Die traditionelle Lyrik: Ursprung, Formen und Merkmale
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Die traditionelle Lyrik: Ursprung und Merkmale
Lírica tradicional – die traditionelle Lyrik. Hierbei werden anonyme Lieder komponiert, die mündlich weitergegeben werden; das zentrale Thema ist das Gefühl der Liebe. Die mündliche Dichtung wird zur Poesie, wenn sie vom traditionellen Kollektiv übertragen wird. Die ersten Manifestationen der traditionellen Lyrik scheinen aus dem 10. oder 11. Jahrhundert zu stammen.
Die Poesie hat einen anonymen Autor, doch es besteht kein Interesse daran, diesen zu kennen, da die Gemeinschaft das Werk billigte und es an nachfolgende Generationen übertrug.
Struktur, Thematik und Stil
- Struktur: Die traditionelle Lyrik basiert auf rhythmischen Strukturen, Parallelismen und Chören.
- Track (Thematik): Die Liebe ist das häufigste Thema, wobei die weibliche Perspektive oft häufiger vorkommt als die männliche.
- Style (Stil): Einfach und kondensiert. Kurze Gedichte sind intensiv und emotional.
Metrik der traditionellen Lyrik
Metrik: Es werden Verse der „Minor Art“ (kurze Verse) mit verschiedenen Maßen sowie Reim und Assonanz verwendet. Die Form basiert in der Regel auf dem Chor und der Parallelität.
Die gelehrte Lyrik (Lírica culta)
Es handelt sich um eine Poesie mit bekannter Autorschaft, die durch die Schrift übertragen wird. Es ist ein Gedicht, das erkennbar später ausgearbeitet wurde als die traditionelle Lyrik. Die erste gelehrte Lyrik ist die provenzalische des 12. Jahrhunderts. Wer die Texte und die Musik schreibt, ist der Troubadour.
Mozarabische oder andalusische Lyrik: Die Jarchas
Die Jarchas sind kurze Gedichte, die in mozarabischer Sprache verfasst wurden und das Thema Liebe aus einer weiblichen Perspektive behandeln. Seit dem 11. Jahrhundert sind sie die ältesten Beispiele der traditionellen romanischen Lyrik. Die Muwassaha ist eine Komposition, die mit einem kurzen Gedicht endet, welches ursprünglich nicht vom selben Autor stammte.
Das Thema Liebe ist weiblich (Klage über die Abwesenheit des Geliebten); die verliebten Mädchen vertrauen sich meist der Mutter oder den Geschwistern an. Die Jarchas sind sehr kurze Gedichte mit 3, 4 oder 5 Versen (meist achtsilbig). Ausrufe- oder Fragezeichen gibt es zuhauf.
Galicisch-portugiesische Lyrik und Balladen
Es gibt drei Arten von Balladen (Cantigas). Lyrisch-traditionell: Die Cantigas de Amigo stammen aus dem 12. Jahrhundert, wurden aber erst später zusammengestellt. Thema: Die Liebe zu einem Freund (Geliebten). Ein verliebtes Mädchen äußert ihre Beschwerde. Die Struktur ist meist paralelística.
Gelehrte Lyrik und satirische Lieder
Gelehrte Lyrik (Lírica culta): Die lyrisch-romantischen Balladen der Liebe (Cantigas de Amor) und die Spottlieder (Cantigas de Escarnio). In den Liebesliedern beklagt der Autor die unerwiderte Liebe seiner Dame. Die Spottlieder sind satirische Gedichte, die gegen andere Dichter und Höflinge gerichtet sind. Alfonso X. der Weise schrieb zudem die Cantigas de Santa Maria (Gesänge der Jungfrau Maria).