Theater im 17. Jahrhundert: Corrales, Autos sacramentales & Komödie

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Theater im 17. Jahrhundert: Corrales, Autos und Komödie

Drei wichtige dramatische Ereignisse

1. Die Corrales de comedias (Hof- und Innenhoftheater), 2. Theater allgemein und 3. Autos sacramentales (religiöse Theaterstücke).

Die Corrales de comedias: Aufbau und Raumgliederung

Die Corrales entstanden in Innenhöfen der Häuser und besaßen an einer Seite das tablado (die Bühne). Sie hatten typischerweise vier Ebenen:

  • Erdgeschoss: Diele/Patio und zwei Räume, oft als alojeras bezeichnet.
  • 1. Etage: Hier befand sich die cazuela (die Frauenloge).
  • 2. Etage: Balkone und mehrere aposentos (Privaträume).
  • Dach/Obere Ebene: Galerie oder desván für weitere Zuschauer.

Hinter dem Bahnsteig befand sich der Umkleideraum. Ein Großteil des Publikums saß auf Bänken oder Stühlen im Hof; es gab auch Sitze in den Logen und Privaträumen.

Sitzordnung und soziale Trennung

Die Sitzordnung war sozial differenziert: Männer standen oder saßen meist im Hof oder auf den Galerien; Frauen wurden in der cazuela untergebracht. Die Reichsten saßen in den privaten aposentos. Religiöse und höfische Zuschauer hatten oft eigene Bereiche.

El cortesano und spektakuläres Theater

Der Begriff El cortesano verweist auf das höfische Publikum und die entsprechende, oft spektakuläre Inszenierungsweise. Das barocke Theater zeichnete sich durch eindrucksvolle Bühnenwirkungen aus.

Italienische Bühnengestaltung

Nach dem Regierungsantritt von Philipp III. und Philipp IV. intensivierte sich die Zusammenarbeit mit italienischen Bühnenbildnern. Dadurch wurden neue Bühnenbilder und Techniken sowohl in Palästen als auch außerhalb (in den Corrales) eingeführt.

Autos sacramentales

Die autos sacramentales sind religiöse Theaterstücke rund um das Sakrament der Eucharistie. Ihre Merkmale sind unter anderem:

  • Aufbau über einen einzigen rechten Akt (einheitliche Darstellung).
  • Bildender und religiöser Charakter.
  • Verbindung mit dem Fronleichnamsfest und eucharistischen Themen.
  • Expressive und reich allegorische Bühnendarstellung.

Ursprünglich wurden Stücke innerhalb der Kirchen aufgeführt; später gingen sie auf die Straße, oft auf mobilen Plattformen. Die Musik war dabei eine wesentliche Komponente.

Die nationale Komödie (La comedia nacional)

Die nationale Komödie wurde maßgeblich von Lope de Vega begründet und von Dramatikern wie Calderón weiterentwickelt. Sie bildet einen zentralen Punkt des spanischen Barocktheaters.

Charakteristika des Barock

Zu den typischen Merkmalen des barocken Dramas gehören:

  1. Mischung aus Tragik und Komik: Beide Elemente werden als gerechtfertigt angesehen, da sie dem Leben entsprechen.
  2. Dramatische Einheiten: Es gibt eine Beachtung der Einheiten von Zeit und Ort; zeitliche Veränderungen werden eingesetzt, doch das Prinzip der Einheit der Handlung bleibt wichtig.
  3. Gliederung des Dramas: Die Stücke sind oft in drei Akte unterteilt; jeder Akt enthält mehrere Szenen (Tafeln) und ist durch metrische Veränderungen verbunden.
  4. Decoro, Sprache und Metrik: Decoro bedeutet die Angemessenheit von Verhalten und Sprache der Figuren entsprechend ihrer sozialen Rolle. Die Metrik passt sich Situation und Charakter an; damit wird die poetische und rhetorische Wirkung gesteigert.

Zusammenfassung

Das Theater des 17. Jahrhunderts verbindet soziale Raumordnung in den Corrales, spektakuläre Bühnentechnik durch italienische Einflüsse, religiöse Dramen wie die autos sacramentales und die national geprägte Komödie von Autoren wie Lope de Vega und Calderón. Die barocke Dramaturgie zeichnet sich durch die Mischung von Tragödie und Komödie, die Beachtung formaler Einheiten und eine an die soziale Rolle angepasste Sprache aus.

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