Ursachen des Ersten Weltkriegs und des europäischen Imperialismus

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Herkunft des Ersten Weltkriegs

Nach der Reichsgründung hatte der Reichskanzler Bismarck die Macht in der internationalen Politik durch eine geschickte Bündnispolitik gesichert.

Bismarck entwickelte ein System von Bündnissen, das zwei Ziele erreichen sollte:

  • Die Isolierung Frankreichs, da dieses seit dem Verlust von Elsass-Lothringen nach dem Krieg von 1870 Rachegefühle hegte und somit ein potenzieller Gegner war.
  • Die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts auf dem Balkan: Bismarck wusste, dass Österreich und Russland widerstreitende Interessen auf dem Balkan hatten und diese Spannungen eine Quelle für Konflikte in Europa werden konnten.

Nach dem Tod des deutschen Kaisers Wilhelm I. bestieg Wilhelm II. den Thron. Damit begann eine neue Periode in den internationalen Beziehungen, die wir als Wilhelminische Politik (1890–1914) bezeichnen.

  • Die europäischen Mächte spalteten sich in zwei militärische Blöcke: Deutschland, Österreich und Italien unterzeichneten die Dreibund. Die aggressive Außenpolitik Wilhelms II. führte dazu, dass sich Frankreich, Russland und Großbritannien zur Tripel-Entente (1907) zusammenschlossen, wobei Russland das Bündnis mit Deutschland aufgab.
  • Die gegenseitige Angst führte zu einem intensiven Wettrüsten.

Die kolonialen Fragen waren eine ständige Quelle von Problemen. Die kolonialen Spannungen manifestierten sich in den beiden Marokkokrisen (1905–1911). Die zweite Konfliktquelle war die Orientalische Frage.

Am 28. Juni 1914 besuchte der Thronfolger der österreichisch-ungarischen Monarchie, Erzherzog Franz Ferdinand, Sarajevo, um die österreichische Souveränität in Bosnien zu demonstrieren, und wurde bei einem terroristischen Anschlag durch einen Serben getötet.

Am 23. Juli stellte Österreich Serbien ein Ultimatum, das mit Krieg drohte, falls die Untersuchung des Attentats nicht zugelassen würde.

Die Ursprünge des europäischen Imperialismus

  • Wirtschaftliche Faktoren:

Die durch die Industrielle Revolution bedingte stark erhöhte Produktion benötigte neue Märkte, in denen keine Zölle erhoben werden mussten. Zudem wurden Kolonien zu Räumen, in denen Kapital durch Investitionen, beispielsweise durch den Bau oder die Verbesserung öffentlicher Arbeiten wie Eisenbahnen und Häfen sowie durch die Vergabe von Krediten, angelegt werden konnte. Die besiedelten Gebiete waren reich an natürlichen Ressourcen, die als billige Rohstoffe für die Industrie dienten.

  • Politische Faktoren:

Die Großmächte eroberten Gebiete, um wichtige See- und Landwege zu kontrollieren. Großbritannien dominierte beispielsweise Ägypten, um die Routen nach Indien zu sichern. Die Landexpansion diente auch dazu, das Prestige des Landes weltweit zu steigern und den nationalen Stolz unter den Einwohnern zu stärken.

  • Demografische Faktoren:

Die Bevölkerung in den westlichen Ländern wuchs im 19. Jahrhundert stark an. Millionen Europäer wanderten in die Kolonien aus, was zur Linderung der Probleme der Arbeitslosigkeit beitrug.

  • Ideologische Faktoren:

Rassistische Ideologien gewannen im Westen des 19. Jahrhunderts an Einfluss. Die Westler waren davon überzeugt, dass die weiße Rasse überlegen sei und sie das Recht hätten, andere Völker, die sie als rückständig betrachteten, zu dominieren. Sie sahen es als ihre Aufgabe an, den anderen Völkern die Zivilisation zu bringen.

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