Tourismus in Spanien: Entwicklung, Modelle und Herausforderungen
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Punkt 18: Tourismus
1. Die Entwicklung des Tourismus in Spanien
Die Geschichte geht zurück auf die Ankunft im 19. Jahrhundert von Reisenden, die Spanien als ein tropisches und exotisches Land empfanden. Die Anfänge des modernen Tourismus liegen in den 1950er Jahren. Im Jahr 1960 lag die Zahl der Besucher bei über sechs Millionen; dieses Wachstum setzte sich bis 1973 fort.
Von 1960 bis 1973 konsolidierte sich das spanische Modell des Massentourismus, das den Bau von Wohnanlagen und Hotels erforderte. Die Expansion endete 1973 aufgrund der gestiegenen Ölpreise, einer Wirtschaftskrise, dem Niedergang des Franco-Regimes und den Unruhen des Übergangs zur Demokratie.
Seit 1976 begann eine neue Phase nachhaltigen Wachstums, die bis 1989 dauerte; ihr Hauptmerkmal war die Konsolidierung des spanischen Strandtourismus.
Im Jahr 2007 war Spanien weltweit der zweitgrößte Reisemarkt nach Frankreich hinsichtlich der Besucherzahlen. Beim Einkommen belegte Spanien ebenfalls den zweiten Platz weltweit, hinter den Vereinigten Staaten.
Vergleicht man die Entwicklung, so wuchsen seit den frühen 1990er Jahren die Einnahmen langsamer als die Besucherzahlen. Gleichzeitig hat der Tourismussektor an Rentabilität verloren. Seit 2008 gab es einen Rückgang der Touristenzahlen aufgrund der Wirtschaftskrise.
2. Charakterisierung und Typisierung des Tourismus
Das in Spanien konsolidierte Tourismusmodell wird hauptsächlich von internationalen Besuchern geprägt; es handelt sich um Massentourismus, bei dem das Bedürfnis nach Sonne und Strand im Vordergrund steht.
- Länderherkunft: Die Länder, die Touristen nach Spanien schicken, sind vor allem Mitglieder der Europäischen Union. Spanien ist im Wesentlichen ein europäischer Touristenraum mit zunehmend interkontinentalen Verbindungen.
Das dominierende Tourismusmodell orientiert sich am „Sonne und Strand“-Konzept, also an Urlaub zur Erholung und Freizeit, was sich in der Überfüllung von Verkehr und Beherbergungsbetrieben in den Monaten Juli und August zeigt.
Andere touristische Angebote, die in jüngerer Zeit entstanden sind, umfassen Inlandstourismus, Wintersport, Wellness, Wein- und Gourmettourismus, Film- und Ökotourismus.
- Tourismus der Rentner: Staatsangehörige oder Ausländer, die ihren Aufenthalt an der Küste abwechselnd mit ihrem gewöhnlichen Aufenthalt in der Heimat verbringen, nehmen zu.
- Spanische touristische Infrastruktur: Je nach Nachfrage ist die Infrastruktur außergewöhnlich und stellt eines der wichtigsten Vermögenswerte gegenüber potenziellen Wettbewerbern dar. Ihre geografische Verteilung ist ungleichmäßig zwischen den autonomen Gemeinschaften und innerhalb von ihnen, nach Landkreisen.
Die meisten ausländischen Touristen kommen aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien (in dieser Reihenfolge). Zudem hat sich durch verbesserte Lebens- und Reisebedingungen das Wachstum des Inlandstourismus sowohl an der Küste als auch im Binnenland bemerkbar gemacht. Regionen wie Madrid, Katalonien und Andalusien sowie andere Gemeinschaften haben Raten oberhalb des nationalen Durchschnitts; dazu gehören das Baskenland, Asturien, Aragonien, ...
Ein Problem des Tourismus ist die deutliche Saisonalität: die Bevorzugung des Sommers führt meist zu Massentourismus an der Mittelmeerküste. Ein zweites Problem ist die räumliche Konzentration des Angebots auf der Mittelmeerküste und den Inseln.
Drittens besteht eine Konzentration der Nachfrage aus dem Ausland; deshalb können Veränderungen in Geschmack und Kaufkraft dieser Herkunftsländer negative Folgen haben. Wenn wir die Nachfrage diversifizieren würden, könnte das Wachstum nachhaltig gesichert werden.
Ein viertes Problem ist die Abhängigkeit von Reiseveranstaltern (Fremdfirmen, die ausländischen Touristen komplette Urlaubspakete verkaufen, die der Kunde im Herkunftsland bezahlt), wodurch ein Großteil der Ausgaben im Herkunftsland verbleibt. Die Lösung könnte mehr Investitionen in inländische Unternehmen wie Reiseveranstalter sein, sodass ein größerer Teil der Ausgaben in Spanien verbleibt.
Der Sektor ist durch große Hotelunternehmen und viele Kleinbetriebe geprägt. Fast die Hälfte der Hotelbetriebe besteht aus unabhängigen Einzelunternehmen oder kleinen Hotelketten, was Verhandlungen mit Reiseveranstaltern erschwert.
Schließlich besteht die Notwendigkeit, die Qualität unserer Dienstleistungen zu erhöhen: Wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine breite Diversifizierung des touristischen Angebots.