Tirant lo Blanc und Mercè Rodoreda: Analyse romantischer und moderner Romane

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Tirant lo Blanc: Ein romantisches Ritterleben

Tirant lo Blanc wurde 1413 in Valencia geboren, als die Familie Duna die Herren von Gandia war. Der Autor von Tirant lo Blanc spiegelt in diesem Roman seinen tiefsten Wunsch für die Nachwelt wider: ein Ritter zu werden, der bekannt, berühmt, edel und geliebt ist.

Er beendete sein Leben arm und verschuldet. Seine Biografie ist sehr romantisch. Doch bald musste er die Verantwortung für die Familie übernehmen und verbrachte die Hälfte seines Lebens damit, für die Ehre der Familie und deren Besitz zu kämpfen. Martorell schrieb Tirant lo Blanc in seinen letzten Jahren und musste den Roman verpfänden, um ihn fertigzustellen. Joanot Martorell war der Hauptverantwortliche für die Veröffentlichung, die den Roman als ersten Roman bekannt machte.

Veröffentlichung und Inhalt von Tirant lo Blanc

Insgesamt wurde Tirant lo Blanc 1490 von Joanot Martorell veröffentlicht. Er präsentiert ein Leben voller Freude mit unbekannten Nuancen des Rittertums und des Realismus. Die Komplexität und die Entwicklung der Hauptfiguren sowie das Ergebnis des Romans brechen mit den Konventionen des Genres.

Tirant lo Blanc ist ein Roman, der auf jeder Seite neue Behandlungsmethoden bietet und eine Summe von Stilen und Registern der Sprache und Epoche enthält. Er zeigt uns die Vielzahl der Lesarten und Aspekte, über die man nachdenken muss.

Die wichtigsten thematischen Argumente

  • Der erste Teil behandelt die Ausbildung Tirants als Ritter, sowohl im Kampf als auch im höfischen Leben und Krieg.
  • Der zweite Teil ist der berühmteste und mittelalterlichste des Romans. Tirant erreicht Konstantinopel und stellt sich zwei letzten Herausforderungen: die Verteidigung des griechischen Imperiums gegen die Türken und das Ende der Romantik.
  • Das dritte Argument beginnt mit Tirants zufälligem Schiffbruch: Nach dem Sturm erreicht er die Küsten Nordafrikas und beginnt die Christianisierung des Maghreb. Er führt eine große Armee an und besiegt die Türken. Dies ist der skandalöseste und absurdeste Teil des Romans.

Mercè Rodoreda: Ein Roman des Lebens

Mercè Rodoreda wurde 1908 in Barcelona geboren. Am selben Tag, an dem sie zwanzig Jahre alt wurde, heiratete ihr Onkel und bekam einen Sohn.

Rodoreda kam mit der Gruppe von Intellektuellen in Sabadell in Kontakt und war intensiv als Autorin von Artikeln, Interviews und Erzählungen tätig. Sie war sentimental mit Andreu Nin und Francesc Taberner verbunden. 1932 veröffentlichte sie ihren ersten Roman.

Ab 1939 trat sie die erzwungene Verbannung an. Ihre aktive Beteiligung an der Propaganda für Katalonien in den letzten Jahren der Republik führte zu einer klaren Zielscheibe der franquistischen Unterdrückung. Sie gewann die Blumenfestspiele in London. 1957 gewann sie den Preis Víctor Català mit Vint-i-dues contes (Zweiundzwanzig Geschichten).

1962 veröffentlichte sie La plaça del Diamant (Der Diamantplatz). Der Tod von Armand Obiols bedeutete einen Wendepunkt in ihrem Leben. 1974 veröffentlichte sie El mirall trencat (Der zerbrochene Spiegel). Später erhielten ihre Werke die offizielle Anerkennung.

Überblick über Rodoredas Werk

Rodoreda hatte eine klare Berufung als Schriftstellerin und widmete ihr Leben ausschließlich dem Schreiben. Die Charaktere Rodoredas zeichnen sich durch das Gefühl aus, das sie dem Leben verleiht, das sie als einzigartig empfindet.

Die Charaktere und die Autorin

Sie schenkt ihren Werken eine reiche und vielfältige weibliche Charakterwelt, in der sich Spuren, Gesten und Ähnlichkeiten mit der Autorin selbst wiederfinden.

Rodoredas Werkphasen
  • Bücher für die Jugend: Vier Romane, die die Autorin ablehnte: Aloma.
  • Bücher der Reife: Hier spiegeln sich Werke wider, die den Verlust der jugendlichen Heldinnen während der Einführung einer neuen Erzählstimme mit der Beherrschung narrativer Techniken zeigen, die mehrere Ebenen simulieren. Dazu gehören Vint-i-dues contes, La plaça del Diamant, La meitat obscura (Die dunkle Hälfte) und Mirall trencat (Zerbrochener Spiegel) im Garten des Alterns. Quanta, quanta guerra... und La meitat obscura behandeln das Altern und den Tod. El mirall trencat ist ein emblematischer Roman Rodoredas.
  • Auf der anderen Seite des Spiegels: Ein Rodoreda, der Zeit und Raum wünscht. Es ist eine mystische und symbolische Phase, die die Tür zur Fantasie und zum Esoterischen öffnet. Dazu gehören Viatges i flors, Quanta, quanta guerra... und La meitat obscura.
Zwei wesentliche Romane
  • La plaça del Diamant oder der Verlust der Jugend: Natalia erzählt den größten Teil ihres Lebens, das von der Jugend bis zur Hochzeit ihrer kleinen Tochter reicht. Die drei Phasen sind:
    • Das ruhige Leben: Die Kapitel erzählen das Privatleben im kleinen Viertel Dalt, wo sie Quimet kennenlernt. Der Verlust der Identität wird betont.
    • Das unruhige Leben: Die persönliche und kollektive Situation kompliziert sich. Es ist eine Zeit des Krieges und des Todes.
    • Das zerbrochene Leben: In den letzten Kapiteln, geprägt von Geburt und Gefangenschaft, versucht die Protagonistin, die verlorene Identität wiederzuerlangen, doch Colometa hat ihre Jugend verloren und ist im Laufe der Zeit verblasst.
  • El mirall trencat (Der zerbrochene Spiegel): Ein ehrgeiziger Roman. Teresa Goday führt die Leser durch eine große Galerie reicher und unterschiedlicher Charaktere verschiedener Geschlechter, Altersgruppen und sozialer Schichten, die sie kennenlernt.

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