Überblick ethischer und philosophischer Strömungen

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Utilitarismus

Der Utilitarismus **identifiziert Glück mit Vergnügen (Lust)**. Im Gegensatz zum Hedonismus wird der Unterschied nicht individualistisch verstanden. Das zentrale Prinzip lautet: **„Das größte Glück der größten Zahl“**. Das bedeutet, eine Handlung ist umso besser, je mehr Glück sie für die größtmögliche Anzahl von Menschen produziert.

Jeremy Bentham (1748–1832)

Für Bentham hat uns die Natur **zwei große Meister** gegeben: **Lust und Schmerz**, die uns zeigen, was gut oder schlecht für uns ist. Er entwickelte das **„Arithmetische Mittel der Genüsse“** (Hedonistisches Kalkül), das zur Berechnung von Freude und Schmerz dient, die aus einer Handlung resultieren, um stets die positive Option wählen zu können. Der Utilitarismus Benthams befasst sich stark mit **politischen und sozialen Fragen**. Die Folgen einer Handlung bestimmen, ob diese gut oder schlecht ist (im Gegensatz zur Kantischen Ethik).

John Stuart Mill (1806–1873)

Für Mill gilt: **Qualität ist besser als Quantität** (höhere und niedrigere Freuden). Der größte Vorteil der utilitaristischen Moral ist der **Altruismus**, der das Vergnügen im Interesse anderer einschließt. Das allgemeine Wohl wird **durch Bildung** erreicht.

Marxismus (Karl Marx, 1818–1883)

Der Marxismus weist Ähnlichkeiten mit dem Utilitarismus auf: Man kann nicht glücklich sein, wenn man von unglücklichen Menschen umgeben ist.

  • Der erste ethische Grundsatz ist die Sicherstellung der **materiellen Mindestanforderungen** für alle Menschen. Es ist nicht ethisch, neue Konzepte zu fördern, bevor die materiellen Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert wurden. Dieser erste Begriff der marxistischen Ethik richtet sich gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
  • Das sittlich Gute besteht in der **Teilnahme an der Politik** und dem Kampf für eine bessere Zukunft.
  • Es wird die Bedeutung des **Engagements** betont; man darf sich nicht isolieren. Marxisten argumentieren, dass der einzige Weg zur Verbesserung der sozialen Bedingungen die soziale Revolution ist.

Die Notwendigkeit der Befreiung von:

  • Politik (gegen den Staat)
  • Wirtschaft (gegen den Kapitalismus)
  • Religion. (Bekanntes Zitat: **„Religion ist das Opium des Volkes“**)

Das ultimative Ziel ist die Erreichung einer **kommunistischen Gesellschaft**, in der es keine Klassenunterschiede und kein Privateigentum gibt. Zitate: **„Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“** und **„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“**

Friedrich Nietzsche

Nietzsche (betonte, dass er den Nationalsozialismus nie unterstützte) war ein Philosoph, der sich der **Entlarvung moralischer Präzedenzfälle** widmete. Er sah keine Unterschiede zwischen verschiedenen Moralsystemen, da sie alle die gleichen Werte predigen. Die Werte der jüdischen und christlichen Religionen bezeichnen seiner Ansicht nach eine **Angst vor dem Leben**. Wenn das Leben Freude und Wonne bringt, soll man es annehmen, aber auch, wenn es Leid und Gewalt bringt. Es gibt nichts, was über dem Leben steht. Nietzsche strebte eine **Rückkehr zu archaischen, primitiven Werten** an. Wir müssen Groll, Schuld und schlechtes Gewissen vermeiden – Werte, die dem Leben entgegenstehen. Er positionierte sich **gegen die Kirche**.

Existenzialismus (Jean-Paul Sartre)

Der Existenzialismus ist eine philosophische Strömung, die in Europa in der Zwischenkriegszeit aufkam. **Sartre** nimmt den Verlust des religiösen Glaubens als Ausgangspunkt. Die Idee, dass **Gott tot ist**, bedeutet, dass es keine absoluten Werte mehr gibt. Alles hängt von uns ab. Wir **sind dazu verurteilt, frei zu sein**. Wir müssen wählen, welche Art von Person wir sein wollen. Es gibt kein Besser oder Schlechter; wir schaffen unsere Werte selbst. Wir haben die Art von Person **gemacht**, die wir geworden sind. Jeder Mensch ist sein eigenes Modell. Empfehlung: Wir müssen uns **engagieren**.

Wittgenstein und die Analytische Philosophie

**Der Schlüssel ist die Sprache**. Die meisten philosophischen Probleme entstehen, weil wir Wörtern keine klare und genaue Bedeutung zuweisen. Nur Probleme, die präzise formuliert werden können, sind lösbar. Ethische Probleme werden von der analytischen Philosophie oft als **Pseudo-Probleme** betrachtet.

Habermas und die Dialogische Ethik

Die **Dialogische Ethik** (Diskursethik) beginnt mit dem Dialog. Sie besagt, dass man anderen darlegen muss, warum man so denkt, damit diese die Argumente bewerten können. Das Ziel des Dialogs ist es, das **Gemeinwohl** zu erreichen. Wir müssen einen Dialog beginnen, im Rahmen der Verpflichtung, das abschließende Ergebnis des Dialogs anzuerkennen.

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