Typen und Entwicklung der Landwirtschaft: Von der Subsistenzwirtschaft zur Marktorientierung

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Objektstruktur und Betriebsgrößen

Objekt-Durchschnitt: Dies ist die häufigste Betriebsform in Europa und Katalonien, mit Größen zwischen 10 und 200 Hektar. Diese Betriebe erhalten in der Regel Unterstützung durch die Europäische Union. In Katalonien sind Betriebe wichtig, bei denen die Eigentümer einen Großteil der Arbeit selbst verrichten (direkte Bewirtschaftung).

Die Kleinbetriebe: Betriebe, die kleiner als 10 Hektar sind (in Spanien, besonders im Norden wie Galicien, sind sie noch kleiner), sind sehr verbreitet. Bei dieser Betriebsart ist die Einführung von Maschinen und Geräten oft schwierig, manchmal auch aufgrund von Erbrechtsfragen, die die Parzellen immer weiter verkleinern. Der Landwirt baut hier meist nur für den Eigenbedarf an.

Kollektiveigentum: Hier gibt es mehrere Besitzer, beispielsweise eine Nachbarschaftsgruppe oder eine landwirtschaftliche Kooperative, die gemeinsam wirtschaften und die Erträge teilen. Diese Form ist häufiger bei Wäldern oder Wiesen anzutreffen.

6.5 Die Landwirtschaft nach Ausrichtung

Landwirtschaft zur Selbstversorgung oder Autarkie

Diese Form der Landwirtschaft ist darauf ausgerichtet, nur das zu produzieren, was der Bauer und seine Familie benötigen. Dies ist das Hauptanliegen des Landwirts, dem er seine Zeit und Mühe widmet. Diese reine Form der Landwirtschaft ist heute praktisch nicht mehr existent. Man spricht von Subsistenzwirtschaft, wenn mindestens zwei Drittel der Zeit oder Fläche für diese Eigenproduktion aufgewendet werden. Dies ist typisch für Länder der Dritten Welt, insbesondere in Teilen des Pazifiks, Lateinamerikas und Afrikas. Etwa drei Viertel der Landwirte weltweit betreiben diese Art der Landwirtschaft.

Die traditionelle Landwirtschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass sie primär für den Eigenverbrauch bestimmt ist und nur wenige moderne Betriebsmittel nutzt. Dies führt zu geringen Gewinnen, weshalb diese Landwirte kaum in technische Verbesserungen investieren können. Beispiele für traditionelle Systeme sind:

Extensive Landwirtschaft (Nomadische oder wandernde Tierhaltung)

Diese Art der Tierhaltung ist vor allem in Afrika verbreitet, war aber auch in Europa in der Vergangenheit üblich. Offensichtlich werden die Herden je nach Wetterlage zu Weidegründen in Gebirgsregionen verlagert. In Spanien wurde diese Form als Wanderhirten Vieh bezeichnet.

Brandrodung (Um das Feuer)

Bei dieser primitiven Form der Landwirtschaft wird Wald abgebrannt, um die Asche als Dünger für den Boden zu nutzen. Sobald der Boden ausgelaugt ist, zieht man weiter. Diese Art der Landwirtschaft ist sehr ursprünglich.

Reisanbau (Ricicultura)

Diese Art der Landwirtschaft ist typisch für die Monsunregionen (Regenzeit) in Asien, insbesondere in Flussdeltas. Sie ist abhängig von starken Regenfällen, die oft zu Überschwemmungen führen. Daher wird der Reisanbau hauptsächlich in Südasien praktiziert.

6.5.1 Allgemeine Eigenschaften der traditionellen Landwirtschaft

In der traditionellen Landwirtschaft und Viehzucht sind die Techniken sehr rudimentär, also primitiv. Oft arbeiten die Landwirte mit bloßen Händen oder sehr einfachen Werkzeugen und setzen nur wenige Tiere ein. Ein weiteres Merkmal ist die Ineffizienz der Anbautechniken, was zu einer sehr geringen Produktion führt. Obwohl die Arbeit sehr arbeitsintensiv ist (fast die gesamte Bevölkerung verbringt den Tag auf den Feldern), ist die Ertragsrate minimal. Die Bevölkerung ist oft mangelernährt, leidet unter Unterernährung, weist aber gleichzeitig eine sehr hohe Geburtenrate und Bevölkerungsdichte auf.

6.6 Das Problem der Landwirtschaft in armen Ländern

Es ist offensichtlich, dass die Produktivität in den Ländern der Dritten Welt sehr gering ist. Dies liegt nicht an einem Mangel an Arbeitskräften, sondern an der sehr geringen landwirtschaftlichen Produktivität. Die zentrale Frage ist, wie die Produktivität gesteigert werden kann. Eine Lösung liegt im Wissenstransfer aus dem Ausland, um Hunger zu bekämpfen. Angesichts des Bevölkerungswachstums wurde die Grüne Revolution als Lösung gesehen: die Umstellung traditioneller Bewirtschaftungsformen durch den Transfer von Wissen und Technologie aus der entwickelten Welt.

Die Grüne Revolution begann in den 1950er Jahren mit der Forschung an verschiedenen Kulturpflanzen, um Arten mit besserer Leistung und höherer Krankheitsresistenz zu entwickeln. Dies betraf vor allem Weizen, Mais und Reis. Diese Forschungsergebnisse wurden seit den 1960er Jahren in die Praxis umgesetzt und führten zu steigenden Erträgen bei Weizen und Reis. Zudem wurden Pestizide und Pflanzenschutzmittel erforscht. Die Ergebnisse waren sehr gut, besonders in Südostasien und Lateinamerika, während sie in Afrika weniger erfolgreich waren. In vielen Ländern ersetzten die neuen Pflanzen traditionelle Sorten oder wurden für industrielle Zwecke angebaut.

7. Krise der traditionellen Agrargesellschaft: Wissenschaftliche und mechanisierte Landwirtschaft

7.1 Die Landwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg: Übergang zur Marktwirtschaft

Die Landwirtschaft in den entwickelten Ländern veränderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg stark, vor allem durch Kapitalinvestitionen, die in neue Technologien flossen. Dies steigerte die Produktivität und ermöglichte die Anhäufung von Kapital.

7.1.1 Auswirkungen der Industrialisierung

Die Industrialisierung brachte tiefgreifende Veränderungen mit sich, auch in der Landwirtschaft. Die Produktion musste gesteigert werden, da die Bevölkerung stark wuchs. Ein weiteres Phänomen war die Verdrängung vieler Handwerker, da Maschinen effizienter arbeiteten. Landwirte benötigten nun Bargeld, um diese industriellen Produkte zu bezahlen, weshalb ein Teil der landwirtschaftlichen Erträge für den Verkauf reserviert werden musste.

7.1.2 Die Marktorientierte Landwirtschaft

Die Landwirte begannen schrittweise, einen Teil ihrer Ernte auf dem Markt zu verkaufen, und zwar an denjenigen, der den höchsten Preis bot. Sie mussten daher auf die Marktanforderungen achten, um das Produkt in maximaler Menge und exzellenter Qualität zu erzeugen. Der Landwirt spezialisierte sich zunehmend und kaufte jene Produkte auf dem Markt, die er nicht mehr selbst anbaute.

7.1.3 Langsame Transformation

Dieser Übergang von der traditionellen zur marktorientierten Landwirtschaft war ein sehr langsamer Prozess. Viele Bauern wehrten sich zunächst dagegen, ihre Flächen auf ein einziges Produkt umzustellen und zumindest einen Teil für den Eigenbedarf zu reservieren, da sie sich an frühere Hungersnöte erinnerten.

7.1.4 Abhängigkeit vom Markt

Aktuell kann man sagen, dass die traditionelle Landwirtschaft, besonders in den entwickelten Ländern, weitgehend aufgegeben wurde. Jeder betreibt nun Marktwirtschaft, das heißt, die gesamte Produktion wird verkauft.

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