Thomas von Aquin: Glückseligkeit, Tugenden und die Vier Gesetze
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Thomas von Aquin: Glückseligkeit und das menschliche Ziel
Für Thomas von Aquin (1226–1274) ist das letzte Ziel des Menschen die Glückseligkeit. Jeder Mensch strebt danach, dieses Ziel auf Grundlage der endgültigen Erreichung der Seligkeit zu erlangen. Die Seligkeit erreicht der Mensch durch die Schau Gottes und ist den Seligen (denen, die Gott im Himmel schauen) im Jenseits für ihre positiven Handlungen in diesem Leben vorbehalten.
Tugenden und Moral
Die Tugend wird im aristotelischen Sinne als eine Gewohnheit verstanden, die uns befähigt, moralisch gut zu handeln.
Arten von Tugenden
- Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit (Iustitia), Tapferkeit und Mäßigung.
- Theologische Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe.
Eine Handlung ist gut, wenn sie im Einklang mit dem Gesetz steht.
Die Vier Arten von Gesetzen nach Thomas von Aquin
Thomas von Aquin unterscheidet vier Arten von Gesetzen:
1. Das Ewige Gesetz
Das ewige Gesetz ist Gottes ewiger Plan, nach dem die gesamte Schöpfung geordnet ist und das mit dem göttlichen Gedanken zusammenfällt.
2. Naturrecht
Das Naturrecht ist die Teilhabe des ewigen Gesetzes im vernunftbegabten Geschöpf. Es ist eine Reflexion der göttlichen Vernunft im Licht der menschlichen Vernunft. Die Synderesis (die natürliche Fähigkeit, richtig zu urteilen) ermöglicht es allen Menschen, das Gute vom Schlechten zu erkennen. Dies ist allen Menschen gemeinsam, unabhängig davon, ob sie gläubig sind.
3. Menschliche Gesetze (Positives Recht)
Menschliche Gesetze sind nur gültig, wenn sie:
- Bestimmungen eines konkreten gemeinschaftlichen Zusammenlebens sind.
- Eine Forderung des Naturgesetzes darstellen, die vorschreibt, wie in der Gesellschaft zu leben ist, und die Gesetzgebung erfordert.
- Von einer befugten Person erlassen werden.
- Das Gemeinwohl anstreben.
- Nicht im Widerspruch zum Naturgesetz stehen.
Sie werden unlauter vollzogen, wenn diejenigen, die sie erlassen haben, nicht das Gemeinwohl anstreben oder wenn sie im Widerspruch zum Naturgesetz stehen.
4. Göttliches Gesetz
Das göttliche Gesetz sind die Zehn Gebote, die Gott seinen Gläubigen offenbart hat. Seine Funktion ist es, das Naturrecht und die menschlichen Gesetze zu ergänzen.
Weitere Konzepte
Partizipation: Die Mitteilung von etwas an jemanden.
Die Gottesstadt (De Civitate Dei): Das Werk des Heiligen Augustinus, in dem die Welt gegen die Welt untersucht wird.
Würdigung des Thomas von Aquin
Der Philosoph und christliche Theologe Thomas von Aquin (1226–1274) wurde 1323 von Papst Johannes XXII. (nicht XXIII.) seliggesprochen und im Jahr 1567 von Papst Pius V. zum Kirchenlehrer (Doctor Ecclesiae) ernannt.