Ursachen und Folgen des Zweiten Weltkriegs
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Ursachen des Zweiten Weltkriegs
Nach dem Vertrag von Versailles fühlte sich Deutschland gedemütigt. Italien war frustriert, da die Versprechungen der Alliierten nicht erfüllt wurden. Dies begünstigte 1919 den Aufstieg faschistischer Politik. Frankreich und Großbritannien verfolgten bis 1930 eine zögerliche Politik gegenüber Deutschland. Trotz Bemühungen, den Frieden zu festigen – etwa durch den Vertrag von Locarno 1925, in dem Deutschland die festgelegten Grenzen akzeptierte –, änderte sich die internationale Lage durch Hitlers Machtübernahme und die imperialistische Politik Japans grundlegend. Der Völkerbund erwies sich als ineffektiv, was den Weg in den Krieg ebnete.
Ab 1937 begann Deutschland, seine Grenzen zu erweitern. Hitler strebte die Schaffung eines germanischen Reiches an. 1938 wurde Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei scheiterten Versuche einer Union mit der UdSSR, da die Briten und Franzosen eine Zusammenarbeit ablehnten. 1939 unterzeichnete Deutschland ein Abkommen mit Italien. Kurz vor Kriegsbeginn wurde der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion geschlossen, da Stalin befürchtete, die westlichen Demokratien würden die UdSSR gegen den deutschen Expansionismus ausspielen. Am 1. September 1939 begann die deutsche Wehrmacht den Einmarsch in Polen; zwei Tage später erklärten Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg.
Konsequenzen des Zweiten Weltkriegs
Die Alliierten hielten mehrere Konferenzen ab, um militärische Aktionen zu koordinieren und die neue Karte Europas zu definieren: Teheran, Jalta und Potsdam.
Demografische Folgen
Die Opferzahlen waren die höchsten der Geschichte; mehr als 50 Millionen Menschen starben. Neben den direkten Kriegseinwirkungen trugen die nationalsozialistische Vernichtungspolitik, der Umfang der Kämpfe und Krankheiten dazu bei. Nach dem Krieg entstand eine Flüchtlingskrise mit etwa 30 Millionen Vertriebenen.
Materielle Folgen
Die finanziellen und materiellen Ressourcen waren erschöpft, mit Ausnahme der USA, die ihre industrielle und finanzielle Kapazität deutlich steigern konnten.
Territoriale Auswirkungen
Deutschland kehrte zu den Grenzen von 1918 zurück, verlor jedoch Gebiete an Polen und die Sowjetunion. Österreich wurde in vier Besatzungszonen unterteilt. Italien verlor Gebiete an Jugoslawien und Griechenland. Japan wurde von den USA besetzt, China gewann die Mandschurei zurück, und Korea wurde zwischen den USA und der UdSSR aufgeteilt.
Friedenskonferenzen und die Gründung der UNO
Die Konferenz von Teheran (1943) diente der Abstimmung der Kriegsvorbereitungen. In Jalta wurde die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen vereinbart und der sowjetische Einfluss in Osteuropa gefestigt.
Die Vereinten Nationen (UNO)
Die UNO entstand während des Zweiten Weltkriegs, basierend auf der Atlantik-Charta von Churchill und Roosevelt. Auf der Konferenz von San Francisco wurde die Organisation von 51 Staaten gegründet. Ihre Ziele sind die Erhaltung von Frieden und Sicherheit, die Förderung der internationalen Zusammenarbeit sowie die Lösung wirtschaftlicher, sozialer und humanitärer Probleme.
Struktur der UNO
- Generalversammlung: Sitz in New York, umfasst Vertreter aller Mitgliedsstaaten.
- Generalsekretariat: Das ausführende Organ in New York.
- Sicherheitsrat: Besteht aus fünf ständigen Mitgliedern (Frankreich, USA, China, Russland, Großbritannien) und zehn gewählten Mitgliedern. Er befasst sich mit der Friedenssicherung.
- Wirtschafts- und Sozialrat: Besteht aus 54 Mitgliedern und schlägt Maßnahmen zur Entwicklung vor.
- Internationaler Gerichtshof: Sitz in Den Haag, besteht aus 15 Richtern.