Theorien, Gesetze und Störungen der Wahrnehmung

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Theorien über die Mechanismen der Wahrnehmung

  • Assoziationismus (Wundt)

    Einzelne Empfindungen werden zunächst wahrgenommen und dann miteinander verbunden, um eine globale Wahrnehmung des Gegenstandes zu bilden.

  • Gestaltpsychologie

    Untersucht die Art und Weise, wie Wahrnehmung organisiert ist. Angesichts eines Reizes reagieren alle unterschiedlich.

  • Funktionalismus (James)

    Betont die subjektiven Aspekte der Wahrnehmung.

  • Kognitive Ansätze (Neisser)

    Betonen die strukturelle Aktivität des Subjekts basierend auf vergangenen Erfahrungen.

Prinzipien und Gesetze der Wahrnehmung nach Gestalt

  1. Figur-Grund-Beziehung

    Wir nehmen eine Gestalt vor einem Hintergrund wahr. Figur und Hintergrund sind reversibel.

    Gesetz der Kontur (Abgrenzung)

    Die Figur grenzt sich vom Hintergrund ab. Die Kontur markiert die Grenze.

  2. Gesetz der Prägnanz (Gute Gestalt)

    Die Tendenz, in der Wahrnehmung Unvollendetes zu vervollständigen.

    Gesetz der Geschlossenheit

    Wir neigen dazu, unvollständige Figuren als vollständig wahrzunehmen.

  3. Gesetze der Gruppierung

    Mehrere einfache Reize werden zu komplexeren Formen zusammengefasst.

    • Gesetz der Kontinuität

      Reize, die eine Kontinuität der Form aufweisen, werden als Teil derselben Figur wahrgenommen.

    • Gesetz der Nähe

      Ähnliche Reize, die nahe beieinander liegen, werden eher zu einer vollständigen Form zusammengefasst.

    • Gesetz der Ähnlichkeit

      Gleichartige oder ähnliche Dinge werden als Teile derselben Figur wahrgenommen.

    • Gesetz der Geschlossenheit (Vervollständigung)

      Ein offener oder unvollständiger Reiz neigt dazu, sofort geschlossen zu werden.

Wahrnehmungskonstanz und Bewegung

Wahrnehmungskonstanz

Obwohl sich die Größe der Objekte je nach unserer Position ändert, nehmen wir sie als stabil oder konstant wahr.

Gesetz der Scheinbewegung (Phi-Phänomen)

Wir sehen Bewegung, obwohl das Objekt in Wirklichkeit nicht existiert. Dies entsteht durch ein Intervall zwischen zwei Reizen.

Wahrnehmungsstörungen

  • Halluzinationen

    Wahrnehmung ohne ein reales Objekt. Das Subjekt nimmt nicht vorhandene Elemente (wie Stimmen, Gerüche etc.) als real wahr.

  • Halluzinose

    Die Wahrnehmung eines Reizes, der kein reales Objekt widerspiegelt. Das Subjekt nimmt einen Gegenstand wahr, der in Wirklichkeit nicht existiert, ist aber in der Lage, die Falschheit zu erkennen und sieht dies als abnormal an.

  • Pareidolie

    Deformation realer Objekte, wobei die Verformung durch die Imagination entsteht. Die Person behält den Bezug zur Realität und ist sich der Verzerrung bewusst (z. B. Gesichter in Wolken).

  • Illusionen

    Das Objekt existiert in der Realität, wird aber verformt, verzerrt oder anders wahrgenommen, als es tatsächlich ist.

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