Das Turno-System und der Caciquismo in der spanischen Restauration
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Der regelmäßige Machtwechsel (Turno Pacífico)
Der regelmäßige Wechsel der Macht zwischen den beiden politischen Optionen diente dynastischen Zielen und der institutionellen Stabilität. Wenn die Regierungspartei durch politische Prozesse und Abnutzungsfaktoren das Vertrauen der Cortes verlor, rief der Monarch den Führer der Oppositionspartei, um eine Regierung zu bilden. Dann forderte der neue Regierungschef Wahlen.
Wahlkorruption und das Caciquismo
Das Turno-System (Wechsel) und die damit verbundene Wahlkorruption (Caciquismo) ermöglichten es den Caciques (Häuptlingen), über 20 Jahre lang ihre Macht zu erhalten.
Die Verfälschung der Abstimmung war eine gängige Praxis bei allen Wahlen. Dies wurde erreicht durch:
- Die Wiederherstellung der Zensuswahl.
- Die Bevorzugung ländlicher Gebiete gegenüber städtischen.
- Wahlmanipulation und Betrug.
Die Rolle der Caciques (Häuptlinge)
Die Häuptlinge (Caciques) waren einflussreiche Personen, oft reiche Landbesitzer in ländlichen Gebieten, die Arbeitsplätze schufen und großen Einfluss auf das lokale Leben hatten, sowohl sozial als auch politisch. Es konnten auch Anwälte, angesehene Persönlichkeiten oder Verwaltungsbeamte sein, die Räte und Berichte kontrollierten und persönliche Zertifikate ausstellten, die beispielsweise die Auslosung für die Wehrpflicht (Quinta) beeinflussten.
Mit ihrem Einfluss lenkten die Häuptlinge die Richtung der Abstimmung, belohnten Loyalität bei Wahlen und diskriminierten jene, die ihre Interessen nicht vertraten. Die Häuptlinge manipulierten Wahlen ständig in Absprache mit den Behörden, insbesondere den zivilen Gouverneuren.
Methoden des Wahlbetrugs (Pucherazo/Takelage)
Die Gesamtheit der Wahlbetrügereien, die zur systematischen Fälschung der Wahlergebnisse beitrug, wird als Pucherazo (oder Takelage) bezeichnet. Um die Wahl des Regierungskandidaten zu sichern, zögerte man nicht, folgende Methoden anzuwenden:
- Die Volkszählung fälschen (einschließlich der Registrierung Toter oder der Verhinderung der Stimmabgabe Lebender).
- Die Strichlisten manipulieren.
- Stimmenkauf.
- Wähler mit Zwang jeglicher Art bedrohen.
- Gewalt anwenden, um Gegner einzuschüchtern.
Die Entwicklung der politischen Landschaft (1875–1882)
Die konservative Partei blieb von 1875 bis 1881 an der Regierung. Dann bildete Sagasta eine liberale Regierung, die 1882 erstmals das allgemeine Männerwahlrecht für Kommunalwahlen einführte.