysierte Text ist klar argumentativ, da er die Aufnahme des Themas Bildung für Staatsbürgerschaft in den Lehrplan unterstützt. Aufgrund seiner Kürze, des gehobenen Sprachregisters und der Präsentation der Ideen (möglicherweise journalistisch) lässt sich schlussfolgern, dass es sich um einen Meinungstext handelt, der dieser Gattung zuzuordnen ist.
Arten der Argumentation
- Persönliche Argumentation: Der Autor stützt sich auf eigene Ideen und Überzeugungen (z. B. Zitate wie: „für das Thema [...] Es gibt gute Gründe“, „Studenten sollten lernen“).
- Widerlegung (Antithetisches Argument): Eine gegenteilige Idee wird aufgegriffen und korrigiert. Ein Beispiel hierfür ist die Widerlegung der Auffassung, dass das Thema lediglich als „Cross-Content“ (Querschnittsthema) zu verstehen sei.
Strukturanalyse: Induktiv vs. Deduktiv
Aufgrund seiner Struktur kann der Text zwei verschiedenen Typen zugeordnet werden:
- Synthetisch oder Induktiv: Dies scheint wahrscheinlicher, da der Autor seine Hauptthese erst am Ende festlegt: „Wir [müssen] den Unterricht der Grund- und Mindestwerte, Citizenship davon abgeleitet aus der Lehre.“
- Analytisch oder Deduktiv: Wenn man die Verwendung der ersten Person in der dritten Zeile („Lassen Sie mich das Gegenteil behaupten“) als These interpretiert, dient der restliche Text lediglich der Verteidigung dieser bereits zu Beginn aufgestellten Position.
Analyse der Sprachfunktionen
Im Text fallen primär drei Sprachfunktionen auf:
- Konative Funktion: Wie in jedem argumentativen Text versucht sie, den Leser von einem bestimmten Argument zu überzeugen.
- Expressive Funktion: Sie ist die wichtigste Funktion, da der Autor seine eigenen Ideen darlegt. Sie wird formalisiert durch:
- Die Verwendung der ersten Person Singular (z. B. „lass mich“).
- Die sogenannte falsche Referentialität (Objektivierung): Der Autor drückt seine Meinung aus, erweckt aber den Anschein von Objektivität (z. B. „Niemand wird leugnen“, „Bildung [...] nicht vorstellen“).
- Die Verwendung der ersten Person Plural (Plural der Bescheidenheit oder Partnerschaft) im letzten Absatz, um den Leser einzubinden.
- Referentielle Funktion: Sie ist aufgrund des konnotativen Charakters des Textes stark eingeschränkt. Ein Beispiel findet sich im ersten Satz des Originaltextes: „In einigen Regionen bestanden haben...“
Kohärenz und Kohäsionsmittel
Die Kohärenz des Textes ist durch die klare argumentative Zielsetzung und die ordnungsgemäße Verwendung von Kohäsionsmarkern gewährleistet. Die letzten drei Absätze werden durch textuelle Marker eingeführt:
- Dritter Absatz: Einleitung einer Opposition durch „sondern“, um der bisherigen Bedeutung zu widersprechen.
- Vierter Absatz: Einleitung einer Schlussfolgerung durch „in der Tat“ oder „im Ergebnis“, um den Inhalt der Argumente zu stärken.
- Fünfter Absatz: Obwohl kein expliziter Marker vorhanden ist, dient die stilistische Wirkung der „Bitte“ dazu, den Leser zur Zustimmung der folgenden These zu bewegen.
Die Phrase „Der Fall ist...“ zu Beginn des zweiten Absatzes dient dazu, den Empfänger direkt zum Kern des Themas zu führen.
Lexikalischer Standard
Der Text präsentiert einen sorgfältigen und gehobenen Sprachstandard, der auf lexikalischer Korrektheit und Ausdrucksstärke beruht, sowohl syntaktisch als auch semantisch.
Lexikalische Merkmale: Nomen, Adjektive und Verben
Substantive sind reichlich vorhanden, um die Konzepte und Argumente des Autors zu fixieren. Adjektive sind selten; wenn sie erscheinen, erfüllen sie eine spezifische Funktion (z. B. „cross-content“, „Grund- und Minimum-Werte“).
Bei den Verben fallen folgende Punkte auf:
- Von den gefundenen Futur-Formen hat eine („verweigert“) einen verschobenen Wert, während die anderen („entdecken“, „lernen“, „wissen“) den Wert zukünftiger Handlungen beibehalten.
- Der Konjunktiv „erklären“ wird aus Konsistenzgründen verwendet.
- Häufig sind Verpflichtungskombinationen, gebildet durch müssen + Infinitiv (z. B. „Achtung“, „sollte fördern“, „lehren wir“) und Modalverben (z. B. „kann entstehen“, „werden kann“).
Satzstruktur und Satzarten
Obwohl der Text einfache Sätze und Phrasen verwendet, dienen diese der Intensivierung der Grundideen (z. B. „Die Schüler müssen lernen...“, „nicht erscheinen, den Lehrplan...“). Es finden sich verschiedene Satzarten:
- Substantivische Nebensätze (CD oder CR): Dienen der Erweiterung der verbalen Referenten.
- Adverbialsätze: Sie sind typisch für diese Art von Text, da sie zur Erklärung der Ursachen dienen:
- Kausalsätze (z. B. „weil die Mathematik [...] nur gelernt werden kann“).
- Bedingungssätze (z. B. „wenn Sie nicht wollen...“).
- Finalsätze (z. B. „zu vermeiden“).
Im zweiten Absatz wurde zudem eine Aufzählung gefunden, die mit einer kopulativen Schließung endet: „müssen [...] Respekt verpflichtet sind, [...] und sollte ermutigen.“
Fazit
Zusammenfassend handelt es sich bei dem analysierten Text um einen Meinungsbeitrag mit klarer Dominanz der expressiven Funktion und einem sehr starken Zusammenhalt zwischen den Absätzen. Das verwendete Sprachregister entspricht einem gehobenen Standard.