Thomas Brussig: DDR-Alltag, Satire und die Mauer
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Brussigs Erzählstil: Humor und die DDR-Realität
Der Autor bringt Fakten und Situationen der Zeit der Mauer durch persönliche Auseinandersetzungen der Hauptfiguren auf anschauliche Art und Weise näher. Durch einen lockeren und witzigen Erzählstil spricht er vor allem jugendliche Zielgruppen an. Er erzählt Anekdoten des alltäglichen Lebens in der DDR.
Sein Buch entspricht einer Komödie, in der sich ein Junge in der Pubertät bemüht, ein Mädchen zu erobern. Seriöse Probleme werden dabei durch Ironie, Satire und anekdotische Geschichten vermittelt. Deswegen wird Brussigs Werk von manchen Kritikern negativ bewertet.
Die Intention des Autors: Erinnerung und Kritik
Meiner Meinung nach möchte der Autor zeigen, dass es, obwohl es sich um schlechte und komplizierte Zeiten handelte, auch schöne und amüsante Momente gab. Dieses tragische Thema des Mauerfalls sollte sich die Gesellschaft immer vor Augen halten.
Deshalb verwendet Brussig eine humoristisch-satirisch geprägte Sprache. Damit wendet er sich nicht nur an ein Publikum, das die damaligen Geschehnisse miterlebt hat, sondern auch an Jugendliche, die sich hiermit mit den Ereignissen eines komplizierten kommunistischen Deutschlands auseinandersetzen können.
Der Autor versucht mit seinem humoristischen Ton keineswegs, die Wichtigkeit des Mauerfalls zu schmälern oder die Opfer der Mauer zu beleidigen. Ganz im Gegenteil: Er möchte nur auf indirekte Weise das damalige System kritisieren.
Zwischen Satire und Geschichtsaufarbeitung
Das Buch beinhaltet alles, von Satire und Gesellschaftskritik bis hin zu geschichtlichen Ereignissen. Vor allem aber möchte der Autor die schönen Zeiten in Erinnerung behalten und die schlechten auf eine friedvolle Art und Weise angehen. Man kann nicht nur die negative Seite der Dinge betrachten, weil wir sonst nur unglücklich würden. Aus diesem Grund muss man auch von den alten Zeiten eine gute Erinnerung bewahren.
Die Gesellschaft der DDR: Klugheit und Nonkonformismus
Die Menschen in der DDR waren klug, viele waren belesen und hatten großes Interesse an Bildung. Sie konnten verschiedene Sprachen sprechen, was im Vergleich zu anderen Ländern der damaligen Zeit bemerkenswert war. Sie lebten unter einem schwierigen politischen System, in dem es fast keine Grundrechte oder Freiheiten gab und sie „eingesperrt“ waren.
Man unterscheidet hierbei zwei Formen des Widerstands:
- Aktive Nonkonformisten: Viele, die gegen das System waren, übten auf verschiedene Art und Weise Kritik und handelten aktiv gegen den Staat.
- Passive Nonkonformisten: Viele andere, die gegen das System waren, kritisierten es auf eine indirekte Weise.
Die Gesellschaft lebte generell zu jener Zeit in einer Realität, die sich stark von der in anderen Ländern unterschied. Da sie „eingesperrt“ waren, konnten sie kaum von außen beeinflusst werden.
Der Autor erwähnt in seinem Zitat, dass sie in diesem passiven Lebenszustand, voller Intellektualität, aber ohne jede Handlung oder jegliche Herausforderungen, verharrt wären. All das änderte sich, als die Mauer fiel.