Thomas von Aquin: Philosophie und Kontext des 13. Jahrhunderts

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Der historische Kontext: Die Blütezeit des Mittelalters

Der Kontext ist das 13. Jahrhundert, die Blütezeit des mittelalterlichen Europas. Politisch erstarkten Frankreich, England und Spanien; Aragonien begann seine Conquistas im Mittelmeer. Das Germanische Reich verlor seine Vorherrschaft in Italien und begann, die Idee eines Weltreiches zu vergessen. Dieser Gedanke spiegelte sich jedoch nicht im Papsttum wider. Europa war politisch in zwei religiöse und zivile Behörden aufgeteilt. Die Könige beriefen sich auf das römische Recht, um die Unabhängigkeit der weltlichen Macht zu behaupten.

Kulturelle Merkmale und Bildung im mittelalterlichen Europa

Angesichts dieser politischen Gräben weist Europa in kultureller Hinsicht gemeinsame Merkmale auf. Die wichtigsten kulturellen Entwicklungen bilden die Grundlage für die Universitäten, Übersetzungen der Werke von Griechen, Arabern und Juden, eine zunehmende Anzahl an Schulen für das Volk sowie eine verbesserte Zirkulation von Büchern.

Phasen der mittelalterlichen Philosophie

Der philosophische Kontext des Mittelalters wird in der Regel in drei Phasen unterteilt:

  • 1. Vorbereitungsphase: Bis zum 12. Jahrhundert, geprägt durch St. Anselm von Canterbury (11. Jh.).
  • 2. Bauphase: Im 13. Jahrhundert entwickelte Santo Tomás (Thomas von Aquin) sein Denken durch die Integration von Elementen anderer Philosophen.
  • 3. Kritische Phase: Im 14. Jahrhundert durch Wilhelm von Ockham.

Das philosophische System des Thomas von Aquin führte zur Scholastik in ihrer Zeit größter Pracht.

Einführung in das Denken von Thomas von Aquin

Thomas von Aquin beabsichtigt, die Wirklichkeit zu interpretieren, ohne auf ihre Wurzeln in der philosophischen Tradition zu verzichten. Seine Lösung wird als konstruktive Synthese bezeichnet; sie enthält Elemente anderer Denker und baut auf diesen Ideen sein eigenes Denken auf. Ein Großteil seines Werkes basiert auf den Elementen des Aristoteles und führt zum christlichen Problem von Vernunft und Glaube.

Die Problemstellung: Natur, Gnade und Erkenntnis

Die menschliche Natur ist nach der Erbsünde geschwächt und krank, sodass sie der Hilfe Gottes bedarf, um zum Heil zu gelangen. Wir werden nur gerettet, wenn wir Gott erkennen und tun, was er will. Thomas von Aquin sieht es als eine Pflicht an, Gott zu kennen. Wer nicht wissen will, kann nicht überzeugt werden. Für den Rest gilt:

  1. Aus der Vernunft: Wir erkennen eine Reihe von Wahrheiten (das Offensichtliche).
  2. Aus dem Glauben: Die Vernunft allein reicht nicht aus, um das zu klären, was für den Glauben notwendig ist.

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