Theorien der Unternehmung: Ein Überblick
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Theorien der Unternehmung
Während die Wirtschaftswissenschaften untersuchen, wie Agenten über die Nutzung knapper Ressourcen entscheiden, befasst sich die Betriebswirtschaftslehre mit der Existenz von Unternehmen.
Wenn ein Agent eine Transaktion durchführen möchte, bietet ein marktreguliertes Preissystem im Gleichgewicht die Mittel zum Kauf oder Verkauf zu einem bestimmten Preis. Wäre dies immer der Fall, stellte sich die Frage nach der Existenz von Unternehmen. Wenn der Markt effizient arbeitet, stellt sich die Frage, warum es überhaupt Unternehmen gibt.
Es gibt vier wichtige Bereiche in diesem Kontext:
- Theorie der Transaktionskosten
- Agency-Theorie
- Strategisches Management
- Organisatorische Zusammenarbeit im Business
Die neoklassische Theorie der Unternehmung
Diese Theorie sieht das Unternehmen als grundlegende Produktionseinheit, die nach Gewinnmaximierung strebt. Das Unternehmen tritt als Nachfrager von Produktionsfaktoren auf und dient als Quelle für die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen. Das Unternehmen verwandelt Inputs in Outputs. Das Verfahren der Zuweisung und Ressourcentransformation wird durch Annahmen in der Produktionsfunktion im Rahmen der Theorie erklärt.
Es gibt einen einzigen Agenten mit Entscheidungsgewalt. Das Set der Wahlmöglichkeiten besteht aus reduzierten Alternativen bezüglich der Menge der eingesetzten Ressourcen. Die Wahl zwischen diesen Alternativen ist auf das Kriterium der Gewinnmaximierung beschränkt.
Das Unternehmen agiert intern, während die Außenwelt über den Preis verbunden ist. Preise verdichten Daten über Präferenzen und Kosten. Damit Agenten jeweils gesellschaftlich optimale Lösungen erreichen, müssen ideale Bedingungen erfüllt sein:
- Preise sind Festpreise und können nicht manipuliert werden.
- Es gibt perfekte Informationen.
- Produkte sind homogen und bekannt.
- Es wird die Universalität der Märkte angenommen.
Unter diesen Bedingungen entfaltet die unsichtbare Hand des Marktes ihre volle Bedeutung. Zudem wird von einem vollkommenen Wettbewerb ausgegangen.
Kritik und Einschränkungen der neoklassischen Theorie
Doch die neoklassische Theorie ermöglicht kaum eine Erklärung der Koordinationsmechanismen zwischen den Agenten. Die Ignoranz gegenüber bestimmten Fragen erschwert die Konstruktion einer wahren Theorie des Unternehmens. Dies bedeutet erhebliche Einschränkungen bei der Bestimmung der wahren Natur des Unternehmens.
Es kann argumentiert werden, dass die neoklassische Theorie eher als Produktionstheorie bezeichnet werden sollte.
Die wichtigsten Einschränkungen sind:
- Die Theorie geht davon aus, dass das Unternehmen seine Beschlüsse rein mechanisch fasst.
- Die Technologie wird als gegeben und für alle Unternehmen zugänglich betrachtet, auch wenn dies in der Realität nicht der Fall ist.
- Die Hauptsorge gilt den Gleichgewichtsbedingungen, während Veränderungen vernachlässigt werden.
- Nicht-ökonomische Faktoren (wie Seriosität oder Glaubwürdigkeit) haben in diesem Ansatz keinen Platz.
Gerade deshalb ist das Modell des vollkommenen Wettbewerbs ein guter Ausgangspunkt, wenn kein perfekter Markt existiert.