Ursprung des Lebens, Evolution und Menschwerdung

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1. Der Ursprung des Lebens: Spontane Generation

Spontane Generation: Bis vor Kurzem nahm man an, Lebewesen entstünden aus verwesender organischer Materie; und jede kleine Demonstration gegen diese Idee wurde abgelehnt.

Pasteurs Demonstration: Louis Pasteur widerlegte offenbar die traditionelle Überzeugung. In seinen Experimenten zeigte er, dass die Luft Mikroorganismen enthält und dass Organismen nicht spontan aus sterilisierten organischen Substanzen entstehen. Abschluss: Jedes Lebewesen stammt von einem anderen Lebewesen.

3. Evolution: Ursprung der biologischen Vielfalt

Die biologische Evolution ist der Prozess der Umwandlung der Arten über die Zeit. Der Verlauf der Evolution führte zu einer enormen Vielfalt an Arten. Es existieren zwei Grundannahmen über die Entstehung der Arten:

  • Unveränderlichkeit: Die Vorstellung, Arten seien unveränderlich (z. B. Schöpfungslehre). Diese Meinung wird heute nicht mehr akzeptiert.
  • Evolutionismus: Die Auffassung, dass Arten sich verändern und daraus andere Arten entstehen können.

Zu den Theorien über die Entstehung der Arten gehören u. a. die Theorien von Lamarck, der Darwinismus und die synthetische Theorie der Evolution.

4. Lamarck

Die erste umfassende Evolutionstheorie ist als Lamarckismus bekannt. Sie wurde vom Naturwissenschaftler Jean-Baptiste Lamarck vorgeschlagen. Lamarck erklärte die Formveränderungen der Organismen folgendermaßen:

  • Organismen zeigen einen Trend von einfachen zu komplexeren Formen.
  • Der wiederholte Gebrauch eines Organs fördert dessen Entwicklung, Nichtgebrauch führt zu Degeneration.
  • Erworbene Eigenschaften seien vererbbar. Aus diesem Grund ist Lamarcks Theorie als Theorie der vererbten erworbenen Eigenschaften bekannt.

5. Evolutionstheorie von Darwin und Wallace

Die Evolution durch natürliche Selektion: Der Darwinismus schlägt vor, dass die natürliche Selektion der Mechanismus ist, durch den Arten sich im Laufe der Zeit verändern. Dies lässt sich in mehreren Kernaussagen zusammenfassen:

  1. Es besteht ein Kampf ums Überleben, weil Ressourcen der Umwelt wie Nahrung und Raum begrenzt sind. Wenn mehr Nachkommen geboren werden, als überleben können, gibt es Konkurrenz um das Überleben.
  2. Innerhalb einer Population gibt es Variabilität: Individuen derselben Art sind nicht genau gleich.
  3. Umweltfaktoren wählen die vorteilhaften Varianten aus. Individuen mit vorteilhaften Merkmalen haben bessere Überlebenschancen und geben ihre Merkmale eher weiter.

6. Ursprung der Variabilität

Heute weiß man, dass viele Unterschiede zwischen Individuen aufgrund genetischer Veränderungen entstehen. Zwei Prozesse erzeugen diese Variabilität bei der Fortpflanzung: Mutation und sexuelle Rekombination.

Mutationen als Quelle der Variabilität

Mutationen sind zufällige Veränderungen im Erbgut. Wenn Mutationen in die Gameten gelangen, können sie an die Nachkommen weitergegeben werden. Mutationen können schädlich, vorteilhaft oder neutral sein. Schädliche Mutationen verringern meist die Überlebenschancen und werden tendenziell eliminiert; vorteilhafte Mutationen können einen Selektionsvorteil bringen und erhalten bleiben; neutrale Mutationen haben weder Vor- noch Nachteile.

Sexuelle Fortpflanzung als Quelle der Variabilität

Die sexuelle Fortpflanzung erzeugt Variabilität durch genetische Rekombination, die während der Meiose auftritt, und durch die zufällige Vereinigung der Gameten bei der Befruchtung. Dadurch entstehen neue Genkombinationen, die jedes Individuum einzigartig machen.

9. Neo-Darwinismus oder synthetische Theorie der Evolution

Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Genetik führten dazu, dass Wissenschaftler eine moderne Theorie der Evolution formulierten, die als synthetischer Neo-Darwinismus bezeichnet wird. Diese Theorie vereint verschiedene Bereiche der Biologie. Die wesentlichen Aussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Lamarckismus wird abgelehnt; genetische Variabilität entsteht durch Mutation und Rekombination.
  • Die natürliche Selektion wirkt auf diese genetische Variabilität.
  • Die natürliche Auslese verändert die Häufigkeit von Allelen in einer Population.
  • Evolution ist ein Prozess, der Populationen betrifft, nicht einzelne Individuen.
  • Evolution verläuft allmählich über Generationen hinweg.

10. Die Menschwerdung

Die evolutionäre Entwicklung, die zu unserer Spezies führte, ist durch mehrere Merkmale gekennzeichnet, insbesondere durch die Ausbildung des aufrechten Gangs. Wichtige Veränderungen sind:

  1. Aufrechter Gang: Verlängerung der Beine und Verkürzung der oberen Gliedmaßen im Vergleich zu den Beinen; S-förmige Krümmung der Wirbelsäule; Veränderungen im Becken und in der Struktur der Wirbelsäule, die den aufrechten Stand ermöglichen.
  2. Reduktion der Schwanzstruktur: Der Schwanz ist reduziert (Verlust einer äußeren Schwanzstruktur).
  3. Handentwicklung: Die Hände entwickelten sich präziser, insbesondere mit einem opponierbaren Daumen für Greif- und Werkzeuggebrauch.
  4. Gehirn: Vergrößerung und komplexere Organisation des Gehirns.
  5. Sprache und Kommunikation: Fortschreitende Entwicklung der Sprache und der vokalen sowie mimischen Ausdrucksfähigkeiten.
  6. Zahnentwicklung und Körperbehaarung: Veränderungen in der Dentition, Reduktion der Körperbehaarung.

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