Umwelt, Ressourcen und nachhaltige Entwicklung

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Umwelt und nachhaltige Entwicklungsressourcen

Alle zur Verfügung stehenden Ressourcen entsprechen den physischen, physiologischen, sozioökonomischen und kulturellen Gegebenheiten. Ressourcen können biologischer, geologischer oder kultureller Natur sein oder eine Leistung (z. B. eine Landschaft) darstellen. Nach ihrer Fähigkeit, sich zu regenerieren, unterscheidet man:

  • Erneuerbare Rohstoffe:
    • Werden mit einer niedrigeren Rate konsumiert, als sie produziert werden.
    • Sind unendlich verfügbar, sofern ihre Regenerationsfähigkeit nicht überschritten wird.
    • Letztlich sind sie alle von solarer Energie abhängig.
  • Nicht erneuerbare Ressourcen:
    • Verschwinden, da sie schneller konsumiert werden, als sie sich regenerieren können.
    • Stellen eine Gefahr für irreversible Umweltschäden dar.

Gefahren und Umweltauswirkungen

Gefahren verweisen auf die Möglichkeit von Schäden jeglicher Art. Basierend auf den zugrunde liegenden Ursachen werden unterschieden:

  • Natürliche Gefahren: Verursacht durch natürliche Prozesse.
  • Anthropogene Risiken: Verursacht durch menschliche Aktivitäten.
  • Induzierte Risiken: Natürliche Risiken, die durch menschliche Aktivitäten verschlimmert werden.

Environmental Impact (Umweltauswirkung): Ein Prozess, der durch menschliche Aktivitäten auf die Umwelt ausgeübt wird. Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist ein Rechts- und Verwaltungsverfahren zur Schätzung der Auswirkungen, die ein bestimmtes Projekt auf die Umwelt haben kann. Diese Studien sollten multidisziplinär durchgeführt und durch Umwelt-Audits ergänzt werden.

Dabei sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Die durchzuführenden Maßnahmen.
  • Die Qualität der Informationen im Verhältnis zum Budget.
  • Die zur Verfügung stehende Zeit für die Bewertung.
  • Mögliche Umweltbelastungen.
  • Die Art des auszuführenden Projekts.
  • Mögliche Alternativen.
  • Die soziale Relevanz und Wirkung des Projekts.

Entwicklungsmodelle

Die Erde als Wirtschaftssystem

Das Weltsystem basiert auf einem ökonomischen Modell: Natürliche Ressourcen (Kapital) werden extrahiert und verarbeitet, um Waren zu generieren. Abfall kehrt in das System zurück; wenn dies das Gleichgewicht stört, bricht die Wirtschaft zusammen, da sie die Gesetze der Natur missachtet. Wir müssen zwei Konzepte entkoppeln:

  • Wachstum: Quantitative Ausdehnung.
  • Entwicklung: Qualitative Verbesserung und die Fähigkeit, Bedürfnisse zu befriedigen.

In der heutigen Welt gibt es unterschiedliche Beispiele:

  • Länder mit hohem Wachstum und hoher Entwicklung (z. B. Indien).
  • Länder mit niedrigem Wachstum und hoher Entwicklung (z. B. Neuseeland).
  • Länder mit einer Abwägung von Wachstum und Entwicklung (z. B. Kanada).

Drei grundlegende Entwicklungsmodelle

  • Unkontrollierte Entwicklung: Priorisierung des Wirtschaftswachstums vor allen anderen Faktoren.
  • Nullwachstum: Höhere Priorität für den Umweltschutz unter Verzicht auf Wirtschaftswachstum.
  • Nachhaltige Entwicklung: Vereinbarkeit von Wachstum und Erhaltung von Umwelt und Ressourcen.

Unkontrollierte Entwicklung

Dieses Modell fördert Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Entwicklung ohne begrenzende Faktoren. Seit der industriellen Revolution gelten folgende Annahmen:

  • Priorisierung des Wirtschaftswachstums.
  • Förderung von Produktion, Verteilung und Konsum materieller Güter.
  • Keine staatliche Regulierung der Wirtschaft.
  • Relativierung der Umweltzerstörung.

Seit 1970 stieg das Umweltbewusstsein. Studien warnen, dass dieses Modell mittelfristig zu Ressourcenerschöpfung, einem Rückgang der Wirtschaftstätigkeit und einer abnehmenden Bevölkerung führt.

Nullwachstum

Dieses Modell wird oft von Naturschützern, NGOs und wissenschaftlichen Kreisen verteidigt. Die Vorschläge umfassen:

  • Stopp des Wirtschaftswachstums.
  • Angleichung der Einkommen zwischen reichen und armen Ländern.
  • Senkung des Ressourcenverbrauchs und des Bevölkerungswachstums.
  • Förderung kollektiver Werte im Bildungssystem.

Nachhaltige Entwicklung

Ressourcen werden vernünftig und geplant verwaltet. Nicht erneuerbare Ressourcen werden maximal genutzt, während die Ausbeutung insgesamt begrenzt wird. Kosten für Umweltfolgen werden in die Produktionskosten einbezogen. Ressourcen werden gerecht verteilt, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen, ohne die Zukunft zu gefährden.

Nachhaltigkeit und Ökosysteme

Ein System ist nachhaltig, wenn menschliche Eingriffe die Stabilität und Vitalität nicht gefährden. Nachhaltigkeit bedeutet die Entwicklung von Gesellschaften, ohne das Gleichgewicht der Erde zu zerstören. Es gelten vier Grundprinzipien:

  1. Recycling-Prinzip: Ökosysteme recyceln Abfälle und regenerieren Nährstoffe. In menschlichen Gesellschaften fließen Materie und Energie oft nur in eine Richtung, was zu Ressourcenakkumulation und Abfallproblemen führt.
  2. Energie-Prinzip: Ökosysteme nutzen Sonnenlicht. Menschliche Gesellschaften hängen stark von fossilen Brennstoffen ab.
  3. Populations-Prinzip: Die Populationsgröße muss so gestaltet sein, dass kein übermäßiger Ressourcenverbrauch stattfindet.
  4. Vielfalts-Prinzip: Erhaltung der Biodiversität ist essenziell, während moderne Gesellschaften zu Monokulturen und Artensterben neigen.

Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung

  • Beseitigung der Armut.
  • Kontrolle des Bevölkerungswachstums.
  • Förderung der landwirtschaftlichen Produktion in Entwicklungsländern.
  • Einführung strenger Energiesparpläne.

Dimensionen der Nachhaltigkeit

  • Biologisch: Balance zwischen Bevölkerung, Nahrung und Biodiversität.
  • Umweltbezogen: Rationales Wachstum und Reduzierung von Konsumgewohnheiten.
  • Politisch: Internationale Solidarität und Zusammenarbeit.
  • Kulturell: Zugang zu Bildung und Multikulturalismus.
  • Menschlich: Zusammenfassung aller oben genannten Aspekte.

Persönliches Handeln: Die Drei-R-Regel

Jeder Einzelne kann beitragen durch:

  • Reduzieren: Verringerung von Abfall und Konsum.
  • Reuse (Wiederverwenden): Produkte so lange wie möglich nutzen.
  • Recycle (Recyceln): Stoffe wiederverwerten und wiederherstellen.

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