Ursprünge und Verlauf des Kalten Krieges (1945–1991)

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Die Ursprünge des Kalten Krieges

Die Ursprünge des Kalten Krieges - Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein internationales diplomatisches System, in dem der Kampf um die Vorherrschaft zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion die Geschichte der Welt für etwa 40 Jahre prägte. Diese beiden Weltmächte standen in gegensätzlichen politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Systemen. Diese Konfrontation ist als der Kalte Krieg bekannt und erstreckt sich allgemein von 1945 bis zur Auflösung der UdSSR im Jahr 1991.

Teilung der Welt in zwei Blöcke

Während dieser Zeit teilte sich die Welt in zwei antagonistische Blöcke: Der westliche Block wurde von den USA geführt und durch Verbündete in Westeuropa verstärkt. Demgegenüber stand der kommunistische Block unter Führung der Sowjetunion mit ihren östlichen europäischen Verbündeten. 1946 prägte Winston Churchill in einer Rede den Begriff "Eiserner Vorhang" und stellte fest, dass Europa in zwei Blöcke geteilt sei.

Truman-Doktrin und Marshallplan

Ein nächster Schritt in dieser historischen Phase war die Unterstützungspolitik von Präsident Harry S. Truman, bekannt als die Truman-Doktrin, die die Eindämmung des Kommunismus überall in der Welt zum Ziel hatte. Einflussbereiche wurden wirtschaftlich und politisch gestärkt, zum Beispiel durch den Marshallplan für Westeuropa. Auf sowjetischer Seite entstand als Gegenreaktion die Organisation Kominform (Kommunistische Informationsbüro).

Deutschland und Berlin

Nach dem Krieg wurde die deutsche Hauptstadt Berlin in vier Sektoren aufgeteilt. 1948 vereinigten die Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien ihre Sektoren und unterstützten die Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD). Die Sowjetunion etablierte in ihrer Zone die Deutsche Demokratische Republik (DDR). West-Berlin blieb ein charakteristischer Teil der US- und westlichen Strategie.

Militärische Bündnisse und weltweite Strategien

Die Westmächte schufen ein Netz militärischer Bündnisse rund um die Welt und stärkten so ihre Position:

  • In Europa: der Marshallplan und die Gründung der NATO (North Atlantic Treaty Organization).
  • Außerhalb Europas: der Vertrag von Rio (Interamerikanischer Vertrag) mit Ländern in Südamerika, der Vertrag von Bagdad (Bagdad-Pakt) im Nahen Osten und SEATO (South East Asia Treaty Organization) in Südostasien.

Demokratie und kapitalistische Wirtschaft

In den westeuropäischen Ländern wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vielfach die Demokratie gestärkt. Grundprinzipien der Demokratie sind: Volkssouveränität, Gewaltenteilung, die Anerkennung und Gewährleistung von Freiheiten und Rechten sowie politischer Pluralismus. Der westliche Block verwaltete kapitalistische Wirtschaftsmodelle, die sich seit der Industriellen Revolution entwickelt hatten.

Die kommunistischen Blöcke und ihre Strukturen

Im östlichen Block schuf die Sowjetunion ein Netzwerk wirtschaftlicher und militärischer Institutionen, um ihre Vorherrschaft in ihrem Einflussbereich (Polen, Ungarn, Tschechoslowakei, Rumänien, Bulgarien u. a.) zu sichern. Zwischen 1946 und 1948 trieb Stalin den Aufbau kommunistischer Diktaturen in diesen Ländern voran. Als wirtschaftliche Reaktion entstand der COMECON (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe), als militärisches Bündnis antworteten die Sowjets mit der Gründung des Warschauer Pakts 1955.

Kommunistische Erfolge anderswo

Außerhalb Europas errangen kommunistische Bewegungen Erfolge, etwa in China (Kommunisten unter Mao) und in Nordkorea. Unter dem Schutz der UdSSR bezeichneten sich die dortigen politischen Systeme oft als "Volksdemokratien". Diese Systeme zeichneten sich häufig durch gemeinsame Merkmale aus:

  • Ein-Einparteiensysteme, in denen die kommunistische Partei die Macht monopolisiert hatte,
  • ein stark eingeschränktes Freiheits- und Rechtsverständnis,
  • wirtschaftliche Organisation auf Grundlage zentraler Planung nach marxistischen Prinzipien.

Waffen, Wettrüsten und Weltraumrennen

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Atombombeneinsatz 1945 entwickelte sich ein intensives Wettrüsten zwischen den Supermächten. Die Sowjetunion testete später ebenfalls Atomwaffen, und beide Seiten bauten große Arsenale an unterschiedlichen Waffentypen auf: Atomwaffen, Interkontinentalraketen, ferngesteuerte Raketen, Bomber u. ä. 1957 startete die Sowjetunion Sputnik, den ersten künstlichen Erdsatelliten, womit das Weltraumrennen zwischen den Supermächten begann. In den folgenden Jahren folgten die ersten bemannten und unbemannten Raumfahrtmissionen.

Konflikte in der Dritten Welt und Stellvertreterkriege

Während des Kalten Krieges gab es über hundert bewaffnete Konflikte in mehr als 70 Ländern der sogenannten Dritten Welt. In einigen Fällen führten diese Konflikte zu direkten militärischen Eingriffen: die Vereinigten Staaten intervenierten offen in Korea und Vietnam, die Sowjetunion in Afghanistan. Die beiden Blöcke übten zudem ideologische Kontrolle über Bevölkerungen aus, um ihren eigenen Einfluss zu erweitern und den Gegner zu schwächen.

Innenpolitische Reaktionen und Hexenjagden

In den Vereinigten Staaten löste die Angst vor kommunistischer Unterwanderung in den 1950er Jahren eine politische Hysterie aus. Senator Joseph McCarthy führte eine Hexenjagd, während der zahlreiche Künstler, Intellektuelle und andere Beschuldigte fälschlicherweise als Kommunisten diffamiert wurden.

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