Ursachen und Merkmale der sozialen Ausgrenzung bei Kindern
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,62 KB
Faktoren der sozialen Marginalisierung
Die Entstehung von Marginalisierung ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
- Kultur: Einfluss von Subkulturen, Drogen, Gewalt, Rassismus, Intoleranz sowie begrenzter Zugang zu Freizeit und Sport.
- Lebensraum: Übermäßige kulturelle Veränderungen, soziale Entwurzelung, Landflucht, Urbanisierung und soziale Gewalt in bestimmten Bezirken.
- Peer-Gruppen: Mangelnde Gleichberechtigung, Anpassungsprobleme und soziale Ablehnung innerhalb der Gruppe.
Diese Faktoren sind eng miteinander verknüpft und wirken sowohl als Ursache als auch als Wirkung.
Das Problem der sozialen Diskrepanz
Die Diskrepanz wird meist aus zwei Perspektiven betrachtet: der individuellen und der sozialen. J.V. Merino (1987) definiert Sozialisation als einen Prozess des sozialen Lernens, der es dem Individuum ermöglicht, kulturelle Inhalte zu verinnerlichen. Ein Missverhältnis entsteht, wenn dieser Prozess fehlerhaft verläuft und zu Verhaltensweisen führt, die im Widerspruch zum sozialen Kontext stehen.
Aus diesem Ansatz ist das Missverhältnis keine Krankheit, sondern ein unzureichender Sozialisationsprozess, der durch Prävention und frühzeitige Korrektur behandelt werden kann.
Psychologische Merkmale marginalisierter Kinder
Laut J. Valverde sind Unreife und Unsicherheit zentrale Merkmale:
- Anfälligkeit: Beeinflussbarkeit durch Medien, Ichbezogenheit und eine permanente Oppositionshaltung. Oft fühlen sich diese Kinder eher als Opfer denn als Täter, was zu Schuldgefühlen und geringem Selbstwertgefühl führt.
- Leere: Fehlende Bindung zur Vergangenheit und mangelnde Zukunftsperspektiven führen zu widersprüchlichem Verhalten.
- Unsicherheit: Diese äußert sich situativ (instrumentelles Verhalten, Überreaktionen bei Frustration) oder in zwischenmenschlichen Beziehungen (Misstrauen, emotionale Labilität).
Typologie der kindlichen Marginalisierung
Soziale Ausgrenzung beschreibt den Status eines Individuums oder einer Gruppe, die keinen Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen oder Entscheidungsorganen hat. Dies betrifft häufig Kinder aus bereits marginalisierten Familien.
Ursachen der Ausgrenzung
- Persönliche Faktoren: Dysfunktionen oder körperliche/psychische Beeinträchtigungen.
- Familiäre Faktoren: Die Familie als primäre Instanz der Sozialisation; Probleme hier wirken sich direkt auf die Integration des Kindes aus.
- Wirtschaftliche Faktoren: Armut und Unsicherheit behindern den gesunden Entwicklungsprozess.
- Bildung und Kultur: Mangelnde Bildungschancen und ein feindseliges Umfeld führen zu einer negativen Sicht auf das gesellschaftliche System.
- Ökologische Faktoren: Die Entstehung von sozialen Brennpunkten und Vororten begünstigt die Destrukturierung.
Formen der Ausgrenzung
- Gesundheit: Körperliche oder geistige Behinderungen, Unterernährung.
- Familie: Mangelnde emotionale Fürsorge oder instabile Familienverhältnisse.
- Bildung: Schulverweigerung, Schulabbruch und mangelnde Motivation.
- Wirtschaft/Arbeit: Ausbeuterische Kinderarbeit oder Jugendarbeitslosigkeit.
„Das Versäumnis, die unvollkommene Anpassung an das Leben, ist das, was die Menschen verbessert.“ – Antonio Gala