Die Umayyaden-Moschee in Damaskus
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Die Geschichte der Umayyaden-Moschee
Bevor Damaskus vom Islam erobert wurde, hatten die Umayyaden unter Kalif Moawiya (reg. 660–680) beschlossen, die Hauptstadt der muslimischen Welt von Medina nach Damaskus zu verlegen. Im Jahr 706 ordnete Kalif al-Walid den Bau einer aufwendigen Moschee an, die als Meisterwerk der Architektur gilt und bereits in der Antike als achtes Weltwunder betrachtet wurde.
Vom römischen Tempel zur Moschee
Es gibt Hinweise darauf, dass sich im ersten Jahrhundert n. Chr. an dieser Stelle ein römischer Tempel befand, in dem Jupiter verehrt wurde. Im vierten Jahrhundert, zur Zeit des Theodosius, wurde der Tempel zerstört und an seiner Stelle unter Wiederverwendung der Materialien eine christliche Basilika errichtet, die Johannes dem Täufer gewidmet war. Als die Muslime Damaskus eroberten, wurde das Gebäude zunächst gemeinsam von Muslimen und Christen genutzt. Unter Kalif al-Walid wurde die Basilika schließlich abgerissen, um Platz für einen Moscheeneubau zu schaffen, wobei erneut römische Baumaterialien verwendet wurden.
Architektur und Struktur
Die Moschee von Damaskus beeinflusste spätere islamische Bauten (wie in Córdoba, Amr oder Kairouan) maßgeblich. Sie besteht aus:
- Einer großen Gebetshalle (136 m breit, 38 m tief).
- Einem Innenhof (120 m breit, 50 m tief).
Der Gebetsraum ist auf den Mihrab ausgerichtet und verfügt über drei Schiffe, die parallel zur Qibla-Wand verlaufen. In der geometrischen Mitte befindet sich die sogenannte Kuppel des Adlers, die auf einem achteckigen Tambour ruht.
Konstruktion und byzantinischer Einfluss
Die Schiffe der Gebetshalle ruhen auf Säulen mit korinthischen Kapitellen, die von großen Bögen gekrönt werden. Darüber befindet sich eine zweite Ebene kleinerer Bögen. Diese Struktur erinnert stark an ein römisches Aquädukt. Der byzantinische Einfluss ist unverkennbar: Kalif al-Walid erhielt Unterstützung vom byzantinischen Kaiser, der 12.000 Handwerker für den Bau entsandte.
Besonderheiten der Raumgestaltung
Im Gegensatz zu christlichen Kirchen, die durch eine tiefe, hierarchische Ausrichtung auf den Altar geprägt sind, zeichnet sich die Moschee durch ihre längliche Breite aus. Dies ermöglicht es den Gläubigen, nebeneinander in Richtung der Qibla zu beten. Der Innenhof ist zudem für seine prächtigen Mosaike bekannt, die Wälder, Flüsse und Paläste darstellen – eine bildliche Darstellung des versprochenen Paradieses.