Ursachen und Verlauf des Spanischen Bürgerkriegs
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Ursachen des Spanischen Bürgerkriegs
Zu den allgemeinen Ursachen des Bürgerkriegs zählen die Rivalität zwischen den beiden Spanien: Für die Rechte war er ein Kreuzzug gegen den Kommunismus, für die Linke der Widerstand des Volkes gegen den Faschismus. Die Bedrohung durch eine marxistische Revolution wurde von den Nationalisten als Propaganda genutzt, ebenso wie die Rolle der Republik bei der Vorbereitung des Staatsstreichs vom Juli 1936, bei dem der radikalste Flügel der PSOE zu Streiks in den Großstädten aufrief.
Das Verbrennen von Klöstern durch radikale Republikaner führte dazu, dass die kirchliche Hierarchie den Aufstand unterstützte und in der Republik den schlimmsten Feind der Religion sah.
Der Staatsstreich
Der Aufstand wurde von General Sanjurjo koordiniert, unter Beteiligung der Generäle Mola, Franco und Fanjul. Der Plan sah eine gleichzeitige Erhebung aller Garnisonen vor, beginnend in Marokko: Franco sollte mit der Armee von Afrika in die Hauptstadt vorrücken.
Am 12. Juli wurde in Madrid der Leutnant José Castillo getötet. Als Reaktion darauf entführten und ermordeten Kollegen den Politiker José Calvo Sotelo – dieser Mord war der unmittelbare Auslöser für den Bürgerkrieg.
Der Verlauf des Krieges
Der Aufstand vom 18. Juli war als schneller Staatsstreich konzipiert, scheiterte jedoch an einigen wichtigen Punkten, was zur Internationalisierung des Krieges führte. Der Militärputsch triumphierte nur in einem Teil Spaniens; Nordafrika, die Kanarischen Inseln, die Balearen sowie die Industriezentren und Großstädte blieben loyal zur Republik.
- Die Rebellen: Unterstützt von Falangisten, Karlisten und Monarchisten.
- Die Republik: Unterstützt von linken Fraktionen, dem städtischen Proletariat, Arbeitern, dem Kleinbürgertum sowie Teilen der Luftwaffe und Marine.
Beide Seiten suchten von Anfang an Unterstützung von außen. Die Republik zählte auf die Hilfe von Stalins UdSSR und Frankreich, die in einem ersten Moment Waffen lieferten.
Phasen des Konflikts
- a) Der Kampf um Madrid: Das wichtigste Ziel der Rebellen war die Einnahme Madrids. Mit Hilfe deutscher Flugzeuge fiel Toledo Ende September, und Anfang Oktober erreichten die Rebellen-Truppen Madrid. In dieser Phase kam es auf beiden Seiten zu Verfolgungen und Hinrichtungen.
- b) Die Nordfront: Nach dem Scheitern in Madrid eroberten die Truppen die gesamte nördliche Halbinsel, was das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Seiten grundlegend veränderte.
Politische Entwicklungen
Im republikanischen Spanien löste der Militärputsch einen Prozess der sozialen Revolution aus. Es fehlte an politischer Einheit, und interne Spaltungen zwischen politischen Parteien und Gewerkschaften nahmen zu.
Das nationalistische Spanien etablierte eine Diktatur unter Franco. Zu den ersten Maßnahmen gehörten:
- Aufhebung des Agrargesetzes
- Verbot aller politischen Parteien
- Abschaffung des Streikrechts
- Unterdrückung der freien Presse
Folgen des Bürgerkriegs
Der Bürgerkrieg hatte schwerwiegende Folgen. Die Verluste durch das Exil waren nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ relevant. Neben den zahlreichen Erschießungen gab es unzählige Häftlinge in Konzentrationslagern. Hinzu kamen wirtschaftliche Verluste, da die UdSSR mehr als 500 Tonnen Gold erhielt und die Zerstörung der wirtschaftlichen Infrastruktur während des Krieges kaum zu beziffern ist.