Ursprung und Formen der Kastilischen Lyrik im Mittelalter: Jarchas & Villancicos

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Quellen der Kastilischen Lyrik

Es existieren verschiedene Theorien über den Ursprung der altkastilischen Lyrik. Die Kompositionen dieser frühen Poesie könnten Einflüsse aus zwei Hauptquellen empfangen haben: der Galicisch-Portugiesischen Lyrik und/oder der Mozarabischen Lyrik.

Die Galicisch-Portugiesische Lyrik

Während des Hochmittelalters war die galicische Sprache aufgrund ihrer musikalischen Qualitäten die gängige Sprache vieler Könige von Kastilien und die Sprache der lyrischen, poetischen Schule der Kastilier. Diese Dichtergruppe in Galicien war inspiriert von populärer Poesie und der provenzalischen Lyrik. Typische Kompositionen dieser Schule sind:

  • Cantigas de amigo (Liebeslieder)
  • Spottlieder oder Cantigas de maldezir

Diese Gedichte waren stilistisch einfach, und die Autoren nahmen populäre Elemente auf.

Die Mozarabische Lyrik (Jarchas)

Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden in Kairo kurze Lieder auf Arabisch und Hebräisch gefunden, deren letzte Verse in mozarabischer Sprache geschrieben waren. Der zivilisierte Teil dieser kurzen Lieder, die auf Arabisch oder Hebräisch verfasst wurden, wird Moaxajas genannt. Die letzten Zeilen, die in Mozarabisch geschrieben sind, heißen Jarchas. Sie waren ein Ausdruck der Volksdichtung.

Das Thema der Jarchas ist, ähnlich wie bei Balladen, fast immer die Liebe. Es handelt von einem Mädchen, das seiner Mutter oder seinen Schwestern das Fehlen ihres Geliebten beklagt oder Freude über seine Rückkehr ausdrückt.

Kastilische Lyrik: Das Villancico und andere Formen

Das Villancico (wörtlich: Lied des Bauern) entwickelte sich zu einer ursprünglichen Volkslyrik. Viele gebildete Dichter begannen, ausgehend von den Refrains sehr beliebter, umfangreicher Volkslieder, eigene Gedichte zu komponieren. Diese Lieder waren Teil der Rituale und kollektiven Feste der Menschen in den Dörfern.

Merkmale der Villancicos

  • Anonym: Der Name der Verfasser ist oft unbekannt.
  • Populär: Richtet sich an ein breites, oft analphabetisches Publikum.
  • Traditionell: Wird mündlich von Generation zu Generation verbreitet.

Spielleute (Jongleure) spielten, wie in der höfischen Poesie, eine wichtige Rolle bei der Verbreitung dieser Gedichte.

Struktur des Villancico

Die wichtigste Form der kastilischen Volkslyrik ist das Villancico, ein Liebesgedicht, in dem die Partnerin oft eine Jungfrau ist. Sein Name verrät seinen ländlichen Charakter: Lied des Bauern (Villano).

Die häufige Struktur ist:

  1. Estribillo (Refrain)
  2. Mudanza (Strophe), bestehend aus den ersten drei oder vier Zeilen mit variablem Reim.
  3. Ein Vers, der als Verbindung dient (Enlace).
  4. Verse, die zum Refrain zurückführen.

Andere Formen der Kastilischen Lyrik

  • Maia-Lieder: Lieder zur Feier des Frühlings.
  • Albada: Lieder, in denen Liebende die Kürze der Nacht und das nahende Morgengrauen beklagen.
  • Alboradas: Lieder der Freude über das Morgengrauen, da dies bedeutet, dass Liebende sich sehen können.
  • Lieder der Arbeit: Wurden bei der landwirtschaftlichen Arbeit gesungen und dienten dazu, die Arbeit, insbesondere die Ernte, erträglicher zu machen.

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