Ursachen des Aufstiegs der NS-Diktatur: Wirtschaft & Politik
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Die Weltwirtschaftskrise war die Hauptursache für die NS-Diktatur
Obwohl die Weltwirtschaftskrise von 1929 ein wichtiger Faktor für den Aufstieg Hitlers und seiner Partei war, war sie nicht die einzige Ursache. Der Aufstieg der NS-Diktatur war das Ergebnis einer Kombination von Faktoren, darunter die Folgen des Versailler Vertrags, die Schwäche des politischen Systems der Weimarer Republik und die tiefe gesellschaftliche Spaltung jener Zeit.
These 1: Die Folgen des Versailler Vertrags
Die Demütigung Deutschlands in Versailles hatte zur Folge, dass Hitler mit seiner Anti‑Versailles‑Rhetorik und -Politik, mit seiner aggressiven Haltung und seiner Ideologie, die die germanische ("arische") Rasse als überlegen darstellte, breite Unterstützung im deutschen Volk fand. Die Bestimmungen des Versailler Vertrags, wie Artikel 231 (die alleinige Kriegsschuld Deutschlands), der Verlust von Westpreußen und Posen sowie die übermäßigen Reparationen schürten Wut und Hass in der deutschen Bevölkerung. Dies führte dazu, dass Hitler als derjenige wahrgenommen wurde, der Deutschland wieder zu einem starken und stolzen Land machen würde.
These 2: Schwäche des politischen Systems und Weltwirtschaftskrise
Ab 1930 ernannte der Reichspräsident Hindenburg Reichskanzler, die sich nicht auf eine Mehrheit im Reichstag stützen konnten (Präsidialkabinette). Diese Instabilität im politischen System der Weimarer Republik, zusammen mit der Weltwirtschaftskrise von 1929, die Deutschland stark traf, weil die USA ihre Kredite abzogen, führte zu stark ansteigender Arbeitslosigkeit. Die letzte Regierungskoalition, die sich auf eine Mehrheit im Reichstag stützen konnte, zerbrach an der Frage, wie die Arbeitslosenversicherung finanziert werden sollte. Diese Entwicklungen ermöglichten es Hitler, sich als Retter der Nation zu präsentieren, was der NSDAP schließlich zur stärksten Partei im Reichstag verhalf.
Schlussfolgerung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Weltwirtschaftskrise zwar ein wichtiger Faktor für den Aufstieg Hitlers war, aber nicht die einzige Ursache. Die Demütigung Deutschlands in Versailles und die strukturellen Schwächen der Weimarer Republik spielten ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Schaffung eines Umfeldes, in dem die NS‑Diktatur entstehen konnte.
Inwiefern hat der Versailler Vertrag die politische Instabilität verstärkt?
Der Versailler Vertrag von 1919 war ein bedeutender Wendepunkt in der deutschen Geschichte nach dem Ersten Weltkrieg. Die Bestimmungen des Vertrags wurden von den Deutschen als besonders demütigend empfunden und hatten schwerwiegende Auswirkungen auf die Weimarer Republik.
These 1: Demütigung schwächte die Demokratie
Die Demütigung Deutschlands in Versailles hatte zur Folge, dass Hitler mit seiner Anti‑Versailles‑Rhetorik und -Politik sowie seiner aggressiven Haltung und Ideologie, die die germanische ("arische") Rasse als die wertvollste darstellte, breite Unterstützung im deutschen Volk fand. Der Versailler Vertrag musste von deutschen demokratischen Politikern am 28. Juni 1919 unterschrieben werden. Nicht das deutsche Kaiserreich wurde in Versailles gedemütigt und bestraft, sondern die noch junge deutsche Demokratie.
These 2: Wirtschaftliche Belastungen führten zu Instabilität
Die Überlastung Deutschlands mit Reparationen (Geld und Sachleistungen) führte zu einer schwachen Wirtschaft und somit zu politischer Instabilität. Ab 1930 ernannte der Reichspräsident Hindenburg Reichskanzler, die sich nicht auf eine Mehrheit im Reichstag stützen konnten (Präsidialkabinette). Diese Instabilität machte es einfacher für die NSDAP, an Einfluss zu gewinnen.
Schlussfolgerung
Der Versailler Vertrag hat erheblich zur politischen Instabilität der Weimarer Republik beigetragen. Die Demütigung und die wirtschaftlichen Folgen des Vertrags schufen ein Umfeld, in dem radikale Ideologien florieren konnten.
War die Weltwirtschaftskrise die Hauptursache für den Aufstieg der NSDAP?
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 wird oft als eine der Hauptursachen für den Aufstieg der NSDAP genannt. Es ist jedoch wichtig, diese Krise im Kontext anderer Faktoren wie der Schwächen des politischen Systems und der Folgen des Versailler Vertrags zu betrachten.
These 1: Krise verschärfte Spannungen
1929 begann die Weltwirtschaftskrise in den USA; Deutschland war stark von der Krise betroffen, weil die USA ihre Kredite aus Deutschland abzogen. Die stark ansteigende Arbeitslosigkeit radikalisierte Teile der Bevölkerung und führte dazu, dass die NSDAP bei den Reichstagswahlen rund 37 % der Stimmen erhielt.
These 2: Versailler Vertrag und Weimar trugen ebenfalls bei
Die Demütigung Deutschlands in Versailles und die Schwäche des politischen Systems der Weimarer Republik trugen ebenfalls zum Aufstieg der NSDAP bei. Die Parteien der Weimarer Zeit waren nicht durch die Verfassung fest an die Demokratie gebunden; antidemokratische Parteien konnten kaum wirksam verboten werden. Diese Instabilität bereitete den Boden für die NSDAP, die sich als Retter darstellte.
Schlussfolgerung
Die Weltwirtschaftskrise war ein wichtiger Faktor für den Aufstieg der NSDAP, aber nicht die einzige Ursache. Die Demütigung durch den Versailler Vertrag und die strukturellen Schwächen der Weimarer Republik spielten ebenfalls eine wesentliche Rolle.
Wie beeinflusste die Schwäche des Weimarer Systems den Aufstieg der NSDAP?
Das politische System der Weimarer Republik war von Anfang an schwach und instabil. Diese Schwächen trugen maßgeblich zum Aufstieg der NSDAP und zur Errichtung einer Diktatur bei.
These 1: Verfassungsbedingte Instabilität
Das Verhältniswahlrecht ohne Sperrklausel führte dazu, dass auch kleine Parteien im Reichstag vertreten waren. Um eine Regierung zu bilden, mussten sich mehrere Parteien zu einer Koalition zusammenschließen. Dies erschwerte die Entscheidungsfindung im Parlament. Diese Instabilität ermöglichte es der NSDAP, Einfluss zu gewinnen, indem sie als Alternative zu den unfähigen Koalitionsregierungen auftrat.
These 2: Überstarke Stellung des Reichspräsidenten
Der Reichspräsident hatte eine überstarke Stellung. Er ernannte und entließ den Reichskanzler und die Minister und konnte den Reichstag auflösen. Diese Machtstellung wurde genutzt, um Präsidialkabinette zu bilden, die nicht auf Mehrheiten im Reichstag angewiesen waren. Ab 1930 ernannte Reichspräsident Hindenburg Kanzler, die ohne parlamentarische Mehrheiten regierten. Diese Umstände ermöglichten der NSDAP, die Kontrolle zu übernehmen.
Schlussfolgerung
Die Schwäche des politischen Systems der Weimarer Republik war ein entscheidender Faktor für den Aufstieg der NSDAP. Die instabile politische Landschaft und die übermäßigen Befugnisse des Reichspräsidenten schufen ein Umfeld, das radikalen Kräften zugutekam.
Auswirkungen eines Krieges (Auswirkungen des Ersten Weltkriegs)
Deutschland hat den Ersten Weltkrieg verloren. Das war für ein Land, das vor dem Ersten Weltkrieg die größte Industrienation Europas war, hart.
Auf der Friedenskonferenz in Versailles (1919) wurden die Deutschen von den Siegermächten (USA, Großbritannien, Frankreich, Italien etc.) zudem wie Kriegsverbrecher behandelt und monatelang gedemütigt.
Welche Bestimmungen des Versailler Vertrags wurden als demütigend empfunden?
- Artikel 231, der die alleinige Kriegsschuld Deutschlands und seiner Verbündeten zuwies. (Dieser Artikel wurde als ungerecht empfunden, weil das Verhalten mehrerer Mächte vor dem Ersten Weltkrieg zum Kriegsausbruch beigetragen hatte und weil auch die Gegner Deutschlands Giftgas eingesetzt hatten und Großbritannien durch seine Seeblockade geltendes Recht verletzt haben soll.)
- Der Verlust Westpreußens und Posens an Polen, wodurch Deutschland in nicht verbundene Gebiete zerteilt wurde.
- Die Überlastung Deutschlands mit Reparationen (Geld und Sachleistungen).
- Die Entmilitarisierung Deutschlands.
Welche Konsequenzen hatte der Vertrag für den Weltfrieden?
- Ein weiterer Krieg schien vorprogrammiert, weil Deutschland die Bestimmungen nicht akzeptieren konnte.
- Wut und Hass in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung.
Wie begünstigte der Vertrag die Entstehung der NS‑Diktatur?
- Die Demütigung Deutschlands in Versailles führte dazu, dass Hitler mit seiner Anti‑Versailles‑Rhetorik und -Politik sowie seiner aggressiven Ideologie breite Unterstützung fand.
- Viele Gedemütigte sahen in Hitler den Retter, der Deutschland wieder zu einem starken und stolzen Volk machen würde.
Schwäche des politischen Systems
1. Novemberrevolution 1918 und Dolchstoßlegende
Die Novemberrevolution 1918 brach noch während des Ersten Weltkriegs aus und wurde auch von den Sozialdemokraten unterstützt. Die extreme Rechte behauptete unwahr, dass die Niederlage des deutschen Heeres nicht durch die Alliierten (GB, F, USA), sondern durch die deutschen Sozialisten und Sozialdemokraten herbeigeführt worden sei. Das schwächte die junge Demokratie von Weimar.
2. Schwächen der demokratischen Weimarer Verfassung
- Das Verhältniswahlrecht ohne Sperrklausel führte dazu, dass auch kleine Parteien vertreten waren. Auf diese Weise erreichte keine Partei bei Reichstagswahlen die absolute Mehrheit. Um eine Regierung zu bilden, mussten sich mehrere Parteien zu einer Koalition zusammenschließen. Dies erschwerte die Entscheidungsfindung bzw. das Erreichen von Mehrheiten im Parlament.
- Die Parteien der Weimarer Republik waren nicht durch die Verfassung fest an die Demokratie gebunden. Antidemokratische Parteien konnten kaum verboten werden.
- Der Reichspräsident, der direkt vom Volk gewählt wurde, hatte eine überstarke Stellung. Er ernannte und entließ den Reichskanzler und die Minister, konnte den Reichstag auflösen und konnte nach Artikel 48 den Staatsnotstand verhängen. In diesem Zusammenhang konnte der Reichspräsident Grundrechte außer Kraft setzen und ohne das Parlament Notverordnungen mit Gesetzeskraft erlassen.
3. Folgen des Versailler Vertrags für die Demokratie
Der Versailler Vertrag musste von deutschen demokratischen Politikern am 28. Juni 1919 unterschrieben werden: Außenminister Hermann Müller (SPD) und Verkehrsminister Johannes Bell (Zentrum). Nicht das deutsche Kaiserreich wurde in Versailles gedemütigt und bestraft, sondern die noch junge deutsche Demokratie.
Wirtschaftliche Faktoren / Gesellschaftliche Spaltung / Einsatz von Gewalt
1924–1928: Die "Goldenen" Zwanziger: wirtschaftlicher Aufschwung in Deutschland, vor allem auf der Grundlage US‑amerikanischer Kredite.
→ 1927: Einrichtung einer Arbeitslosenversicherung in Deutschland
→ 1928: Die NSDAP erhielt bei den Reichstagswahlen nur rund 2,8 % der Stimmen.
→ 1929: Weltwirtschaftskrise, ausgehend von den USA; Deutschland war stark von der Krise betroffen, weil die USA ihre Kredite aus Deutschland abzogen; stark ansteigende Arbeitslosigkeit.
→ 1930: Die letzte Regierungskoalition, die sich auf eine Mehrheit im Reichstag stützen konnte, zerbrach an der Frage, wie die Arbeitslosenversicherung finanziert werden sollte.
Ab 1930 ernannte Reichspräsident Hindenburg Reichskanzler, die sich nicht auf eine Mehrheit im Reichstag stützen konnten (Präsidialkabinette). Die Reichskanzler Brüning (1930–32), von Papen (1932) und Schleicher (1932–33) regierten mit Notverordnungen des Reichspräsidenten, die Gesetzeskraft hatten (Präsidialdiktatur).
Ab Juli 1932: Bei den Reichstagswahlen wurde die NSDAP stärkste Partei im Reichstag (rund 37 % der Stimmen).
1933, 30. Januar: Reichspräsident Hindenburg ernannte Adolf Hitler widerwillig zum Reichskanzler, nachdem er vom "Zähmungskonzept" von von Papen überzeugt worden war. Dem Kabinett Hitler gehörten neben Hitler selbst nur zwei weitere Nationalsozialisten an: Göring und Frick. Alle anderen Minister waren keine Nazis; von Papen war Vizekanzler.