Theorien, Gesetze und Störungen der Wahrnehmung
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Theorien über die Mechanismen der Wahrnehmung
Assoziationismus (Wundt)
Einzelne Empfindungen werden zunächst wahrgenommen und dann miteinander verbunden, um eine globale Wahrnehmung des Gegenstandes zu bilden.
Gestaltpsychologie
Untersucht die Art und Weise, wie Wahrnehmung organisiert ist. Angesichts eines Reizes reagieren alle unterschiedlich.
Funktionalismus (James)
Betont die subjektiven Aspekte der Wahrnehmung.
Kognitive Ansätze (Neisser)
Betonen die strukturelle Aktivität des Subjekts basierend auf vergangenen Erfahrungen.
Prinzipien und Gesetze der Wahrnehmung nach Gestalt
Figur-Grund-Beziehung
Wir nehmen eine Gestalt vor einem Hintergrund wahr. Figur und Hintergrund sind reversibel.
Gesetz der Kontur (Abgrenzung)
Die Figur grenzt sich vom Hintergrund ab. Die Kontur markiert die Grenze.
Gesetz der Prägnanz (Gute Gestalt)
Die Tendenz, in der Wahrnehmung Unvollendetes zu vervollständigen.
Gesetz der Geschlossenheit
Wir neigen dazu, unvollständige Figuren als vollständig wahrzunehmen.
Gesetze der Gruppierung
Mehrere einfache Reize werden zu komplexeren Formen zusammengefasst.
Gesetz der Kontinuität
Reize, die eine Kontinuität der Form aufweisen, werden als Teil derselben Figur wahrgenommen.
Gesetz der Nähe
Ähnliche Reize, die nahe beieinander liegen, werden eher zu einer vollständigen Form zusammengefasst.
Gesetz der Ähnlichkeit
Gleichartige oder ähnliche Dinge werden als Teile derselben Figur wahrgenommen.
Gesetz der Geschlossenheit (Vervollständigung)
Ein offener oder unvollständiger Reiz neigt dazu, sofort geschlossen zu werden.
Wahrnehmungskonstanz und Bewegung
Wahrnehmungskonstanz
Obwohl sich die Größe der Objekte je nach unserer Position ändert, nehmen wir sie als stabil oder konstant wahr.
Gesetz der Scheinbewegung (Phi-Phänomen)
Wir sehen Bewegung, obwohl das Objekt in Wirklichkeit nicht existiert. Dies entsteht durch ein Intervall zwischen zwei Reizen.
Wahrnehmungsstörungen
Halluzinationen
Wahrnehmung ohne ein reales Objekt. Das Subjekt nimmt nicht vorhandene Elemente (wie Stimmen, Gerüche etc.) als real wahr.
Halluzinose
Die Wahrnehmung eines Reizes, der kein reales Objekt widerspiegelt. Das Subjekt nimmt einen Gegenstand wahr, der in Wirklichkeit nicht existiert, ist aber in der Lage, die Falschheit zu erkennen und sieht dies als abnormal an.
Pareidolie
Deformation realer Objekte, wobei die Verformung durch die Imagination entsteht. Die Person behält den Bezug zur Realität und ist sich der Verzerrung bewusst (z. B. Gesichter in Wolken).
Illusionen
Das Objekt existiert in der Realität, wird aber verformt, verzerrt oder anders wahrgenommen, als es tatsächlich ist.