Theatergeschichte: Von der Nachkriegszeit bis in die 70er

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Die Erneuerung des Theaters: Von der Nachkriegszeit bis in die 70er Jahre

Während des Krieges und der darauffolgenden Diktatur unterlag das Theater in Spanien einer strengen Kontrolle. In den 50er und 60er Jahren begann das Franco-Regime, einige Werke in der Landessprache zu genehmigen, wenngleich diese weiterhin unter der Zensur sowie Einschränkungen der Presse- und Rundfunkwerbung litten.

In Barcelona wurde das Theater durch die Aufführung von Salvador Esprius „Erste Geschichte von Esther“ und Werken anderer zeitgenössischer Autoren erneuert. In Valencia herrschte eine Situation der Diglossie: Das Theater bediente sich sowohl des Spanischen als auch des Valencianischen, wobei populäre Komödien und Sketche im Vordergrund standen.

Das unabhängige Theater der 60er Jahre

In den 60er Jahren entstand in universitären Kreisen ein unabhängiges Theater, das sich an ein kulturell anspruchsvolles Publikum richtete. Dieses neue Drama orientierte sich an europäischen Trends wie dem Avantgarde-Theater, dem Surrealismus und dem Theater des Absurden.

Innovationen der 70er Jahre

In den 70er Jahren traten Gruppen auf, die neue dramatische Techniken wie Pantomime oder Provokation einführten. Zu den nennenswerten Theatergruppen zählen:

  • Els Joglars unter der Regie von Albert Boadella, die Epen über Banditen inszenierten.
  • Els Comediants, die sich auf Straßentheater spezialisierten.
  • Dagoll Dagom und La Fura dels Baus, bekannt für ihre kraftvollen und aggressiven visuellen Inszenierungen.

Wichtige Dramaturgen dieser Zeit waren Josep Maria Benet i Jornet, Jordi Teixidor und Rodolf Sirera.

Die wichtigsten Aspekte des Werks von Manuel de Pedrolo

Das Werk von Manuel de Pedrolo gehört zu den umfangreichsten und abwechslungsreichsten der zeitgenössischen Literatur. Mit über hundert Titeln hat Pedrolo nahezu alle literarischen Genres bedient und mit verschiedensten Themen und Techniken experimentiert.

Existenzialismus und das Theater des Absurden

Zwischen 1958 und 1963 schrieb er dreizehn Stücke, die sich auf Authentizität, den Sinn des Daseins und die Freiheit konzentrierten. Dabei adaptierte er Techniken aus dem englischsprachigen Raum und verband formale sowie stilistische Elemente mit dem sogenannten Theater des Absurden:

  • In „Cruma“ thematisierte Pedrolo die Echtheit des Menschen und die mangelnde Kommunikation mit der Außenwelt.
  • „Männer und Nicht-Männer“ befasste sich mit der Rebellion eines jungen Paares gegen den Konformismus.
  • Stücke wie „Situation bis zur letzten Version für jetzt“ oder „Die Verwendung des Materials“ reflektieren über Freiheit aus einer genuin politischen und sozialen Perspektive.

Aus der Notwendigkeit heraus, eine Situation der kollektiven Unterdrückung zu überwinden, nutzte Pedrolo das Theater, um die Zensur des Franco-Regimes zu umgehen. Seine Stücke verzichten auf konkrete Geografie oder Geschichte und vermeiden die bloße Reproduktion der Realität. Die Charaktere fungieren als Symbole, die Haltungen verkörpern, mit denen der Autor in extremen Situationen – basierend auf einem existenzialistischen Ansatz – konfrontiert wird. Pedrolos Theater ist daher weniger als bloßes „Absurdes Theater“ zu verstehen, sondern vielmehr als ein abstraktes, philosophisches Theater.

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