Die Ursprünge der Philosophie: Pythagoras, Atomismus und die Polis

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Die Grundlagen des antiken griechischen Denkens

Pythagoras und die Zahlenlehre

Die Pythagoreer identifizierten die Zahl als das Urprinzip (Arche). Sie erfanden pythagoräische Zahlen und geometrische Formen, die den Begriff des Seins definieren und erweitern. Ihre Theorie betrachtet Zahlen als ewige, unveränderliche und mathematische Objekte.

Die Geometrie der Pythagoreer basiert auf der Anzahl der Punkte:

  • Die Linie besteht aus zwei Punkten.
  • Die Fläche (planen) besteht aus drei Punkten.
  • Der Körper (solid) besteht aus vier Punkten.

Pythagoras war Leiter einer Sekte, die wissenschaftliche Daten nicht öffentlich zugänglich machte. Das Ziel war die Reinigung der Seele (im Sinne des Orphismus) und die Verteidigung des Tierwohls (Seelenwanderung).

Der Atomismus (Leukipp und Demokrit)

Der Atomismus (Atonismoa) akzeptiert die Existenz unteilbarer Teilchen (Atome) und des leeren Raumes. Er bietet eine materialistische Erklärung der Wirklichkeit: Die Entstehung aller Dinge ist das Ergebnis der Kombination von Atomen.

Die Vielfalt der Materie wird durch Bewegung und den Unterschied in der quantitativen und geometrischen Dimension der Atome erklärt. Geburt und Tod sind lediglich das Ergebnis der Kombination und Trennung von Atomen.

Es gab zwei atomistische Traditionen:

  • Die physikalische Tradition.
  • Die mathematische Tradition.

Demokrit: Das Atom als Urstoff (Arche)

Demokrit (4./5. Jh. v. Chr.) definierte die Arche als das Atom (unteilbar). Atome sind unendlich, unsichtbar, unveränderlich und unzerstörbar. Sie besitzen keine qualitativen Unterschiede, sondern unterscheiden sich nur in:

  • Form (Aussehen)
  • Anordnung
  • Position

Die Kombination dieser Atome und der leere Raum erzeugen durch Bewegung die Vielfalt der Dinge. Das Universum entsteht durch die rasche Bewegung und Vereinigung der Atome. Die Welt entsteht, entwickelt sich und zerfällt durch Zufall. Erkenntnis basiert auf dem sensorischen Schock, den Atome auf die Sinne ausüben.

Religion und Kosmos

Öffentliche Religion und Orphismus

In der öffentlichen Religion gilt: Alles ist göttlich. Alle Ereignisse geschehen nach dem Willen der Götter. Natürliche Phänomene werden als göttliche Kreaturen interpretiert. Der Mensch ist sterblich. Die Religion fordert die Menschen auf, nach dem Gesetz des Kosmos zu leben und strebt eine geringfügige Besserung an.

Im Gegensatz dazu fordert der Orphismus (Mysterienreligion) eine tiefgreifende Veränderung der menschlichen Natur. Der Mensch (bestehend aus dem sterblichen Körper und der Seele) muss seinen Körper kontrollieren, um die Seele zu reinigen.

Soziopolitischer Kontext und Abstraktion

Die Entstehung der Demokratie und der Polis

Im antiken Griechenland herrschte zunächst die hierarchische Monarchie, gestützt auf mythische Systeme. Die aristokratische Ordnung dominierte die Gesellschaft. Im 6. Jahrhundert v. Chr. entstand die Polis (Stadtstaat), basierend auf dem Handel. Es entwickelte sich eine klassenbasierte Sklavengesellschaft und die Organisation des demokratischen Stadtstaates.

Jeder Stadtstaat genoss volle Autonomie. Landwirtschaft und Handel gewannen durch den Kontakt mit anderen Poleis an Bedeutung. Die Politik wurde in der Agora diskutiert, wobei Logos (Vernunft und Diskurs) großen Einfluss hatte.

Abstraktes Denken und kultureller Austausch

Der Kontakt mit anderen Völkern führte zur Veränderung von Mythen, Bräuchen und Weltanschauungen und zur Entwicklung neuer Erklärungen.

Die Entwicklung von Schrift, alphabetischer Ordnung, Geldschöpfung auf abstrakter Ebene, Kalender, Astronomie und mathematischem Denken trug zur Entstehung des abstrakten Denkens bei.

Die Philosophie trennte sich von Religion und Mythos, um die Natur (Physis) zu erklären. Das Ziel war die rationale Interpretation der Welt und die Suche nach dem Urprinzip (Arche).

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