Triangulation in der Forschung: Denzin, Methoden und Kritik

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Triangulation in der Forschung: Begriff und Ursprung

Es wird angenommen, dass die von den Techniken verwendeten Verfahren auf dieselbe Wirklichkeit verweisen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Veränderungen, die allenfalls im Mittelpunkt stehen, dazu neigen, alle Ansätze in Richtung Konvergenz der Ergebnisse zu führen. Wenn sie nicht konvergieren, ist eines der wichtigsten Probleme der Triangulation, dass sie unzureichend umgesetzt wurde, zumindest bei einigen der Techniken. Triangulation wurde bereits als Methodik und Strategie zur Bewertung und Überwachung in der Forschung etabliert. Sie dient dazu, das Verständnis der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu vertiefen und nicht nur als Teil eines Entwurfs, um den Wissensstand über diese Wirklichkeit zu erhöhen.

Der Begriff Triangulation wurde von Campbell und Fiske in Feldversuchen zur Einstellungsforschung entwickelt. Prinzipiell misst man verschiedene Merkmale an einer Ansammlung von Individuen mit verschiedenen Methoden, so dass jede Messung methodenunabhängig ist. Auf diese Weise entsteht eine Korrelationsmatrix der gemessenen Eigenschaften. Maßnahmen desselben Merkmals sollten untereinander eng korrelieren und stärker miteinander übereinstimmen als mit Maßen unterschiedlicher Merkmale, die mit verschiedenen Methoden erhoben wurden.

Multitrait-Multimethod-Ansatz

Das Multitrait-Multimethod-Paradigma (Multitrait-Multimethod-Ansatz) soll gewährleisten, dass nur relativ valide Schlüsse aus der Verwendung einer einheitlichen Methode abgeleitet werden. Allerdings ist seine Anwendung auf die Beziehung zwischen Umfang (Quantität) und Qualität fragwürdig, da das zweite den Umfang der Messung betrifft und unterschiedliche Dimensionen berührt.

Denzins Konzept der Triangulation

Denzins Formulierung der Triangulation geht über ein spezifisches Handlungsfeld hinaus und kann zu einem der wichtigsten Schritte in der methodischen Entwicklung hin zu gemeinsamen qualitativen und quantitativen Ansätzen werden. Für Denzin ist Triangulation eine Möglichkeit, die Gültigkeit von Schlussfolgerungen zu prüfen, weil man davon ausgehen kann, dass die hypothetische Konsistenz der Daten überprüfbar ist.

Mögliche Quellen der Triangulation

Für Denzin sind mögliche Quellen der Triangulation:

  • Daten
  • Beobachtungen
  • Theorien
  • Methoden (methodische Triangulation), also der Einsatz verschiedener Methoden bei der Untersuchung desselben Phänomens, mit dem Ziel, die Vorurteile und Verzerrungen einzelner Methoden auszugleichen

Die Logik der Triangulation besteht darin, dass der Forscher sicherer in seine Ergebnisse sein kann, wenn er verschiedene Methoden anwendet, da jede Methode ihre eigenen Vor- und Nachteile beziehungsweise spezifischen Voreingenommenheiten hat.

Kritik an Denzins Vorschlag

Er hat Denzins Vorschlag aus drei Gesichtspunkten kritisiert:

Kritik 1: Schwierigkeit der Konvergenzbestimmung

Festzustellen, ob eine Konvergenz vorliegt, ist ein schwieriges Unterfangen, besonders wenn es um die Konvergenz qualitativer und quantitativer Daten geht. Die Erwartung einer Konvergenz der Ergebnisse im Rahmen der Validität setzt voraus, dass verschiedene Aspekte beobachtet werden können. Aus dem Prinzip des doppelten quantitativen und qualitativen Aspekts der Realität folgt die Vorstellung, dass Konvergenz als Ausdruck betrachtet werden könnte, dass eine einheitliche Wirklichkeit erfasst wird; tatsächlich handelt es sich jedoch häufig um unterschiedliche Aspekte derselben Wirklichkeit.

Kritik 2: Umgang mit nicht übereinstimmenden Ergebnissen

Selbst wenn Denzin ausdrücklich die Möglichkeit einräumt, dass die Ergebnisse verschiedener Methoden nicht übereinstimmen, bleibt die Analyse der Konsequenzen offen. Daraus könnte fälschlich geschlossen werden, dass sich alles auf die Ergebnisse reduziert. Was ist zu tun, wenn Methoden unterschiedliche Resultate liefern? Bryman und Patton beschrieben die Tendenz von Forschern, sich eher auf qualitative Belege zu stützen, wenn diese unmittelbare Erfahrungen bieten; Qualität scheint dann entscheidend zu sein. Dies beantwortet jedoch nicht grundlegend, wie mit widersprüchlichen Befunden umzugehen ist.

Kritik 3: Betonung der Methodenaußenperspektive

Triangulation legt großen Wert auf das Äußere der Methoden: den Vergleich zwischen Verfahren, der die Gültigkeit der Beobachtung erzeugen soll, dabei jedoch die Vermittlung durch den Beobachter umgeht. Die starke Trennung zwischen den verschiedenen Arten der Triangulation — etwa Beobachter- und Methodentriangulation — führt dazu, dass Methoden, Beobachter und Forschungspraxis nicht immer in einer Synthese zusammengeführt werden, die dem Forscher eine integrierte Sicht erlaubt. Der Forscher verändert Methoden in der Praxis, und die Kompatibilität dieser Methoden entsteht oft erst in der Auseinandersetzung mit dem konkreten Forschungsthema und dessen praktischen Anforderungen.

Kritische vierte Perspektive

Es gibt auch eine weitere, kritischere Auffassung der Triangulation, die Triangulation als Zugang zu einer externen, objektiven Realität versteht, die durch die Nutzung verschiedener Instrumente zugänglich gemacht wird. Komplexere Interpretationen, wie sie von Erzberger und Prein vorgeschlagen wurden, sehen Triangulation als Möglichkeit, eine dreidimensionale Darstellung eines Objekts zu erhalten, indem zwei komplementäre zweidimensionale Bilder kombiniert werden. Da der Begriff der Validität die Annahme einschließt, eine beobachtete soziale Realität existiere unabhängig von der Beobachtung, steht diese Position im Spannungsverhältnis zu konstruktivistischen Ansätzen, die betonen, dass soziale Wirklichkeit erst durch Beobachtung und Interpretation erzeugt wird.

Zusammenfassend bleibt Triangulation ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Gültigkeit empirischer Forschung, das aber methodisch sorgfältig implementiert und theoretisch reflektiert werden muss, insbesondere wenn es um die Integration qualitativer und quantitativer Ansätze geht.

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