Thomas Pogge: Konzepte der globalen Gerechtigkeit
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Thomas Pogge: Globale Gerechtigkeit
Gebiete der internationalen Justiz
Internationale Ethik und das Recht der Nationen.
Zwei Wege der moralischen Gerechtigkeitsanalyse
- Interaktive Analyse: Untersuchung der Wirkungen und Effekte von individuellen und kollektiven Akteuren. Suche nach Schwachstellen in Mitteln und Beziehungen.
- Institutionelle moralische Analyse: Untersuchung der Struktur unserer sozialen Welt (Gesetze, Konventionen, Institutionen und Praktiken). Suche nach Fehlern in Regeln und institutionellen Designs.
Intra-nationale vs. inter-nationale Perspektiven
- Intra-national: Eine Weltgesellschaft, bewohnt von Menschen, Familien, Unternehmen und Verbänden innerhalb eines territorial definierten Raums.
- Inter-national: Eine Welt der Staaten, bewohnt von einer kleinen Zahl souveräner Akteure.
Das globale Konzept der Gerechtigkeit
Aufbrechen der traditionellen Trennung zwischen intra-nationalen und inter-nationalen Aspekten. Diese Trennung wird herausgefordert durch:
- Das Auftreten von multinationalen Unternehmen, internationalen Organisationen und Regionalverbänden.
- Fehlende moralische Angemessenheit: Es war noch nie plausibel, dass die Interessen der Staaten (d. h. Regierungen) die einzigen moralisch relevanten Erwägungen darstellen.
Globale Gerechtigkeit und institutionelle Ordnung
Die globale institutionelle Ordnung kann auf zwei Arten moralischen Schaden verursachen:
- Unmittelbare Auswirkungen: Regeln, die die Bevölkerung direkt betreffen, wie z. B. Protektionismus.
- Indirekte Einflüsse: Normen wie internationale Kredite oder Ressourcenrechte, die despotischen Herrschern gewährt werden.
Einwände gegen die globale Gerechtigkeit
- Erster Einwand: Die institutionelle Ordnung wurde von den Armen und weniger Leistungsfähigen freiwillig akzeptiert.
- Zweiter Einwand: Die Aufgabe einer Regierung ist der Schutz der Interessen ihrer Bürger. Daher ist es verständlich, dass reiche Länder die globale Ordnung zu ihrem Vorteil gestalten wollen.
Gegenargumente und ethische Grenzen
Es gibt ethische Grenzen für die Parteilichkeit einer Regierung: Es ist beispielsweise nicht zulässig, Unschuldige im Namen des Wohlergehens der eigenen Bürger zu ermorden. Zudem sind institutionelle Verschiebungen nur im Rahmen der Gleichheit der Bedingungen legitim.