Ursprung liberaler Ideologie: Hobbes und Locke
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Rubrik 2: Ursprung der liberalen Ideologie
Thomas Hobbes
Der Vorläufer dieser Ideologie war Thomas Hobbes, dessen Arbeit einige grundlegende Elemente des liberalen Denkens enthält. Interessant an seiner Arbeit ist insbesondere seine Theorie der Legitimität der Macht. Hobbes war ein Initiator des methodologischen Individualismus, was einen Bruch mit der aristotelisch-scholastischen Tradition darstellt. Für Hobbes hat die politische Gesellschaft einen künstlichen Ursprung. Von dort aus ist es notwendig, die Existenz der politischen Macht zu rechtfertigen.
In seiner Theorie des Gesellschaftsvertrags versucht Hobbes zu beantworten, wie und warum jede Person ihre Bindung an die staatliche Autorität anerkennen muss. Die Individuen sind dem Gehorsam gegenüber einem Staat verpflichtet, der bestimmte Funktionen erfüllt: Er schützt die Rechte, sorgt für die Ordnung und sichert den sozialen Frieden.
John Locke
John Locke gilt als der erste ausgeprägte liberale Theoretiker. Seine Zweite Abhandlung über die Regierung (1689) ist die ausgearbeitete Rationalisierung der Glorious Revolution von 1688 und enthält die wesentlichen Elemente seines politischen Denkens. Zur Anerkennung grundlegender Menschenrechte zählen das Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum. Diese Rechte bestehen unabhängig vom Staat und können nicht aufgehoben oder eingeschränkt werden, außer mit Zustimmung der Eigentümer.
Daher ist die Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft und des Staates das Produkt eines Gesellschaftsvertrags, der Menschen zu einer Gemeinschaft verbindet: Eine konstituierende Macht wird behauptet, und eine andere, durch die sie ihre Ausübung bestimmten Vertretern überträgt, beruht auf einem Vertrauensverhältnis.
Hintergründe und Kernaussagen
Die Unsicherheiten, die aus einem Naturzustand entstehen, führten zur Schaffung politischer Institutionen, in denen begrenzte Aufgaben übertragen wurden, um die Rechte des Einzelnen zu schützen, Streitigkeiten zu schlichten und die soziale Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten. Dieser Vertrag wird als bloßes Mittel zur Begründung der Theorie politischer Verpflichtungen gesehen.
Zu den grundlegenden Rechten gehört das Eigentumsrecht, dessen Begründung sich aus der Notwendigkeit der Selbsterhaltung ergibt. Locke argumentiert, dass Eigentum durch Arbeit und Bebauung erworben wird. Geld ermöglicht es, mehr Wohlstand anzuhäufen, da es die Früchte der Arbeit in konzentrierter Form übertragbar macht. Seine Theorie ist ein Vorgriff auf die Arbeitswertlehre.
Im Rahmen des Vertrags wird der Staat auf die Wahrnehmung bestimmter Aufgaben beschränkt. Es gibt eine klare Begrenzung der Zwecke der Regierung und eine entsprechende Beschränkung ihrer Befugnisse.
- Staatsgewalt muss auf die Durchführung spezifischer Zwecke beschränkt sein (Schutz von Leben, Eigentum, Gesundheit und Freiheit der Bürger).
Locke vertritt die Theorie der Neutralität des Staates gegenüber der Freiheit der Bürger. Er ist einer der ersten Theoretiker des Prinzips der religiösen Toleranz und bietet eine überzeugende Verteidigung der Notwendigkeit, dass der Staat alle religiösen Überzeugungen und Praktiken toleriert, sofern sie nicht die Ausübung bürgerlicher Rechte stören oder versuchen, eine öffentliche Religion aufzuzwingen. Religionen wird damit ihr volles Potenzial im Zusammenhang mit konfliktträchtiger Politik entzogen.
Zusammenfassung: Hobbes legt mit seinem methodologischen Individualismus und der Legitimität der Macht eine Grundlage, die die Notwendigkeit politischer Ordnung erklärt; Locke entwickelt daraus die liberalen Kernideen von natürlichen Rechten, Eigentum, begrenztem Staat und religiöser Toleranz. Diese Elemente bilden den historischen Ursprung der liberalen Ideologie.