Ursachen und Folgen des Börsencrashs 1929: Die Weltwirtschaftskrise
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Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise (1929)
Ursachen des Ungleichgewichts
Überproduktion und Marktsättigung
Das Wirtschaftswachstum führte zur Überproduktion. Der Markt wurde mit Waren überschwemmt, was zu einer Sättigung und schließlich zu einem unüberwindbaren Angebotsüberhang führte. Die Lagerbestände stiegen, während die Umsätze zurückgingen. Um dem entgegenzuwirken, versuchte man, den Verkauf durch einfache Kredite und Ratenzahlungen anzukurbeln. Die Amerikaner verschuldeten sich stark. Der amerikanische Markt war überflutet, und die Bestände häuften sich an. Die Reaktion der Produzenten führte zum Preisverfall. Die Kosten überstiegen bald die Gewinne, die die Landwirte zuvor erzielt hatten, was zu Schwierigkeiten bei der Kreditrückzahlung führte.
Spekulationsblase und Kreditpolitik
Gewinne wurden nicht in die geschäftliche Produktivität reinvestiert, sondern in schnelle Spekulationen. Die Marktsättigung und die sinkende Nachfrage führten zu einem Rückgang der Industrieinvestitionen. Investmentbanken liehen Geld gegen die Garantie der erworbenen Aktien. Dieser spekulative Charakter stimulierte ein Ungleichgewicht zwischen der Börse und der realen Wirtschaft. Die produktive Wirtschaft entfremdete sich im Vergleich zur Förderung schneller, gewinnbringender Geschäfte. Die Kreditvergabe wurde massiv ausgeweitet, oft zur Finanzierung von Aktienkäufen an der Börse. Banken förderten rentable Operationen, indem sie Maklern Geld gegen Zinsen und die Garantie dieser Wertpapiere liehen. Die massive Nutzung von Krediten war ein notwendiger Faktor für die Krise und führte zum Vertrauensverlust.
Globale Abhängigkeit und Protektionismus
Die US-Wirtschaft der 1920er Jahre war die Achse der Weltwirtschaft. Die Kredite wurden sogar auf ehemalige Kriegsgegner wie Deutschland ausgeweitet. Die amerikanischen und europäischen Volkswirtschaften waren eng miteinander verbunden. Als die USA versuchten, ihre Schuldenprobleme durch eine protektionistische Politik zu lösen, wurden die Verkäufe (Exporte) gelähmt. Der Zusammenbruch der US-Wirtschaft zog die europäischen Volkswirtschaften mit sich, da diese stark an den Dollar gebunden waren. Auch die Kreditmärkte brachen zusammen. Die kolonialen Wirtschaften gerieten ebenfalls in eine Rezession.
Folgen des Börsencrashs und der Weltwirtschaftskrise
Wirtschaftliche und Finanzielle Folgen
- Senkung der Produktion und Massenkonkurse. Der Industriesektor war stark betroffen.
- In der Landwirtschaft kam es zum finanziellen Zusammenbruch.
- Finanzkrise: Konkurse führten zur Ruinierung vieler Unternehmen und Banken, die ihre Türen schließen mussten.
- Sinkende Preise und begrenzter Geldumlauf trieben den allgemeinen Rückgang der Wirtschaftsaktivität voran.
- Paralyse des internationalen Handels: Die weltweiten Handelsbeziehungen stagnierten, da die Länder protektionistische Politiken verfolgten.
- Das Nationaleinkommen sank und erholte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg (2. GM).
Soziale und Demografische Folgen
- Arbeitsplatzvernichtung: Es gab mehr als 30 Millionen Arbeitslose weltweit.
- Niedrigere Löhne beeinflussten den Rückgang der Bestände und des Konsums. Der Produktionsapparat stagnierte.
- Die Sozialstandards in den USA fielen signifikant.
- Demografische Konsequenzen: Die Sterblichkeitsrate stieg, und das vegetative Wachstum (Geburtenrate) stagnierte.
- Die Bevölkerung zog in die Städte. Es entstanden sogenannte Hoovervilles (Slums aus Pappe und unhygienischen Materialien), in denen sich über eine Million Menschen konzentrierten.
- Der Kontrast zwischen Arm und Reich wuchs, was zur Verarmung der Mehrheit führte.
- Neben den untersten sozialen Schichten war auch die Mittelschicht stark betroffen.
- Phänomene wie Alkoholismus verschärften sich.
Politische Folgen und Aufstieg des Totalitarismus
- Die Unfähigkeit der parlamentarischen Systeme, die Krise zu verhindern, gab nationalistischen Ideologien Auftrieb, die in einigen Ländern (Deutschland, Italien) Fuß fassten.
- In anderen Ländern entstanden Bewegungen, die den Totalitarismus bekämpften (Volksfronten).
- Die Sozialdemokraten verschwanden in Deutschland nach Hitlers Machtübernahme von der politischen Bühne.
- Das britische Gefühl des Versagens der klassischen Politik (Nicht-Intervention des Staates) wich einer Lehre, die staatliche Eingriffe in einigen Bereichen aufgrund des Chaos der kapitalistischen Krise befürwortete.