Umwelteinflüsse auf Landwirtschaft und Wasserressourcen in Spanien

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Einfluss des Bodens auf menschliche Aktivitäten

Boden: Einflüsse auf Landwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft

  • Die allgemeine landwirtschaftliche Qualität der Böden in Spanien ist oft schlecht, was zu Gegensätzen zwischen sehr armen Böden (in ariden Zonen) und fruchtbaren Böden (Atlantisches Spanien und rote Mittelmeer-Böden) führt.
  • Die Bevölkerung hat fruchtbare Gebiete besiedelt, insbesondere in Regionen wie Murcia, Valencia und dem Guadalquivir-Tal.

Entwaldung in Spanien

Ursachen der Entwaldung:

  • Land- und Viehwirtschaft: Vor allem die Ausweitung der Bodenbearbeitung durch Rodung von Waldgebieten.
  • Stadtentwicklung und Industrieansiedlung: Entwicklung von Wohnsiedlungen, insbesondere Zweitwohnsitze.
  • Waldbrände: Verursacht durch Dürre und spekulative Interessen.

Umweltprobleme: Verschmutzung, Erosion und Wüstenbildung

Umweltverschmutzung des Bodens

Die Verschmutzung erfolgt durch industrielle und kommunale Einleitungen sowie durch den Einsatz chemischer Düngemittel.

Bodenerosion

  • Erosion ist ein natürliches Phänomen, das in den meisten Teilen Spaniens durch starke Steigungen und sintflutartige Regenfälle stark akzentuiert wird.
  • Sie wird durch Abholzung sowie durch landwirtschaftliche und viehzüchterische Praktiken verstärkt.
  • Bodenerosion ist besonders in semiariden Gebieten Spaniens ein Problem und kann infolge des Klimawandels die Verschmutzung erhöhen.

Wüstenbildung

Die Wüstenbildung ist der Verlust von Oberboden durch extreme Erosion. Fast eine Million Hektar in Spanien gelten als wüstenähnlich.

Ausbeutung der Wasserressourcen

Übernutzung des Wassers

Das Wachstum des Wasserverbrauchs für Landwirtschaft, städtische Nutzung, Industrie und Bau von Wasserbauwerken (Brunnen, Kanäle) hat den Flusslauf verändert und Grundwasserleiter ausgebeutet, was zu deren Austrocknung führte.

Wasserverschmutzung

Die Verschmutzung wird durch folgende Faktoren verursacht:

  • Ländliche Umweltverschmutzung: Durch Düngemittel.
  • Industrielle Verschmutzung: Durch die Einleitung von Schadstoffen in Flüsse und Meere, was zur Verbreitung von toxischen Algen und Schwermetallen (wie Quecksilber und Cadmium) führen kann, die in die Nahrungskette gelangen.

Stark betroffene Gebiete in Spanien:

  • Der Süden (Huelva).
  • Die Mündungen in Galicien.
  • Der Nervión.
  • Städtische Gebiete durch die Einleitung von Abwasser und illegal produziertem Müll.

Einheit 4: Landschaft und Mensch-Natur-Beziehungen

Einfluss der natürlichen Umwelt auf die menschliche Aktivität

Die natürliche Umwelt als Ressource

Vegetation

Die Vegetation liefert verschiedene Ressourcen wie Nahrung, Rohstoffe für Industrien und Energieträger. Sie dient auch der Freizeitgestaltung und Erholung (Naturschutzgebiete). Zudem trägt sie zum Umweltschutz bei, indem sie als Lärmschutz wirkt, die Verdunstung reduziert und durch Humusbildung die Bodenfruchtbarkeit erhöht.

Wasser und Wasserressourcen

Wasser ist eine wesentliche Ressource für zahlreiche Aktivitäten:

  • Bewässerungslandwirtschaft: Verbraucht 80% des gesamten Wassers, wobei ein großer Teil verschwendet wird.
  • Energieerzeugung: In Kraftwerken.
  • Städtischer Verbrauch: Für Konsum sowie Freizeit- und Tourismusaktivitäten.

Spanien ist das EU-Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Wasserverbrauch. Dies führt zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Wasserbilanz.

Probleme der Wasserbilanz in Spanien:
  • Die Wasserverfügbarkeit hängt hauptsächlich von Flüssen ab und es bestehen Unterschiede zwischen Überschussbecken (Duero und Ebro) und Defizitbecken (Mittelmeerraum).
  • Die Wasserknappheit konzentriert sich auf Gebiete mit hoher wirtschaftlicher und demografischer Dynamik, insbesondere im Mittelmeerraum.
  • Erhebliche jährliche Verluste entstehen durch unzureichende Bewässerungsmethoden (z. B. Flächen- oder Sprinklerbewässerung).
Wasserpolitik und Ziele:

Die Wasserpolitik verfolgt zwei Hauptziele, geregelt durch den Water Act und den Nationalen Wasserplan sowie die Bewirtschaftungspläne der Flussgebietsgemeinschaften:

  • Sicherstellung der Wasserversorgung: Durch neue Wasserbauwerke (Bau von Entsalzungsanlagen an der Mittelmeerküste und auf den Kanarischen Inseln).
  • Verbesserung der Wassernutzungseffizienz: Durch Lagerung, Verteilungsinfrastruktur, Verbrauchsreduzierung und Wiederverwendung von aufbereitetem Wasser.

Weitere Ziele umfassen:

  • Gewährleistung einer guten Wasserqualität durch Aufbereitungs- und Kläranlagen.
  • Hochwasserschutz und Schutz vor Dürren durch die geschaffene Infrastruktur zur Regulierung der Wasserressourcen.
Wichtige Infrastruktur zur Regulierung der Wasserressourcen:
  • Stauseen: Künstliche Wasserspeicher, die durch den Bau von Dämmen entstehen. Viele wurden während der Diktaturen von Primo de Rivera und Franco errichtet. Sie dienen der Versorgung von Städten und Bewässerungsflächen.
  • Wasserüberleitungen (Transfers): Übertragung von Wasser aus Überschuss- in Defizitbecken. Die wichtigste ist die Tajo-Segura-Überleitung. Eine geplante Überleitung aus dem Ebro wurde nicht realisiert.
  • Meerwasserentsalzung: Spanien ist das führende Land in der EU und das achtwichtigste weltweit bei der Produktion von entsalztem Wasser. Entsalzungsanlagen dominieren im Mittelmeerraum.

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